Sonntag, 07.01.1996

Gleich am frühen Vormittag bemerkte ich den bewussten grauen Passat an unserem Haus vorbeifahren. Wir wurden wieder observiert.



Montag, 08.01.1996:

Es ist zwar müßig, jeden Zeitungsartikel analysieren zu wollen, aber der in der Zeitung „profil“ (profil Nr. 2, 8. Jänner 1996) erschienene, ist es doch wert, ein paar Gedanken zu formulieren. Nebenbei bemerkt, bezeichnet der Herr Steinhauser70 diese Zeitung als freimaurerisch.
Allein die Überschrift war bereits pervers. „... den Tod zu erlauben“, als hätten wir als Alternative zur Chemopseudotherapie den Tod unseres Kindes gewählt.
In Wirklichkeit ist doch gegenüber einer Chemotherapie, mit 92%-iger Mortalität alles, auch überhaupt keine Therapie, eine Chance.
Mit der Chemotherapie (mich stört fürchterlich diese Wortkombination: Chemo und Therapie. Das passt zusammen wie: Teufel und Weihwasser) schickt man die Patienten mit 92%-iger Wahrscheinlichkeit in einen qualvollen Tod.
An und für sich war der Artikel uns Eltern gegenüber positiv geschrieben, damit will ich sagen, dass keine offensichtlichen und negativen Lügen über uns verbreitet wurden. Trotzdem strotzte er regelrecht vor unzähligen, falschen Schlussfolgerungen.
Prof. Urbanek wurde darin wie folgt zitiert: „... Man sollte auch dem Vater keine Vorwürfe machen, denn auch er hat schließlich die Kraft aufgebracht zu kooperieren.“
Nun, mit der schulmedizinischen Krebstherapie habe ich niemals und werde ich niemals kooperieren. Nicht, solange sie diese menschenverachtende Diktatur ausübt, Geld und Macht ihr oberstes Leitmotiv ist und der Patient als Sondermülleimer für die Pharmaindustrie degradiert wird!
Wir standen unserem Kind bei, wir hätten Olivia niemals in Stich gelassen. Uns hatte man Olivia weggenommen, man hatte Olivia in Tulln mit Gewalt (!) von der Mutter entfernt.
Frau Dr. Slavc: „Wir haben schon das Gefühl, dass sie ihrer Tochter vermitteln, dass sie hier gesund werden kann und mittun muss.“ Wir versuchten unserer Tochter beizustehen, so gut wir konnten. Wir haben Olivia niemals über den Gegensatz der Neuen Medizin zur Schulmedizin aufgeklärt. Wir werden sie, so lange sie als ein Kind in dieser Zwangschemopseudotherapie steckt, niemals aufklären. Was sonst als Hoffnungslosigkeit könnten wir ihr vermitteln? Psychologisch gesehen gibt aber dieser Satz der Frau Dr. Slavc Aufschluss über ihre persönliche Einschätzung. Olivia kann gesund werden, muss aber mittun. Soweit die Einstellung einer Onkologin, die über eine Zwangschemopseudotherapie mit 92%-iger Mortalität spricht. Pervers war auch, dass man nun das AKH als solche Klinik hinzustellen versuchte, in der wir nun endlich Olivia auch Naturprodukte geben durften, was wir angeblich zuvor in anderen Spitälern so sehr vermisst hätten. Das AKH ist und bleibt eine Krankheitsfabrik. Man geht mit Blinddarm in die Klinik und, wenn man auch noch Infusionen erhalten hat, kommt man vermutlich auch heute noch asbestverseucht raus. Siehe veröffentlichtes Buch des Dipl. Ing. Fröhlich. Dieser Missstand, der auch nichtfunktionierende Sterilisatoren umfasst, betrifft demnach die Mehrzahl der öffentlichen Kliniken im Großraum Wien. Gab es diesbezüglich jemals eine Veröffentlichung, obwohl die Presse informiert worden war? Nein! Gab es jemals einen Aufruf der Ärztekammer, dass sich betroffene Patienten melden sollen, obwohl sie ebenfalls informiert worden war? Nein! Gab es jemals irgendeinen politischen Gesundheitssprecher, der diese Missstände zur öffentlichen Diskussion stellte, obwohl sämtliche informiert worden waren?
