Sonntag, 20.8.1995:

Telefonat mit Dr. Langer:
Dr. Langer erklärte, beschattet zu werden und dies bereits der Polizei gemeldet zu haben. Ein anonymer Anrufer drohte ihm, behandle er weiter „Tschuschen“, werde seine Ordination kurz und klein geschlagen. Mit „Tschuschen“ wurde vermutlich der kleine Dan Stefan gemeint, den er nun bereits seit längerem behandelte. Am Tag zuvor gab Dr. Langer ein live-Interview im „orf“ betreffend dieses Jungen und der laufenden Therapie. Doktor Langer spritzte ihm das nicht offiziell anerkannte Krebsmittel „Ukrain“.
Galt der Terror gegenüber diesem Arzt wirklich nur seiner Ausländerfreundlichkeit oder seiner Werbung für „Ukrain“? Wer waren diese Leute, die ihm drohten?
Eine zynische Frage: Kann denn jemand etwas gegen ein erfolgreiches Krebsmittel einzuwenden haben?
Damals war mir dies noch nicht klar.
Heute bin ich mir 100% sicher, dass es sehr wohl Interessengruppen gibt, die eine erfolgreiche Krebstherapie verhindern wollen.
Geld allein aber ist nicht deren Überlegung.

Erikas Tagebuchnotizen:
Wir haben die Nacht gut verbracht. Olivia strahlt über das ganze Gesicht, als sie sagt: „Tante Veronika bringt mir eine Schultüte!“ Zwischen 14:30 und 17:00 Uhr musste sie schlafen, dann lasen wir Geschichten und legten uns wieder gegen 20:00 Uhr zur Nachtruhe.

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Montag, 21.8.1995:

Gespräch mit Herrn Hofrat Marady:
Teilnehmer: Herr Hofrat Marady, Herr Gruber, Mag. Rebasso, Erika und ich.
Meine Aussage, ich würde alles kurz und klein schlagen, wurde Herrn Marady von Tulln aus zugetragen. Es war klar, dass dies nur von Dr. Heinz Zimper erfolgt sein konnte. Herr Hofrat Marady verlangte von mir Freundlichkeit gegenüber den Ärzten, Abstandnehmen von den Medien und Wiederaufnahme einer geregelten Arbeit. Er fügte noch hinzu, er wüsste, wovon er spräche.
Herr Gruber erklärte, wenn Frau Dr. Slavc wolle, dass ich bei Olivia sei, so würde das für ihn auf alle Fälle zählen.
Herr Hofrat Marady hielt den Wunsch, Dr. Langer als Vertrauensarzt einzubringen, für einen Misstrauensantrag gegenüber der Ärzteschaft des AKH. Auch würde ich in den Arztgesprächen immer wieder Streit vom Zaun brechen und Notizen anfertigen, welche ebenfalls nicht gerade vertrauensbildend wären. Er behauptete weiters, dass ich im letzten Telefonat mit ihm den Wunsch geäußert habe, so schnell wie möglich das Sorgerecht wieder haben zu wollen, damit ich Olivia nach der Neuen Medizin weiter behandeln könne. Dies hatte ich nie erwähnt und zeigte ihm meine Gesprächsnotizen.
Es war wirklich eine Frechheit. Einerseits wurde von mir verlangt, diesen Arztgesprächen beizuwohnen, damit ich zu Olivia durfte, andererseits wurde ich nun hingestellt, als würde ich die armen Ärzte mit Streitgesprächen quälen und unnötig aufhalten. Und war es nicht mein Recht, Gesprächsnotizen anzufertigen? Mit diesen hatte ich nun auch Herrn Hofrat Maradys Behauptung widerlegen können.
Den Gipfel erreichte Herr Hofrat Marady aber damit, dass er eine Viertelstunde nur über Olivias Geschenke referierte, die diese von vielen Seiten erhalten hatte. Er besaß die Unverfrorenheit, Erika die Freiheit zu überlassen, die eingetroffenen Geschenke wirklich Olivia zu geben oder sie an der Station weiterzuverteilen. Es waren Herrn Hofrat Maradys Ausführungen wirklich jedem Anwesenden peinlich.

