Sonntag, 31.12.1995:

Olivia hatte die Nacht vollkommen ruhig verbracht. Tagsüber drängten die Kinder darauf, endlich Feuerwerkskörper knallen lassen zu können. Olivia wurde von allen mit Geschenken regelrecht überhäuft. Heute hatte sie Geburtstag.

Gegen Mittag kam mein Bruder Günter auf Besuch. Von all meinen Geschwistern verstand ich mich mit ihm noch am besten. Auch er konnte nicht verstehen, aus welchen Motiven heraus Silvia sich derart massiv in unsere Angelegenheit eingemischt hatte.

Erika, die Kinder und ich fuhren in eine nahegelegene Pizzeria essen. Elisabeth stürmte in einen Raum des Lokals und riss aus Neugier eine Plastikkrabbe von der Wand. Zur Strafe musste sie während des Essens völlig ruhig sitzen.
Anschließend fuhren wir zu einer befreundeten Familie nach Grünbach. Diese hatte vor kurzem ein ehemaliges Wirtshaus erstanden, und sie waren gerade dabei, es zu renovieren. Auch an diesem Tag ließen sie die Arbeit bis 16:00 Uhr nicht ruhen. Dann allerdings konnten wir uns für ein paar Stunden gemütlich zusammensetzen. Er, Roman, war Grafiker und mit ihm besprach ich eine Zeichnung von Olivia als Motiv für eine Postkarte verwenden zu wollen. Er erklärte sich einverstanden, mir dabei zu helfen.

Als es bereits dunkel geworden war, fuhren wir zurück nach Maiersdorf, holten die Knallkörper und fuhren mit der Familie D. und K. raus auf ein Feld und verschossen alles, was wir hatten. Für die Kinder und uns war dies ein Mordsspaß.
Olivia war müde geworden, und ich brachte sie mit Erika nach Hause. Mit allen anderen fuhren wir wiederum in die Pizzeria, da sämtliche Kinder Hunger angemeldet hatten. Zwei Tische mussten zusammengestellt werden, damit insgesamt sieben Kinder daran Platz finden konnten. Der Älteste war 10, die Jüngste war vier Jahre alt. Die Kinder an ihrem Tisch beim Essen und in lustige Gespräch vertieft sitzen zu sehen, war ein fröhlicher Anblick.

Schließlich holte ich wieder Erika, Olivia war bereits schlafen gelegt worden, und wir setzten uns noch bei den D.s zusammen um den Jahreswechsel abzuwarten. Es wurde jede Menge getrunken, vor allem aber von mir.

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Montag, 01.01.1996:

Die Nachwirkungen der gestrigen Feier hatte ich schrecklich zu spüren. Mir brummte der Kopf und ich schwor mir, nie wieder einen Tropfen Alkohol zu trinken.

Noch völlig kaputt fuhr ich mit Olivia gegen 16:00 Uhr nach Wien ins AKH. Dort angekommen wurde ihr sofort die „Therapie“ gespritzt, und gegen 20:00 Uhr wurde ihr die künstliche Ernährung angeschlossen. Die Waage zeigte 22,9 kg, also einen Gewichtsverlust von 1,5 kg. Einerseits war dies leicht durch ihre erhöhte Aktivität zu Hause und durch ihren sehr eingeschränkten Appetit erklärbar. Andererseits hatte ich starke Bedenken, ob Olivia wohl jemals wieder normal essen würde. In Verbindung mit dieser fürchterlichen Vergiftungstherapie würde ein Absetzen der künstlichen Ernährung unweigerlich zum Tode durch Verhungern führen.

So aufgeweckt Olivia zu Hause in Maiersdorf auch war, im AKH änderte sich ihr Gemütszustand schlagartig. Sie machte den Eindruck, schwer depressiv zu sein. Nichts schien ihr Freude zu bereiten und sowohl mir als auch anderen Personen gegenüber war sie sehr verschlossen.
Wie üblich verbrachten wir den Abend mit Fernsehen. Des Nachts wachte sie zwar einige Male wegen Bauchschmerzen auf, musste sich jedoch nicht übergeben. Ihr Zähneknirschen war diese Nacht besonders ausdauernd.