Nein! Man schwieg dies einfach tot, und man zerstörte die finanzielle Existenz des Aufdeckers dieser skandalösen Missstände. Wer wohl sollte soviel Macht besitzen? Wer wohl drängt Kritiker, die dieses freimaurerische Denksystem anprangern, in das rechtsradikale oder auch psychopathische Eck oder stellt diese als Sektierer hin, wenn nicht die Freimaurer selbst oder deren Handlanger?
Mir ist völlig bewusst, was ich da schreibe, aber mit der Lüge nehme ich es persönlich gerne auf. Was soll mir schon geschehen? Ein anonymer Anruf, in dem meine Kinder mit dem Tode bedroht werden, so wie es Dr. Bauml 1993 durchmachen musste? Ich darf erinnern, meine Tochter Olivia wird gerade zwangsexekutiert! Sollte man mir an mein Leben wollen, kann ich nur lachen. Jedem Atheisten, ich selbst war einer, zum Trotz: Ich komme wieder!
Aber das führt bereits zu weit, einerseits in die schauderhaften Machenschaften der Freimaurer, andererseits zu sehr in meinen persönlichen Glauben über den Sinn des Lebens, mit Wiedergeburt etc. Ein bisschen gönne ich mir noch die Freude, diesen Artikel zu zerpflücken.
Das Bild, das zu vermitteln dieser Artikel vermutlich zur Aufgabe hatte, bringt Frau Dr. Slavc auf den Punkt: „Die Eltern sind einfach in einer psychologisch schwierigen Situation. Sie wollen für ihr Kind ja immer nur das Beste. Wenn sie sich jetzt eingestehen müssten, dass sie auf einem Irrweg waren, bräche für sie eine Welt zusammen.“ Da Frau Dr. Slavc mit Abstand die umgänglichste Ärztin auf der Station war, und wir uns ihr diesbezüglich zu Dank verpflichtet fühlen, möchte ich ihr hiermit ihre Sorgen nehmen. Damit wir uns eingestehen müssten, auf einem Irrweg gewesen zu sein, müssten gleich zwei Unmöglichkeiten möglich werden.
Erstens müsste eine korrekt durchgeführte Verifikation der Neuen Medizin ergeben, dass diese falsch sei. Zweitens müsste Olivia wieder völlig gesund werden. Sowohl das eine, wie leider auch das zweite kann ausgeschlossen werden. Leider, auch uns wäre es lieber, es gäbe nur eine Medizin, nach der alle Leiden geheilt werden können. Aber bereits hier scheidet die orthodoxe Schulmedizin aus. Außerdem, die Welt, die zusammenbrechen könnte, hat dies für mich persönlich, Gott sei Dank, bereits getan, und eine viel schönere kam zum Vorschein. Sinnbildlich gesprochen brach für mich die Illusion des Materiellen zusammen, und erst dadurch gelang es mir, zu einem wirklichen, für mich real greifbaren Glauben zu finden.
Mich persönlich hat all das Leid der vergangenen Monate in einem ungeheuren Tempo reifer werden lassen. So widersprüchlich es klingen mag, ich finde das Leben schön, vor allem aber lebenswert. Keine Erfahrung möchte ich missen, und für jedes zukünftige Ereignis, das mir widerfährt, bin ich bereits jetzt dankbar. Wir durften etwas in Gang setzen, das viele Menschen zum Nachdenken gebracht hat.