Erikas Tagebuchnotizen:
Um 11:30 Uhr war ich wieder bei Olivia, dann Lungenröntgen, Ultraschall und eine Chemo. Soweit ging es Olivia ganz gut, allerdings war sie ein bisschen müde. Abends führte ich ein Gespräch mit Frau Dr. Slavc über unsere jetzige Situation, den ständig anwesenden Sicherheitsbeamten usw.

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Dienstag, 22.8.1995:

Sehr interessante Informationen wurden mir zugetragen:
Herr Bartenstein, Umweltminister und Präsident der österreichischen Kinderkrebshilfe war bis Anfang April 1995 Geschäftsführer bzw. Besitzer dreier Pharmafirmen. Eine davon, die Lannacher Heilmittel GesmbH mit Sitz im steirischen Lannach, erzeugte unter anderem ein spezielles Chemopräparat für Wilmstumor, das Olivia anfänglich verabreichte Doxorubicin. Herr Bartenstein hatte in einem Interview 1992 der Jungen ÖVP auf die Kurzfrage „Pharmaindustrie?“ geantwortet: „Wichtiger Industriezweig, der für mein Einkommen sorgt.“
Hier hatte man den Wolf zum Schäfer gekürt: Als Vater von Olivia fordere ich hiermit Herrn Bartenstein auf, seine Funktion als Präsident der österreichischen Kinderkrebshilfe zurückzulegen, da er offensichtlich ein zu großes, rein finanzielles Interesse am onkologischen „status quo“ hat.

„orf“-„Report“:
Diese Sendung war eine einzige Frechheit, und deutlich konnte ich wieder einmal erkennen, mit welcher Skrupellosigkeit man hier vorging: Kari Nowak, der sich mit einer Interessenvereinigung für die Patientenkammer, mehr Eigenverantwortung für Patienten und freie Therapiewahl stark machte, stempelte man kurzerhand zum Neonazi, ebenso Frau Dr. Rostovsky. Ein wirklich abenteuerliches und skrupelloses Konstrukt!
(Herrn Nowak gelang es, gerichtlich eine Gegendarstellung zu erwirken)

Vor Tagen hatte ein „orf“-Reporter mit mir Kontakt aufgenommen, mit der Bitte, für ein Interview zur Verfügung zu stehen. Er selbst gab als persönliche Referenz an, einen kritischen Beitrag über das krebskranke Kind Stefan Dan verfasst zu haben, das zur Zeit von Dr. Langer behandelt wurde. Vorerst hatte ich einem Interview bei Herrn Nowak zugesagt, nahm dann aber später intuitiv wieder davon Abstand.
Die nun ausgestrahlte Sendung war ein eindeutiger Versuch, Herrn Nowak primär als Rechtsradikalen und sekundär als Handlanger Dr. Hamers hinzustellen.

In welcher Gesellschaftsform leben wir eigentlich? Wieso wird versucht, Kritiker derart massiv mit falschen, öffentlich behaupteten Unterstellungen zu diffamieren? Vor allem aber, welche Struktur muss ein System besitzen, die gerade das „Rechtsradikale Eck“ bevorzugt als generelle Schublade für Kritiker verwendet? Was hat Rechtsradikalismus mit der Gründung einer Patientenkammer zu tun oder mit seinem Buch, in welchem alternative Krebsheiler zu Wort kommen? Ich finde diese Vorgehensweise sehr bedenklich. Es ist bekannt, dass in allen sogenannten Ethikkommissionen, auf deren Bestimmungen sich Schulmediziner und deren Sympathisanten so gerne berufen, keine einzige Patientenvertretung sitzt.

Jeder darf sagen, was für den Patienten gut ist, nur der Patient selbst nicht!

Zum Glück hatte ich dem „orf“ abgesagt. Uns Eltern versuchte man bisher in die Schublade der „Sektenangehörigen“ und in die der „Guru-Anhänger“ zu drängen. Gelang das nun nicht mehr? Versuchte man es nun mit einer „Alternative“?