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Dienstag, 02.01.1996:

Ich glaube, ich war mindestens zehnmal munter. Diese ständigen Schlafunterbrechungen verursacht durch das unmögliche Stahlrohrbett, die abscheuliche Klimaanlage und das nicht abdunkelbare Zimmer, das ständige Zähneknirschen von Olivia und die oftmaligen Schwesternbesuche während der Nacht, ließen einen erholsamen Schlaf nicht zu. In meinen Armen und in der Schulter hatte ich am Morgen ein Gefühl, als hätte ich die Nacht durch Holz gehackt. Ich war völlig verspannt.
In so einem Krankenzimmer kann ja kaum ein Mensch gesund bleiben, wie soll erst dann ein Kranker seine Krankheit loswerden?

Gegen 8:00 Uhr kamen ein Arzt und eine Schwester und schlossen Olivia von der Ernährung ab. Ich bat darum, sobald wie möglich für Olivia Ausgang zu bekommen, musste aber erst die Physiotherapie abwarten, die für 10:00 Uhr vorgesehen war. Für eine halbe Stunde Dehnübungen mussten wir nun zwei Stunden im Krankenzimmer warten! Vermutlich hätte Olivia in diesen zweieinhalb Stunden ein Vielfaches an Übungen freiwillig in unserem Garten an frischer Luft beim Spielen absolviert. Aber sollte ich das irgendeinem der Ärzte zu erklären versuchen? So nett und verständnisvoll die Physiotherapeutin auch war, die Grundlage ihrer Berufsberechtigung durfte ich ihr nicht abgraben.
So nahmen wir dann auch gegen 10:00 Uhr Stiefel und Wintergewand mit runter in den 4. Stock, wo ein kleiner Turnsaal für die Physiotherapie eingerichtet war.
Olivia musste sich auf eine Matte langlegen, und die Therapeutin bog ihren Fuß so weit wie möglich zum Schienbein hin. Das Ziel dieser Übung sollte das Dehnen der Sehnen sein, die sich durch die Chemotherapie und das ständige Liegen im Krankenbett verkürzt hatten.
Zu diesen Übungen musste Olivia ihre Kunststoffbeinschienen abnehmen. Nach einer halben Stunde konnten wir zum Zug eilen.

Erika und die Kinder holten uns vom Bahnhof Winzendorf ab. Karins Sohn war auf Besuch bei uns, und die Kinder hatten eine schöne Zeit.
Ich rief den Richter Zak an und bat, Akteneinsicht halten zu dürfen.

Akteneinsicht Landesgericht:
Richter Zak war deutlich reservierter als früher. Er überließ es vorerst mir, mich im Akt zurechtzufinden. Schließlich zeigte er mir die letzten neu hinzugekommenen Aktenstücke. Darunter befanden sich die Zeugenaussagen des Dr. Leibold und Dr. Baumls.
Die weiteren von uns genannten Zeugen bräuchte er nicht mehr einvernehmen zu lassen, bemerkte der Richter. Interessant war auch ein Aktenstück, das ein Gnadengesuch, betreffend Erika und mich, eines Pfarrers im Ruhestand zurückwies. Kommenden Freitag werde der Psychiater Prof. Pazl sein Gutachten über uns abliefern. Dieses Gutachten wurde aus sämtlichen zur Verfügung stehenden Materialien, wie dem Akt, aber auch aus Videomaterial usw. erstellt.
Richter Zaks persönliche Meinung war es, dass es zu keiner Anklage wegen Kindesmisshandlung kommen werde, sehr wohl aber wegen der Kindesentführung. Es sei denn, die BH würde die Anzeige zurückziehen.
Da die Kopierstelle zur Zeit nicht besetzt war, vereinbarten wir für den kommenden Tag die Kopien der neuen Aktenstücke anzufertigen.
Da ich annahm, dass auch im Pflegschaftsakt Neuigkeiten sein würden, ging ich vis- a-vis zum Bezirksgericht. Da der zuständige Mann, Herr Brodträger nicht anwesend war, wurde ich an den Chef persönlich verwiesen.