70 österreichischer Autor des Buches: „Die legale Mafia“



Mittwoch, 17.01.1996:

Telefonat mit Mag. Rebasso:
Ich erzählte ihm von einem Schreiben meiner Rechtsschutzversicherung, die mir auch in den geplanten Rechtsstreitigkeiten mit den verschiedenen Medien ihren Beistand verwehrte. Magister Rebasso hatte dieses Schreiben ebenfalls erhalten, aber noch nicht studieren können. Ebenso lag bereits das psychiatrische Gutachten des Herrn Prof. Pazl auf seinem Tisch, welches er ebenfalls noch nicht eingesehen hatte. Es soll angeblich einen beträchtlichen Umfang haben.

Telefonat mit Herrn Marian:
Wir vereinbarten ein Treffen in Baden, damit er mir den letzten korrigierten Teil des Tagebuches übergeben könne.
In Wr. Neustadt musste ich tanken. Als ich auf die Autobahn auffuhr, bemerkte ich, dass die Benzinanzeige noch immer auf der Stellung „Reserve“ stand. Ich klopfte auf das Armaturenbrett, aber die Anzeige änderte sich nicht. Hatte mir der Tankwart Luft verrechnet? Bei der Anzeige an der Zapfsäule war mir aufgefallen, dass lediglich 44 Liter getankt worden waren, normalerweise aber um die 70 Liter in den Tank passten. Hatte er mir überhaupt kein Benzin eingefüllt?
In Baden fuhr ich nochmals auf eine Tankstelle und füllte nach. Tatsächlich, es flossen nochmals über 40 Liter rein. Ich vermutete, dass der Tankwart in Wr. Neustadt vergessen hatte, den Zapfhahn zu öffnen und mir den Betrag des vorhergehenden Kunden verrechnet hatte.
Herr Marian erwartete mich auf dieser Tankstelle und übergab mir seine Korrektur. Über seine qualifizierte Hilfe war ich sehr froh. Es zeigte sich, dass ich, abgesehen von vielen Tippfehlern, auch oft fürchterliche Satzstellungen kreiert hatte. Dies nun von einem ausübenden Lehrer korrigieren zu lassen, hob die Lesbarkeit meines Tagebuches erheblich.
Auf dem Rückweg versuchte ich den Sachverhalt an der Tankstelle in Wr. Neustadt zu klären. Der junge Tankwart schloss einen möglichen Defekt an der Zapfsäule nicht aus und versprach mir, mit seinem Chef Rücksprache zu halten.

Telefonat mit Olivia:
Sie rief mich an und wollte wissen, wie es mir ging. Ihr selbst ginge es gut. Helga wäre gerade bei ihr, weil Mama einen Arzttermin hatte. Ich erzählte ihr von dem strahlend schönen Wetter in Maiersdorf und dass alle Bäume vor Rauhreif ganz in Weiß seien. Olivia bat Helga aus dem Fenster nach Bäumen Ausschau zu halten, und erklärte mir dann, dass in Wien die Bäume leider nur schwarz wären und auch die Sonne nicht scheine.
Olivia war gut aufgelegt, das freute mich.

Telefonat mit Herrn Stern, „Schijok täglich“:
Herr Stern erinnerte mich, mit mir schon einmal gesprochen zu haben. Tatsächlich hatten wir zu Beginn der Geschichte, also Ende Mai, den ersten Kontakt auf mein Bestreben hin geknüpft. Damals allerdings wollte man unseren Fall nicht in der Sendung haben. Heute bot er sie mir aber an. Auf meine Frage, wie es zu diesem Gesinnungswandel im „orf“ gekommen sei, meinte Herr Stern dem Sinn nach, dass es ihnen jetzt in den Kram passe und weiters, dass es sonst keinerlei wie auch immer geartete Gründe gäbe.
Nach wie vor wollte ich mir keine Live-Sendung entgehen lassen und sagte ihm zu. Um die „Rahmenbedingungen“ auf beiden Seiten abzustecken, vereinbarten wir für 19:30 Uhr bei uns zu Hause ein Treffen.
Für mich war das plötzliche Angebot des „orf“ verwunderlich. Was sie wohl nun wieder aushecken würden?