Wie formulierte treffend Frau Dr. Gudrun Gröbelbauer in der Hörfunksendung Ö2 vom 30.7.95?
Diese Terminologie ist entlarvend. Sie entlarvt diejenigen, die sie verwenden!

Erikas Tagebuchnotizen:
Gleich um 8:00 Uhr bekommt Olivia ein Zäpfchen gegen Fieber, das während der Nacht aufgetreten war. Ebenfalls gegen 12:00 Uhr. Um 16:00 Uhr war ihre Temperatur auf 40,3° gestiegen und es wurde ihr ein Mittel gespritzt.
Vormittags war Prof. Dr. Urbanek bei uns, und wir sprachen über eine dringende und baldigste Normalisierung der Umstände. Er forderte ein Gespräch mit Prof. Friedrich. Gegen 11:00 Uhr findet nochmals ein Gespräch zwischen ihm, Frau Dr. Slavc und Dr. Emminger statt. Kern des Gespräches war wiederum eine baldige Normalisierung der Situation. Der Sicherheitsbeamte könnte nur aufgrund einer Empfehlung des Prof. Friedrichs abgezogen werden. Helmut könnte zwei Stunden pro Tag auf Besuch kommen, währenddessen der Sicherheitsbeamte aber draußen bleiben könne.

Bezirkshauptmannschaft:
In einem Schreiben fasste unser Rechtsanwalt nochmals unsere Zielsetzung des gestrigen Gespräches zusammen.
Es solle mir nach Maßgabe der üblichen Besuchsregelung ein Besuchsrecht eingeräumt werden, welches jedem Elternteil in vergleichbarer Situation gewährt werde. Ich erhöbe keinen Anspruch auf Sonderregelung, es solle lediglich die gehandhabte, benachteiligende Regelung rückgängig gemacht werden. Meine Diskriminierung sei nicht begründbar und auch die Frage über die Bestellung des Psychiaters Prof. Friedrich nicht restlos geklärt.

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Mittwoch, 23.8.1995:

Erikas Tagebuchnotizen:
9:00 Uhr Lungenröntgen und Ultraschall. Olivia fieberte noch ein bisschen. Tumor war wieder kleiner geworden. Hanni machte die erste energetische Körperarbeit mit Olivia. Visite von Prof. Dr. Urbanek, Dr. Gadner und Dr. Emminger. Sie betrachteten Olivias Bauch. Olivia bekam wieder 40,3° Fieber. Eine Tablette wurde ihr verabreicht.

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Donnerstag, 24.8.1995:

Meine Sorgen betreffend der geplanten Live-Sendung in Bremen, ließen mich nicht los. Die Gefahr als Psychopath hingestellt zu werden, war mir zu groß, und deshalb versuchte ich, auch Dr. Hamer mit einem Schreiben umzustimmen.

Schreiben an Dr. Hamer:

Lieber Geerd!
Heute vor einem Monat stiegen wir in den Flieger nach Wien. Welche Erwartungen hatten wir damals! Wir trauten den Zusagen. Aber wir schlossen einen Pakt mit dem Teufel, und der treibt sein Spiel. Die Frage ist, wie lange noch?