Gespräch mit Richter Masizek:
Er versicherte mir, dass zum Pflegschaftsakt seit der letzten Pflegschaftsverhandlung am 13. Oktober 95 nichts Neues hinzugekommen war. Bereitwillig öffnete er den Akt, um den Beweis anzudeuten, und ich sah, dass sämtliche Zeitungsartikel darin gesammelt zu sein schienen. Zuoberst lag die Ausgabe von der „ganze woche“ mit der Überschrift „Der Kämpfer“. Das Titelbild zeigt mich mit Olivia. Grinsend erklärte Richter Masizek, dass dies ein schönes Bild von uns sei. Er bot mir einen Sessel an, und ich setzte mich.
Auch er erklärte mir ein weiteres Mal, dass seiner Ansicht nach keine Anklage wegen Kindesmisshandlung erfolgen werde. Wegen der Kindesentführung würden wir aber vermutlich ein paar Monate bedingt erhalten. Er sei kein Strafrichter, betonte er ebenfalls zum wiederholten Mal, riet uns aber, dieses Urteil dankend anzunehmen, es aber auf keinen Fall mit Einspruch usw. zu bekämpfen, da dies die Angelegenheit unnötig in die Länge ziehen würde.
Rügend ermahnte er mich, nicht nochmals unser geführtes Gespräch öffentlich laut auszuposaunen, es vor allem aber nicht Dr. Hamer mitzuteilen. Dieser hätte ihm sofort nach unserem letzten Gespräch, in dem es um eine Teilsorgerechtsübertragung an meine Schwester Silvia ging, einen beschimpfenden Brief geschrieben.
Von dieser Teilsorgerechtsübertragung auf meine Schwester hatte er Abstand genommen, da ihm damals Erika sehr leid getan hatte, als sie diesbezüglich sofort in Tränen ausgebrochen war.
Er komme uns in allen Belangen auf das Möglichste entgegen, das müssten wir ja doch schon längst erkannt haben, meinte er, aber solche Interviews, wie sie Erika in der letzten „report“ - Sendung zum Jahreswechsel gegeben hatte, würden ihm (als freiem Richter!) Schwierigkeiten einbringen. Wie, so meinte er, solle er sein uns erteiltes Entgegenkommen rechtfertigen, wenn Erika erkläre, dass sie sofort die Chemotherapie absetzen würde, wenn es in ihrer Macht stünde?
Richter Masizek betonte nun bereits zum dritten Mal seine Pflicht, sich rechtfertigen zu müssen. Wieder fragte ich mich, vor wem er sich denn rechtfertigen müsse?
Betreffend das Pflegschaftsverfahren selbst gab er zu verstehen, dass er als Richter, rechtlich gesehen, sehr viel Freiheit hätte, und es somit für jeden Anwalt zwangsläufig schwer sei, gegen ihn vorzugehen. Durch die Blume wollte er mir damit zu verstehen geben, dass es in seiner Macht läge, Beschlüsse gleich oder erst später zu fassen.
Er betonte, dass wir ihn nicht an eine Rückübertragung des Sorgerechtes erinnern müssten, er wisse sehr wohl, wann und in welcher Form er es tun werde. Als Termin nannte er mir das voraussichtliche Ende der Therapie von Olivia, also Ende März. Die Rechte, über Olivias Geld aus dem Filmvertrag verfügen zu können, würden wir aber unter keinen Umständen bekommen, es sei denn für Hausbau etc., was aber dann auch entsprechend als Teilbesitz von Olivia Eingang ins Grundbuch finden müsste. Er versicherte mir, dass das Geld auf keinen Fall für Ausgaben, wie für die Bezahlung der Wachebeamten im AKH oder dergleichen verwendet werde. Auch über die Glaubwürdigkeit der derzeitigen Therapieform wurde gesprochen. Ich betonte, bis jetzt keine einzige negative Überprüfung der Neuen Medizin zu kennen, da es eine solche auch nicht gebe. Im Gegenteil, viele Schulmediziner würden die Ansicht des Dr. Hamer teilen.
Verwundert war ich, als Richter Masizek eingestand, dass auch seiner Meinung nach Dr. Hamer ein überaus kluger Forscher sei. Als er aber zu erklären versuchte, dass Dr. Hamer zufällige Spontanheilungen als seinen Erfolg ausgegeben hätte,
entgegnete ich, dass dies auf keinen Fall stimme. Spontanheilungen seien ja auch Seite 534
aufgrund eines natürlichen Prozesses zustandegekommen und Dr. Hamer hätte eben diese Naturgesetzmäßigkeiten erkannt, könne damit umgehen und solche Vorgänge damit erklären.
Richter Masizek räumte ein, dass er sehr wohl gegen die verantwortlichen Ärzte vorgehen werde, sollte sich herausstellen, dass sie mit der verordneten Chemotherapie beabsichtigt oder fahrlässig falsch vorgegangen wären.
Allein, mir fehlte der Glaube...