Telefonat mit Erika:
Sie hatte um die Mittagszeit einen Termin bei ihrem Frauenarzt, Herrn Dr. Dinger. Diesem gelang es, wieder eine Ultraschalluntersuchung an Erika vorzunehmen. Erika war nach ihrer Aussage, der ewigen Diskussion und des ewigen Rechtfertigens müde geworden und ließ es geschehen.
Arme Erika, arme Frauen! Was dürfen die männlichen Ärzte noch alles mit euch anstellen?
Jetzt fragte mich Erika, ob ich wissen wolle, was es nun werden wird, ein Mädchen oder ein Junge? Lange brauchte ich nicht zu überlegen, denn mein momentanes Gefühl sagte mir es, unsere Kinder sagten es bereits von Anfang an und auch in verschiedenen, gemeinsamen Überlegungen mit Erika hatten wir es gemutmaßt. Leicht ärgerlich über ihr Nachgeben gegenüber dem Frauenarzt, sagte ich: „Was soll es schon werden? Dass es ein Junge wird, wissen wir doch!“ Lachend bestätigte sie es. Erika erzählte auch, dass Dr. Dinger bereits von Frau Dr. Marcovich informiert worden war, dass wir eine Hausgeburt planten.
Ob es gut war, Frau Dr. Marcovich von unserem Vorhaben zu informieren?
Erika hatte ihre liebe Not mit Olivia, welche darauf bestand, nur die von Erika selbstgekochte Griesnockerlsuppe zu essen und die vom Restaurant strikt verweigerte.

Olivias Werte wie Leukozyten, Entzündungswerte usw. waren einstweilen noch in Ordnung. Vergangenen Montag hatte sie wieder die Chemo erhalten (Vincristin und Adriamycin) und eine Ärztin hatte mir erklärt, dass am kommenden Wochenende mit einer Verschlechterung der Werte gerechnet werden müsse. Wahrscheinlich müsste dann Olivia im Spital bleiben und dürfe nicht nach Hause.