Erika und ich verehren Dich als den Entdecker der 5 Naturgesetzmäßigkeiten und Begründer der Neuen Medizin. Wir sind stolz, Deine Freunde sein zu dürfen.
Viele werfen mir vor, Dir, lieber Geerd, hörig zu sein, mich zu sehr von Dir beeinflussen zu lassen. Aber ich höre gerne auf solche Größen, wie Du eine bist. Nur, aufgepasst! Du bist Arzt und auf dem Gebiet der Medizin zu Hause. Du könntest, wenn du gewollt hättest, bereits Millionär sein. Da Du keiner bist, liebe ich Dich umso mehr. Du könntest, wenn Du gewollt hättest, eine Organisation aufbauen, welche jetzt in diesen Tagen zum Gegenschlag ausholen könnte. Unterschätze nicht die Macht der Medien. Sie bereiten den Boden vor für die, die Dich vernichten wollen. Schreit das Volk nach Deinem Tod, dann hat jedes Gericht leichtes Spiel. Eine per Gericht erzwungene Gegendarstellung in den Medien würde für alle Deine Feinde ein Rückschlag und für alle Deine Freunde einen Lichtblick bedeuten. Du lässt Dich besudeln. Das darfst Du nicht! Du sagst, das macht Dir nichts mehr aus, Du hast Dich daran gewöhnt. Schön für Dich! Aber Du setzt darauf, dass das Volk wahr von unwahr unterscheiden kann. Wie soll es, wenn es nicht informiert wird? Folgendes passierte mir:
Der „orf“ wollte ein Interview von mir und Herrn Nowak (Patientenkammer). Eine Stunde vorher habe ich abgesagt. „orf“ strahlte im „Report“ darüber diesen rechtsradikalen Schmutz aus. Herr Nowak klagt.
„ard –Fliege“, wollte mich angeblich für eine Sendung mit dem Titel „Warum verstecken Sie einen Menschen vor dem Staat?“ In der Vorankündigung lautete der Titel aber „Autismus“.
Wir beide schreien nach einer Live-Sendung, denn nur live, so glauben wir, sind wir unschlagbar Gut, wir haben sie. Oder vielleicht besser, sie, die Schw... , geben sie uns.
Stell Dir doch bitte vor, was es bedeuten müsste, Dir Recht zu geben. Das wollen sie vermeiden. Sie unternehmen alles, um dies zu verhindern. Und sie werden Dich mit dem umbringen wollen, wonach Du am meisten schreist. Und das live!
Wozu? Warum so knapp vor Deinem Ziel, solch ein Risiko eingehen? Geerd, ich habe wirklich oft auf Dich gehört. Nicht immer zu meinem Vorteil. Als Freund und als Vater bitte ich Dich, nun ein einziges Mal auf mich zu hören.
Die dürfen mein Kind nicht offiziell zu Recht so quälen. Du darfst nicht verlieren! Sei besonnen und ziehe Dich zurück. Lasse Deine Rechtsanwälte vor. Es reicht. Wir haben eine Lawine losgetreten. Nimm Du Abstand von jedem weiteren Auftritt in der Öffentlichkeit. Organisiere Deine Überprüfung. Es ist vielleicht Deine letzte große Aufgabe. Was zählen da die paar Auftritte? Für ständige Diskussion sorgen schon längst andere. Die Lunte brennt. Sorge Du für eine Explosion. Halte Dich bis dahin im Hintergrund. Biete jetzt keinen Angriffspunkt. Sie suchen ihn intensiver als je zuvor. Tappe nicht in jede Falle.
Was wollen die mit einem Präsidenten der Ärztekammer am Freitag (bei der Live- Sendung)? Doch nur klären, ob Du und ich straffällig oder beide verrückt sind.
„Es handelt sich hierbei um eine wissenschaftliche Diskussion, die nicht von einem Gericht entschieden werden kann.“ ... aber auch nicht live vor der Kamera!
Geerd, ich sage ab. Zum dritten Male lasse ich die Schw... aufmarschieren und serviere sie kurzerhand ab. So, wie sie es mit mir getrieben haben. Ich gab immer Interviews entsprechend meiner Überzeugung. Und diese wurden nie ausgestrahlt. Ich pfeif auf diese Hu....
Noch ist deine Neue Medizin nicht überprüft. Brauchst Du die Medien bis dahin? Noch eins wollte ich Dir sagen:
Ich glaube, Du bist gläubig, bzw. hiermit erkläre ich mich Dir gegenüber als gläubiger Mensch. Und eines bin ich mir sicher. Ein sehr großer Prüfstein für eine jede Seele ist das Verzeihen-Können.
Das, was man Dir angetan hat, hat man auch mir angetan (auch Dr. Hamer wurde von seinem todkranken Kind zwangsentfernt). Aber wir dürfen nicht in blinder Wut um uns schlagen. Jetzt schon gar nicht mehr. Jetzt ist List vonnöten. Aber irgendwann einmal müssen wir ihnen verzeihen können.
Es grüßt Dich Helmut