Erika war mit Olivia ins AKH zurückgefahren.

Treffen mit Dr. Martin Zimper:
Bis spät in die Nacht führten wir unsere Gespräche. Wir mussten achten, nicht immer wieder vom Thema abzuschweifen. Es zeigte sich, dass ein Film mit 90 Minuten kaum ausreichen würde. Auch dann nicht, wenn lediglich die wichtigsten Passagen zum Ausdruck kommen sollten. Ihm persönlich wäre ein Zweiteiler lieber, auch Herr Malmedy von „ARENA-Film GesmbH“ hatte dies bereits geäußert. Bis 15. Jänner sollte Herr Martin Zimper eine erste Fassung des Drehbuches vorlegen können. Dies würde er aber kaum schaffen.

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Mittwoch, 03.01.1996:

Akteneinsicht Landesgericht:
Wie besprochen erhielt ich die Kopien. Die Zeugenaussagen der beiden Ärzte Dr. Leibold und Dr. Bauml waren weder besonders schlecht noch besonders gut. Unverständlich war mir, wie Dr. Bauml die Ansicht äußern konnte, dass wir damals in Tulln auch unter anderem Einfluss als unter dem Dr. Hamers gestanden waren. Versuchte man hier die Schiene zum Sektierertum zu legen?
Gut in Dr. Baumls Aussage fand ich, dass er nochmals seine Ansicht und Überzeugung vertrat, dass psychische Konflikte für das Krebsgeschehen die Ursachen sind.

Treffen mit Mag. Rebasso:
Wir beschlossen, nun verstärkt auf eine Rückgabe des Sorgerechtes zu drängen. Seite 535

Treffen mit Dr. Martin Zimper:
Dieses Mal trafen wir uns bei ihm in seiner Wohnung. Für ein paar Stunden konzentrierten wir uns auf die Geschichte rund um die Ereignisse in Tulln.
Er schien, betreffend das Filmprojekt von „sat1“, in großer Sorge zu sein.

AKH:

Gesundheitsbericht über das Kind Olivia:

Die Behandlung des an einem Wilmstumor (Nephroblastom) erkrankten Mädchens Olivia verläuft planmäßig. Da der Allgemeinzustand des Kindes eine kurzfristige Beurlaubung ermöglichte, konnte Olivia sowohl über die Weihnachtsfeiertage, als auch ihren Geburtstag zu Silvester zu Hause im Kreise ihrer Familie verbringen. Sie hat das sehr genossen und konnte auch an normalen spielerischen Aktivitäten, einschließlich des Rodelns teilnehmen. Das Körpergewicht hat zu Hause etwas abgenommen, so dass wir nach der erneuten Aufnahme in der Klinik die Ernährung weiterhin mit Infusionen unterstützen. Viele Menschen aus unserem Lande und auch aus dem Ausland haben aufrichtig Anteil an Olivias Behandlung genommen, wie uns sowohl Telefonisch als auch schriftlich mitgeteilt wurde.
Wir wünschen Olivia für das Neue Jahr alles Gute und viel Kraft für die gewünschte Genesung und möchten auch unsere Glückwünsche zu ihrem 7. Geburtstag von allen Schwestern, Ärzten und dem gesamten Personal der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Wien übermitteln.