Gespräch mit Herrn Stern, „Schijok täglich“ in Maiersdorf:
Er kam zum vereinbarten Termin um 19:30 Uhr. Als er die Stufen zu unserem Stockwerk heraufkeuchte, erkannte ich einen Kettenraucher in ihm. Während des Gespräches langte ich des Öfteren zu meinen Zigaretten, er machte aber keine Anstalten, die seinen hervorzuholen. Schließlich griff er nach den meinen mit der Bemerkung, er habe seine Zigarettenpackung im Auto vergessen, sei aber ein Kettenraucher. Sein Atem ging schwer und sein Husten war tief. Ich hatte wirklich das Gefühl, selbst kaum Luft zu bekommen.
Er selbst war stellvertretender Produktionschef und betreute den medizinischen Bereich.
Vorsichtig tastete er sich im Gespräch vor. Seinen Vorstellungen entsprechend könnte sich die Diskussionsrunde aus bis zu fünf Personen zusammensetzen. Mit dem ehemaligen Gesundheitsstadtrat Herrn Dr. Stacher und mit Frau Dr. Marcovich habe er bereits Verbindung aufgenommen. Es liege an mir, noch weitere Personen vorzuschlagen, bzw. ich könnte auch vorgeschlagene Personen ablehnen. Dr. Hamer wolle er aber auf keinen Fall in der Sendung haben. Die Diskussion solle keine medizinischen Standpunkte erläutern oder versuchen zu klären, was richtig und was falsch sei. Sie solle vielmehr die Situation eines Betroffenen erklären, der das Vertrauen in die orthodoxe Behandlung verloren hatte. Der Sendetermin sei mit 30.1.96 fixiert.
Ich erklärte ihm, dass ich mich als Gast zur Verfügung stellen werde. Ich behielt mir aber vor, zurückzutreten, sollte der Titel der Sendung ähnlich wie „Autismus“ klingen. „Strohhalm“ oder so ähnlich werde er lauten, versicherte Herr Stern. Er wolle mich auf keinen Fall als psychisch gestört verzerren. Zur Garantie versprach er mir, das
erarbeitete Konzept der Sendung, Schritt für Schritt per Fax zu schicken. Er liebe Seite 548
perfekt durchgeplante Sendungen und auch bei dieser würden grob die einzelnen Fragen und ungefähren Antworten der Teilnehmer zuvor festgelegt werden. Er habe Verantwortung zu tragen, was und in welcher Qualität etwas dem Publikum präsentiert werde. Man dürfe mit Scharlatanen in der Bevölkerung keine falschen Hoffnungen wecken. Geistheiler und dergleichen wären für ihn persönlich überhaupt ein rotes Tuch. Sehr wohl aber glaube er an Selbstheilungskräfte. Seiner Ansicht nach wäre ich eine meinungsbildende Persönlichkeit.
Er widersprach sich in seinen Aussagen. Zuerst meinte er, seit 18 Jahren die rechte Hand von Herrn Schijok zu sein; als die Sendung mit dem Geistheiler produziert wurde, war er aber noch nicht dabei.
In unserer Geschichte habe sich der „orf“ selbst falsch verhalten. Dieser hätte niemals polemisieren dürfen, da sich dadurch die Fronten verhärtet hätten. Aber auch innerhalb des „orf“ hätte unsere Geschichte zu großen Debatten geführt.
Ich hatte das Gefühl, einem Mann gegenüber zu sitzen, der genau wusste, wie die „Erziehung der Bevölkerung“ weiter verlaufen sollte. Wozu wollten sie mich in dieser Sendung haben? Was war ihr Plan?
Eine Propagandamöglichkeit für die Neue Medizin wollten sie mir sicher nicht bieten.

Telefonat mit Erika:
Richter Masizek und Herr Hofrat Marady waren nach der Konferenz wieder zu ihr und Olivia gekommen. Richter Masizek bat Olivia um eine Zeichnung.

Richter Masizek wollte von Olivia eine Zeichnung! Mir fiel sofort ein, dass innerhalb der letzten drei Wochen bereits mehrere Personen von Olivia eine Zeichnung wollten. Zuerst bat Frau Dr. Marcovich bei ihrem letzten Besuch mit dem „report“- Team darum. Sofort war die Reporterin Frau Pavlicky mit der gleichen Bitte nachgezogen. Der Nächste war Herr Puschler. Er schien bereits mit dem Vorsatz, eine von Olivia gemalte Zeichnung zu bekommen, zu uns gekommen zu sein. Vertraulich machte er mich damals darauf aufmerksam, Olivias Zeichnungen aufzuheben, denn sie könnten eines Tages viel wert sein. Wollte sich jetzt Richter Masizek eine Art von Wertpapier verschaffen?

Telefonat mit Mag. Rebasso:
Er berichtete von der Konferenz im AKH. Richter Masizek wolle uns mit Ende der Therapie, konkret am 27.3.96, bis auf die Pflegeverantwortung sämtliches Sorgerecht zurückerstatten. Dann auch wird er die ausständigen Beschlüsse über unsere bisherigen Anträge fassen.
Die Regelung, wann Olivia nach Hause kommen dürfe, obliege ab nun Frau Dr. Slavc und war ab nun somit rein medizinischer Natur. Herr Hofrat Marady werde diesbezüglich jeweils vom AKH verständigt. Die Regelung mit der Passhinterlegung müssten wir beibehalten. Das psychiatrische Gutachten hatte er sich durchgelesen. In den nächsten Tagen werde ich es mit der Post erhalten. Seiner Meinung nach komme aufgrund dieses Gutachtens keine Anklage wegen Kindesmisshandlung zustande. Sicherlich nicht bei Erika, bei mir höchstwahrscheinlich nicht. Sollte ich nicht angeklagt werden, bräuchten wir einstweilen auch kein Gegengutachten erstellen zu lassen.