PS:
Solltest Du trotzdem diese Live-Sendung wahrnehmen wollen, bitte ich dafür zu sorgen, dass der Präsident der Ärztekammer das folgende Schreiben vor der Sendung von Dir erhält und dieses vom Moderator dann auch wirklich während der Sendung vorgelesen wird.
Olivia hat Fieber und die Ärzte wissen nicht warum (sollen Hamer fragen). Eventuell deswegen wird die Chemo reduziert. Bisher erhielt Olivia jeden Montag eine Fuhre. Die nächste also kommenden Montag. Olivia scheint sonst aber recht munter.

Das, für die Live-Sendung vorgesehene Schreiben hatte folgenden Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Moderator!
Zuerst danke ich Ihnen herzlich für die Möglichkeit in Ihrer Sendung öffentlich darlegen zu können, wieso ich als Vater von Olivia kein Vertrauen zu der von der Schulmedizin vorgeschlagenen Chemotherapie aufbauen konnte. Leider kann ich nicht persönlich erscheinen, weil am 22.8.95 das österreichische Fernsehen in einer mir sehr unseriös scheinenden Weise Menschen, die ernsthaft nach neuen Wegen in der Krebsbehandlung suchen und überwiegend die Erkenntnisse von Dr. Hamer schätzen, in rücksichtsloser Weise öffentlich herabgesetzt und lächerlich gemacht hat. Obwohl ich hoffe, dass bei Ihnen Fairness herrscht, hat mir mein Rechtsanwalt mit Rücksicht auf die schwierige Lage, in die wir durch die Umstände geraten sind, nahegelegt, in den Medien bis auf weiteres keine Äußerungen abzugeben.
Es war mir seit langer Zeit bekannt, dass die Chemotherapie auch in der Schulmedizin eine umstrittene Methode der Krebsbehandlung ist. Hingegen war mir auch bekannt, dass sowohl alternative Heilungsmethoden, aber auch die hinlänglich publizierten Erkenntnisse des Mediziners Dr. Ryke Geerd Hamer immer wieder auf eindrucksvolle Erfolge in der Krebsbehandlung hinweisen können. Ich habe mich überzeugen können, dass praktizierende Schulmediziner, darunter der bekannte Univ. Prof. DDr. Jörg Birkmayer und der Amtsarzt der Stadt Tulln, Dr. BaumI, viele Fälle untersucht und die Erkenntnisse Dr. Hamers bestätigt gefunden haben. Ich habe mich der Mühe unterzogen, Patienten, die nach der Methode Dr. Hamers behandelt wurden, zu befragen und mir haben diese überzeugend den Vorgang der Heilung geschildert. Es gibt Fälle, die von der Schulmedizin aufgegeben waren und geheilt wurden, aber auch solche, denen die Schulmedizin dringende Operation und Chemotherapie riet, diese Behandlung aber nicht angenommen wurde. Nach der Behandlung mit der Methode Dr. Hamers waren die Patienten ohne schulmedizinischer Hilfe geheilt. Vielen blieben dadurch die großen Nebenwirkungen der Chemotherapie erspart, und sie dürfen sich einer größeren Lebenserwartung erfreuen. All diese Informationen finde ich heute, wo ich mich mit zahlreichen Dokumentationen, die für die Methode Dr. Hamers sprechen, beschäftigt habe, bestätigt. Weiters sind mir viele Publikationen bekannt, die das fast gänzliche Scheitern der schulmedizinischen Krebstherapie darstellen.