Univ. Prof. Dr. R. Urbanek

Das ungewöhnlich freundlich formulierte Schreiben konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die künstliche Ernährung ein wesentlicher Faktor für Olivias Überleben sein musste.
Auffällig war auch noch, dass immer nur davon geredet wurde, dass die „Behandlung“ planmäßig laufe, jedoch von planmäßiger Gesundung Olivias nie die Rede war. Logisch war dann auch, dass man behauptete, viele Menschen hätten an Olivias „Behandlung“ großen Anteil genommen, wogegen sie vermutlich eher an ihrem Schicksal Anteil nahmen.

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Donnerstag, 04.01.1996:

Den ganzen Tag über musste ich angefallene Post, Telefonate usw. aufarbeiten. Erika war wieder mit Olivia aus dem AKH gekommen. Olivia litt nun an Schluckbeschwerden und hatte einen offenen Rachen. Selbst das Sprechen fiel ihr schwer.

Telefonat mit Dr. Hamer:
Er und Friederike lagen zur Zeit wegen einer Grippe darnieder. Mein morgiger Flug nach Köln verschob sich somit um ein paar Tage. Eventuell konnte sogar Friederike nach Wien kommen.
Er erzählte mir von einem Telefonat mit dem Chefredakteur von „täglich alles“, Herrn F.. Dieser verriet ihm, dass an sämtliche Medien eine Direktive ergangen sei, Dr. Hamer „fertig“ zu machen. Es war erklärt worden, dass Olivia bis Weihnachten gesund sein würde. Jetzt wäre der schlechte Gesundheitszustand Olivias jedem Reporter peinlich, da er diesen als überaus gut darstellen sollte. Jeder wünsche sich nun, der Fall Olivia wäre niemals gewesen. Betreffend das Filmprojekt von „sat1“ vermutete Herr F., dass der Film ein Zusammenschnitt von Originalaufnahmen von uns und nachgestellten Filmsequenzen mittels Doubles sein würde.

Telefonat mit Frau O. aus Grünbach:
Vorsichtig versuchte ich auszuloten, wie weit sie Courage besitzen würde. Sie besaß leider wenig. Mein Plan war es, sie zu einer Zeugenaussage gegen Dr. Jürgenssen bewegen zu können, um darzustellen, dass sehr wohl andere Therapieformen als die der Schulmedizin möglich wären. Gleichzeitig hätte ich Dr. Jürgenssen eins auswischen können. Aber Frau O. wollte absolut nichts mehr damit zu tun haben. Ihrem Kind ginge es gut, und damit hatte es sich für sie. Leider kann sich mit solcher Einstellung von Eltern diese Medizindiktatur ihre Opfer weiter frei aussuchen.

Als ich Erika und Olivia wieder auf den Bahnhof brachte, versetzte mir auch Erika einen seelischen Schlag. Sie erklärte, gegen diese Übermacht nicht weiter kämpfen zu wollen, da sie keinerlei Chancen mehr sähe. Sie wünschte sich, dass sich kein von Dr. Hamer erfolgreich behandelter Patient für Dokumentationszwecke melden werde, damit diesem nicht auch ungeheure Probleme erwüchsen. Sie gab vor, sich aus öffentlichen Diskussionen zurückziehen zu wollen.