Ein Gutachten über meine Person eines schulmedizinischen Psychiaters, welcher selbst gerüchteweise im Verdacht stand, exhibitionistische Neigungen zu besitzen! Obendrein musste er aus dem vollständigen Mangel an persönlichen Gesprächen mit uns, an hand des vorliegenden Materials, wie Video und Gerichtsakte, begutachten. Sollte ich mich darüber aufregen? Soll ich mich darüber aufregen, wenn sich ein bemüßigt fühlender Schulmediziner anhand eines Fotos von mir eine „wissenschaftliche“ Abhandlung erstellt? Allein die Tatsache, dass so seitens der Schulmedizin vorgegangen wurde, zeigte, dass sie selbst bereits wie ein psychisch krankes Tier um sich schlug. Sie hat Angst, dass ihr Kartenhaus aus zigtausenden Lügen zusammenbricht.

Laut Mag. Rebasso sind im Gutachten Formulierungen enthalten, ähnlich wie: „Wenn Herr Pilhar von einer Idee überzeugt ist, verfolgt er sie fanatisch und lässt absolut keine Kritik zu.“ Das Wort „fanatisch“ komme überhaupt oft vor im Gutachten. Es wurde aber auch vermerkt, dass ich intelligent sei.
Wenn ich dies von Herrn Mag. Rebasso richtig verstanden habe, so muss ich sagen, dass ich zum Teil richtig eingeschätzt worden war. Kritik vertrage ich aber trotzdem. Ich erlaube mir, anhand meines Gutachtens, der Schulmedizin einen Spiegel vorzusetzen. „Von einer Idee fanatisch überzeugt zu sein aber keine Kritik zu dulden“, könnte man das nicht trefflich von der schulmedizinischen Onkologie behaupten?
Wo sind denn die Beweise, die die Theorie der Metastasenbildung erhärten könnten, um endlich vom Status einer Hypothese wegzukommen? Wo sind denn die Onkologen, die nicht fanatisch an dieser Idee festhalten und Kritik vertragen?



Donnerstag, 18.01.1996:

Olivia und Erika holte ich gegen 13:00 Uhr von Winzendorf ab. Olivia war quietschvergnügt, hatte aber während der Heimfahrt einen Übelkeitsanfall. Den Nachmittag verbrachte sie beim Spiel mit ihren Geschwistern. Veronika sagte zu, Olivia gegen 17:00 Uhr von Winzendorf zu holen und mit ihr ins AKH zu fahren. Erika und ich konnten zu Hause bleiben.

Telefonat mit Frau Proser, „Radio Wien“:
Vor ein paar Tagen hatte sie bereits mit Erika Kontakt aufgenommen. Ihr Wunsch war es, uns mit Olivia während eines Tages hindurch zu begleiten. Für kommenden Mittwoch vereinbarten wir das Treffen.
Es läge nicht in ihrem Sinne, über „Richtig“ oder „Falsch“ der Therapie zu berichten. Laut Prof. Dr. Urbanek hatte sie die Auskunft erhalten, dass die meisten Ehen an solch einer Belastung scheitern würden. Vor allem, wie wir diese schwere Situation meistern, war für sie von Interesse.



Samstag, 20.01.1996:

Erika brachte meinen Reisepass nach Bad Fischau auf den Gendarmerieposten. Gerade noch zur rechten Zeit, denn Veronika und Olivia durften so lange nicht das AKH verlassen, bis der Beamte vom Gendarmerieposten gemeldet hatte, mein Reisepass sei hinterlegt.

Besuch von Matthias:
Er kam extra aus Salzburg angereist. Er war ein besonderer Mensch.
Olivia durfte die Nacht bei uns verbringen. Ihre Werte dürften in „Ordnung“ gewesen sein.