Der Leidensweg, den wir Eltern mit unserem Kind Olivia durchlitten haben und der noch nicht zu Ende ist, hat unsere Zweifel in das herrschende Gesundheitssystem nur noch verstärkt. Es sind uns Rohheitsakte in einem Wiener Kinderspital bekannt geworden, die ich nicht wiedergeben möchte, und ich könnte schildern, mit welch unsensiblen Methoden wir Eltern vom Großteil der Ärzteschaft behandelt worden sind. Jedenfalls können wir nach wie vor dem herrschenden Gesundheitssystem unmöglich Vertrauen entgegenbringen. Wir wissen mittlerweile wie hoch die Profite sind, die Ärzte und Pharmaindustrie aus der Behandlung eines krebskranken Patienten ziehen. Wir wissen aber auch, dass Ärzte, die nach der Methode Dr. Hamers behandeln, woran die Pharmaindustrie bedeutend weniger verdient, kaum Kassenstellen bekommen und in der Regel zumindest nicht vermögend sind. Wohl aber sind sie ständig vom Berufsverbot bedroht.

Nicht gerade vertrauensbildend ist, dass mir Fälle bekannt geworden sind, dass Ärzten, die die Erkenntnisse Dr. Hamers überprüft und für richtig befunden haben, Gewaltakte widerfahren sind, Drohungen sind sowieso an der Tagesordnung.
Die Sendung „report“ vom 22.8.95 vom „orf“, in der nicht nur Dr. Hamer besudelt wurde, zeigte deutlich, dass dem herrschenden Gesundheitswesen Sachargumente fehlen und daher eine Schmutzkübelkampagne herangezogen wird, um neue Erkenntnisse in der Medizin zu unterdrücken. Es mag sich jeder Zuseher ein Bild machen, ob ich mit diesen Informationen der schulmedizinischen Krebstherapie mit Chemoeinsatz vertrauen kann.

Ich wünsche den Herren Diskutanten einen fairen Gegner, und sie mögen frei von eigener Profilierungssucht, ein Fachgespräch zum Wohle der Leidenden zu führen in der Lage sein, was wohl auch von der Qualität des Herrn Moderators abhängen wird.
mfG...

Nachdem ich dieses Schreiben an die Fernsehgesellschaft „Radio Bremen“ gefaxt hatte, teilten sie mir von der Redaktion sofort mit, dass ohne mein Kommen die Sendung abgesagt werde.

Telefonat mit Dr. Hamer:
Er bat mich, nochmals meine Entscheidung zu überdenken, denn er wünsche sich diese Gelegenheit sehr, live zu diesem Thema Stellung nehmen zu können. Diese Sendung würden zigtausende Zuschauer sehen, und vielleicht würden diese dann zu denken beginnen.
Ich ließ alle meine Vorbehalte sausen. Es stimmte. Egal wie viele wirklich durch diese Sendung nachdenklich werden sollten, einige wären es sicher. Ich war davon überzeugt, dass in einer Live-Sendung der Zuseher immer die Möglichkeit hat, durch die Glaubwürdigkeit der einzelnen Akteure für sich selbst die Wahrheit finden zu können.

Mit „Radio Bremen“ vereinbarte ich wiederum mein Kommen und die notwendigen Punkte, wie Flug und Hotel wurden abgeklärt.

Medien

salzburger volksszeitung - ANZEIGE GEGEN SPANISCHEN ARZT, DER NACH HAMER-METHODE BEHANDELTE

 

Dieser Schuss gegen Ärzte der Neuen Medizin in Spanien sollte noch nach hinten losgehen.

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Freitag, 25.8.1995:

Der Flug war mit einmaligem Umsteigen in Frankfurt trotzdem angenehm. Vom Flughafen wurde ich mit einer schwarzen Limousine abgeholt und zum Hotel gebracht. Das Zimmer war nobel, man zeigte sich spendabel. Dort traf ich dann auch Dr. Hamer, der bereits in freudiger Erregung und voll Zuversicht war. Anschließend fuhren wir zum Sender.