Wieder zu Hause blätterte ich in der Zeitschrift „raum&zeit“, die ich vor kurzem abonniert hatte. Herr Marian hatte mir eine Extraausgabe dieser Zeitschrift mit dem Titel „Freie Energie“ zukommen lassen. Darin fand sich ein Artikel über einen normalen VW-Motor, der mit Wasser als Treibstoff betrieben werden konnte. Das Prinzip dieser Verbrennung beruht auf Zerlegung des Wassers in Wasserstoff und Sauerstoff (Knallgas) mit Hilfe einer hohen Spannung bei sehr geringem Strom, kurz vor der Verbrennung. Weiters stand in diesem Beitrag, dass dem Erfinder (Amerikaner) vom Staat Personenschutz zugesagt worden war.
Dass man mit Knallgas einen Verbrennungsmotor betreiben kann, ist seit langem bekannt. Das Problem bisher war jedoch die nicht wirtschaftliche Zerlegung des Wassers. Dieser Erfinder schaffte es. Nebenbei widerspricht seine Errungenschaft der Wasserzerlegung den bisherigen physikalisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen. Überhaupt werde ich in letzter Zeit immer öfter mit Beispielen von Entdeckern der verschiedensten Gebiete konfrontiert, die die orthodoxe Wissenschaft schon vor Jahren widerlegt haben, deren Erkenntnisse aber konsequent unterdrückt bzw. vertuscht werden. Ein paar dieser Namen sind: Wilhelm Reich, Paracelsus, Viktor Schauberger, Nikola Tesla, Herr Granda...
Wären die Errungenschaften dieser Personen der heutigen Menschheit zur Verfügung, wir hätten viele unserer jetzigen Probleme nicht. Wer daran Interesse hat, die Menschen dumm, lenkbar und abhängig zu halten, erahnen wir immer mehr.

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Freitag, 05.01.1996:

Das Läuten des Telefons weckte mich. Eigenartigerweise war ich trotz anklingender Verkühlung erfrischt und sofort munter. Mir wurde bewusst, dass ich einen intensiven schönen Traum gehabt hatte, der mir aber gleich nach dem Telefonat wieder entfallen war.

Telefonat mit Frau Connery:
Sie spielte mir eine Aufnahme einer gestrigen Hörfunksendung vor, in der von einer Alternative zur Chemotherapie die Rede war. Manche Statements der Radiomoderatorin waren wirklich stark. So erklärte sie, die Chemo käme einer Reparatur eines Uhrwerkes mit einem Hammer gleich oder dem Öffnen einer Tür mit einem Sprengstoff. Das neue Mittel, das ebenfalls gespritzt werden musste, hätte keine Nebenwirkungen und könne die Krebszellen direkt angreifen. Ein Arzt aus dem Wiener AKH kam ausführlich zu Wort. Am erfolgreichsten sei das Mittel bei jenen Krebsarten, die am schnellsten wucherten. Als Beispiel wurde Brustkrebs genannt. Schön langsam wurde mir klar, dass es sich hierbei um jenes Mittel handeln musste, von dem bereits in einer Augustausgabe der Zeitschrift „geo“ die Rede war. Dieses Mittel wäre den Botenstoffen des Gehirns nachempfunden, die die einzelnen Zellen steuern können.

