Sonntag, 21.01.1996

Den ganzen Tag über bauten Sepp und ich das Büro in seinem Haus auf unsere Ansprüche um.

Gegen Mittag fuhren wir mit unseren Familien gemeinsam in die nahe Pizzeria.

Erika fuhr mit Olivia ins AKH.

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Montag, 22.01.1996:

Morgens versuchte ich ein bisschen aufzuräumen und die angefallenen Schreiben, welche sich in der Küche stapelten, einzuordnen. Gegen 14:00 Uhr holte ich Erika und Olivia von Winzendorf. Olivia war wohlauf. Seit uns Matthias besucht hatte, aß sie mit mehr Appetit.

Ich fühlte mich nicht wohl und war irgendwie ausgebrannt. Sicherlich hatte auch das heute erhaltene psychiatrische Gutachten von Prof. Pazl das seine dazu beigetragen.

Die Redaktion von „Schijok täglich“ bat mich um einen Termin für Mittwoch. Zuerst, als ich sie gebraucht hätte, lehnten sie mich ab. Jetzt traten sie mir die Tür ein.
Wozu das Ganze? Wozu soll ich mich noch länger als Schießscheibe missbrauchen lassen. Meiner Meinung nach verfolgten die Medien nunmehr ein Ziel. Sie möchten die Zeit nützen, solange es Olivia noch gut geht, um uns als verworrene Eltern darstellen zu können. Was noch alles auf Olivia zukommen wird, mag niemand vorauszusagen, das ist für die Medien auch momentan uninteressant. Das „Jetzt“ galt es zu nutzen!

Wir hatten eine Lawine losgetreten. Unzählige unangenehme Fragen wurden aufgeworfen. Die Auseinandersetzung darüber müssen nun andere führen. Einmal möchte ich noch in Form meines Tagebuches Stellung beziehen, dann möchte ich mich zurückziehen und wieder ein ganz normales Leben führen.
Die Aussichten, mit Sepp gemeinsam eine berufliche Verbindung einzugehen, ist mir viel wichtiger als diese unnötigen und aufreibenden Auftritte im Fernsehen und diese Interviews an Zeitungen. Mein Glück und mein Heil kann auch ich nur in meinem Inneren finden. Ich sehne mich nach Ruhe.

Telefonat mit Herrn Stern „Schijok täglich“:
Ich sagte ab, als Studiogast in der Sendung aufzutreten. Er war verwundert und meinte, ich dürfe mich doch nicht jetzt nach dem verursachten Schaden einfach zurückziehen. Frau Dr. Marcovich und Dr. Stacher hatten bereits zugesagt.
Meine Absage war ihm gar nicht recht, und er versuchte mich umzustimmen. Ich hätte etwas zu sagen, war sein Tenor. Auch könnte ich mein Tagebuch ankündigen und auch verschiedene Klarstellungen treffen. Er bezeichnete diese Sendung als Chance für mich, meiner Familie zu helfen, sie wieder ins rechte Licht zu rücken.

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Dienstag, 23.01.1996:

Gegen 17:00 Uhr trafen wir uns mit Ingrid in Wr. Neustadt am Bahnhof. Erika fuhr nach Hause, Ingrid kam mit uns ins AKH. Im Cafe trafen wir auf Herrn Achtert. Helmut Achtert ist Lehrer, führt aber auch eine Naturheilpraxis und kennt Dr. Hamers Neue Medizin. In einem mehrstündigen Besuch im Krankenzimmer lernten wir uns kennen ...

Gegen 21:00 Uhr kam Herr Marian und brachte das korrigierte Tagebuch. Auch Sigrun war bei diesem Treffen im Cafe dabei.

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Donnerstag, 25.01.1996:

Während der Heimfahrt im Zug korrigierte ich mein Tagebuch am PC.

Zu Hause angekommen, war bereits Matthias auf Besuch. Als er mich durch die Küchentür hereinkommen sah, meinte er, ich hätte so kleine Augen, als ob ich gerade etwas Kleingedrucktes angestrengt gelesen hätte. Matthias verblüffte mich immer mehr. Auch meinem Schwiegervater hatte er knapp zuvor seine sämtlichen Erkrankungen aufgezählt. Er aß mit uns zu Mittag.

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Freitag, 26.01.1996:

Erika gelang es, Olivia bereits für heute nach Hause zu bekommen.

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Samstag, 27.01.1996:

Fast den ganzen Tag verbrachte ich im Büro bei Sepp und versuchte meinen Computer anzupassen.

Herr Marian brachte das fast fertiggestellte Porträt von Olivia. Es war gelungen. Silvia und meine Mutter, welche gerade zu Besuch waren, wollten unbedingt davon eine Kopie.

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