Ich wiederhole mich vielleicht, es ist mir aber überaus wichtig darauf aufmerksam zu machen, nach welchen Grundüberlegungen die orthodoxe Schulmedizin vorgeht. Sie hat erkannt, dass das Gehirn die Zelle steuert. Dies kann das Gehirn über sogenannte Botenstoffe. Diese konnten nachgebildet und dem Patienten verabreicht werden, wenn dieser nicht selbst die notwendigen Botenstoffe über sein Gehirn produzieren kann.
Nun, Dr. Hamer sagt seit jeher, dass das Gehirn das wichtigste Organ im Krebsgeschehen sei und man es daher nicht mit Morphium ausschalten dürfe. Die Korrelation zwischen Krebs und Gehirn hatte er bereits vor rund 15 Jahren erkannt. Die Schulmedizin spritzt also die künstlich erzeugten Botenstoffe, wenn diese vom Patienten nicht selbst produziert werden können. Wieder einmal ignoriert sie völlig die möglichen Fähigkeiten des menschlichen Gehirns, sich selbst wieder zu reparieren. Was aber sagt dem gegenüber die Neue Medizin? Sie sagt, wenn bis vor kurzem das Gehirn die richtigen, nunmehr aber die falschen Botenstoffe aussendet, dann muss der Mensch über seine Psyche den Großcomputer Gehirn wieder umprogrammieren. Wie? Natürlich über Konfliktlösung, also entweder durch reale Konfliktlösung oder durch intellektuelle Konfliktlösung. Ein Kind mit seinem noch nicht ausgeprägten Intellekt muss eine reale Konfliktlösung erfahren. Leidet es z.B. unter dem Verlust der Mutter, so muss die Mutter durch reale Anwesenheit bei dem Kind mithelfen, dessen Problem zu lösen.
Der Vorteil der Neuen Medizin liegt somit auf der Hand. Der Mensch bleibt sein persönlicher Chef, wie es Mutter Natur vorgesehen hatte und entgeht somit der schulmedizinischen Abhängigkeit. Die Schulmedizin übersieht es, den Patienten dazu anzuhalten, seinen Konflikt zu lösen und somit selbst wieder Herr über seine Krankheit zu werden Sie erzeugt Abhängigkeit.
Ich möchte damit nicht einen positiv gemeinten Ansatz der Schulmedizin von vornherein abtun, bei weitem nicht. Das sinnlose Chemomorden unschuldiger und nichtaufgeklärter Krebspatienten wäre damit sicher reduzierbar. Vielmehr geht es mir darum, aufzuzeigen, welche Logik die Schulmedizin leitet.
Einen Ausweg aus diesem teuflischen Kreis der Abhängigkeit, kann sicher nur jeder Patient (Mensch) für sich selbst finden. Dazu aber muss er an die nötigen Informationen gelangen, und zu diesen wird er wohl nur schwerlich über die Massenmedien kommen.
Welcher Pharmakonzern, der gerade Unsummen in die Reproduzierbarkeit der Botenstoffe gesteckt hat, wird einem bereitwillig erklären, dass man diese selbst und noch dazu auf natürlichem Weg über sein eigenes Gehirn produzieren kann? Welcher Arzt, der von diesen Pharmakonzernen die verschiedensten teuren Zuwendungen erhält, wie kostspielige Schulungen im Ausland usw., wird diesen Schwindel aufdecken wollen? Welche Ärztekammer, die ja die Kammer dieser Ärzte ist, wird sich selbst ins Fleisch schneiden? Welche Regierung, die mehrheitlich von Freimaurern besetzt ist, wird gegen die eigene Ideologie verstoßen?
All jene haben nur so lange die Macht über den Patienten (Menschen), solange dieser sie ihnen gibt. Der Patient wird sie ihnen solange geben, solange er keine Alternative kennt. Um diese Alternative muss er sich aber selbst kümmern.

Telefonat mit Dr. Hamer:
In der deutschen Tageszeitung „bild“ war ein Artikel über Olivia erschienen, in dem erklärt wurde, dass Olivia an Gewicht verloren hatte, nun wieder in der Klinik sei und an einem Nieren-Leberkrebs leide. Jetzt wollte er von mir wissen, ob denn nun in einer neuen Erklärung des AKH dieser Leberkrebs bereits zugegeben worden war. Davon wusste ich nichts.

Sogleich rief ich bei der Redaktion von „bild“ an, und es wurde mir erklärt, dass es sich hierbei um einen Fehler des Redakteurs handle. Es sei keine neue Nachricht seitens des AKH eingetroffen.
War das also ein „Freudscher Versprecher“?!

Telefonat mit Hildegard:
Im heutigen „kurier“ sei erklärt worden, dass Olivia an einem Wilmstumor und an einer Nierengeschwulst gelitten hätte.
War das auch noch Zufall oder jene konkrete Order an die Medien, das Gewünschte zu berichten? Wir vermuteten, dass nunmehr schön langsam die korrekte Version über die verschiedenen Krebse von Olivia unter die Bevölkerung gebracht werden sollte. Vielleicht könnte dies auch damit zusammenhängen, dass Dr. Hamer nun über das Wr. Neustädter Gericht ein Gegengutachten beantragt hatte, das auf alle Fälle sämtliche Krebsgeschehen von Olivia zum Vorschein bringen würde. Auch könnte es sein, dass nunmehr die Ärzte des AKH langsam Farbe bekennen müssten, da Olivias Gesundheitszustand statt besser immer kritischer wurde.

Meine Verkühlung war stärker geworden, und so musste Erika abermals mit Olivia ins AKH. Ich brachte sie nach Bad Fischau und wollte gleich meinen Reisepass, wie besprochen, am Gendarmerieposten abgeben. Dieser war aber nicht besetzt. Ich war gespannt, ob nun irgendwelche Probleme erwachsen sollten. Damit Olivia morgen über Nacht bei uns bleiben konnte, mussten wir ja beide unsere Reispässe abgeben, obwohl Olivia nur in dem von Erika eingetragen war.

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Samstag, 06.01.1996:

Telefonat mit Erika:
Eigentlich wollte sie schon zeitiger am Vormittag weggehen, es war ihr aber bekanntgegeben worden, dass Olivia erhöhte Entzündungswerte habe. So mussten sie noch weiter im Spital verbleiben.
Später rief sie nochmals an und erklärte frustriert, dass eine Ärztin lediglich Werte in eine Tabelle eintragen musste, Olivias Gesundheitszustand nicht wesentlich schlechter als gestern sei und sie nunmehr heimfahren durften.
Gott sei Dank! Ich hatte wirklich schon Schlimmeres befürchtet.

Gegen 13:00 Uhr konnte ich die beiden vom Bahnhof holen. Olivia war aber trotzdem sichtlich kränker. Sie war depressiv und hatte starke Schluckbeschwerden. Den ganzen Tag über hatte sie keinen Bissen oder auch nur einen Schluck Tee zu sich genommen. Gegen die Hals- und Rachenschmerzen gurgelte sie mit in Wasser gelöstem Schüsslersalz. Es schien kein Spiel, keine Beschäftigung für sie zu geben, die sie von ihren Schmerzen längere Zeit abzulenken vermochten. So schlimm war es ihr mit den durch die Chemo ruinierten Schleimhäuten noch nie ergangen.

Unser Kind wurde vor unseren Augen kontinuierlich vergiftet. Diese Therapie mag zwar „ethisch vertretbar“ sein, menschlich gesehen konnte man sie nicht vertreten. In solchen Momenten empfand ich gegen diese verständnislosen Handlanger der perverskranken Chemodiktatur nur Hass. Wann mag wohl die Vernunft der Patienten die Größe erreicht haben, um sich erfolgreich gegen diese Scharlatane zur Wehr zu setzen?

Vor Monaten erzählte mir meine Tante von einem Gespräch mit einem Geistlichen, der vermehrt mit Eltern zu tun hatte, deren Kinder im St. Anna-Kinderspital behandelt wurden. Seiner Meinung nach war das Hauptproblem der geringen Erfolge in der orthodoxen Krebstherapie von Kindern das, dass sie von ihren eigenen Eltern aufgegeben wurden.
Diese Perspektive wurde mir bewusst, als Erika über ihre momentane Belastung klagte. Sie war nunmehr in der 17-ten Woche schwanger. Durch die momentane Krise von Olivia, war es ihr kaum mehr möglich, eine Nacht durchzuschlafen. Olivia selbst war gegenüber Erika viel ungehaltener als mir gegenüber. Ich selbst war in den vergangenen Tagen aber stark verkühlt und hatte überdies viele Besorgungen betreffend Arbeitsamt, Gericht, Rechtsanwalt usw. zu machen. Wir mussten achtsam sein, uns nicht aufreiben zu lassen.

Eine „Therapie“, die ein Kind derart vergiftet und belastet, dass das Leid des Kindes für Eltern unerträglich wird! Ein Teufelskreis, der sich aufschaukelt!

Olivia durfte diese Nacht bei uns in Maiersdorf verbringen. Wenn sich ihr Gesundheitszustand nicht verbessern sollte, wäre dies sicherlich vorerst die letzte Nacht.

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