Die Sendung selbst war in zwei großen Blöcken geplant. Im ersten Block waren mehrere Gäste, wie ein Chef der Shell-Ölgesellschaft, ein ehemaliger DDR-Politiker, eine Filmschauspielerin und der Ärztekammerpräsident aus Berlin, Herr Huber, vorgesehen, die über ihre persönlichen Geschichten erzählen sollten. Der zweite Block war der Geschichte Olivias gewidmet. Vor der Sendung saßen wir alle an einem Tisch in einem Besprechungszimmer und konnten uns unterhalten.
Ich lernte eine Dame kennen, die von der Schulmedizin wegen ihres Krebses aufgegeben worden war, bei Dr. Hackethai Hilfe gesucht hatte, diese aber schließlich erst bei Dr. Hamers Neuer Medizin finden konnte. Sie wusste mir viele erstaunliche Dinge zu berichten. Die Hauptsache war aber, dass sie bei der Sendung im Publikum Platz finden sollte. Sie war von ihrem Mann und einem mir bekannten Verfechter der Neuen Medizin und Bekämpfer der Aids-Lüge begleitet.
Die Sendung begann, und vorerst mussten wir an separaten Tischen vor der Diskussionsrunde Platz nehmen. Nach der Pause waren wir an der Reihe, der Ärztekammerpräsident, Herr Huber, blieb auf seinem Platz.
Je länger die Sendung lief, desto deutlicher konnte man die Machenschaften der Medien im Zusammenspiel mit den orthodoxen Schulmedizinern erkennen. Dass ein Leiter einer onkologischen Station an der Diskussion teilnehmen und dass mehrere, angeblich nun gesunde Chemopatienten zu Wort kommen sollten, war nicht ausgemacht worden, allerdings waren wir darauf gefasst gewesen. Der Onkologe wurde während der Diskussion aus dem Publikum zu uns an den Tisch gebeten!
Die Sendung mag wohl in die Nähe der vor Jahren ausgestrahlten skandalösen „Club 2“-Sendung des „orf“ mit Nina Hagen gekommen sein. Als die Diskussionsteilnehmer Dr. Hamer unflätig beschimpften, stand ich auf und verließ die Runde.

Erwähnenswert ist noch das anschließende Gespräch mit Herrn Huber, der gedankenverloren antwortete, als ich ihn fragte, warum nicht schon längst die Neue Medizin verifiziert worden sei:
„Wir können ihn nicht überprüfen.“

Plötzlich begriff ich wieder die Macht, mit welcher wir es hier zu tun hatten.
Bevor noch Dr. Hamer nach Köln zurückfuhr, versuchte ich ihn noch zu einer künftig wieder vorsichtigeren Haltung zu überreden. Meiner Meinung nach wäre es wichtiger gewesen, seine Erkenntnisse weiter zu publizieren, weiter zu forschen und weiter interessierte Ärzte auszubilden, als sich einer Medienschlammschlacht auszusetzen. Auch Dr. Hamer war nachdenklich geworden.

Strafverfahren:
Zeugenvernehmung des Bezirkshauptmannstellvertreters Dr. Heinz Zimper:
Dr. Zimper gab an, dass nach dem Beschluss des Bezirksgerichtes das Jugendamt versucht hatte, uns aufzusuchen. Da wir nicht in Maiersdorf waren, erstattete er Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Über die Medien, letztendlich von Herrn Pflughaupt, kam der entscheidende Hinweis, dass wir uns in Malaga aufhalten würden. Über den Generalhonorarkonsul Walter Esten versuchte man dann Kontakt zu uns herzustellen. Als unsere genaue Anschrift bekannt war, hatte sich die österreichische Flugambulanz eingeschaltet. Diese habe gemeinsam mit dem „orf“ (Redakteur Fischer) vereinbart, Olivia nach Österreich zurückzuholen!
Dr. Zimper musste darauf bestehen, dass dies die Zustimmung der BH erfordere und nur erteilt werde, wenn Olivia wie vorgeschrieben, medizinisch behandelt werden würde. Prinzipiell hätte die BH keinen Einwand gegen eine Behandlung in Malaga gehabt.
Er erwähnte eine fatale Mutter-Kind-Beziehung, welche eine Wegnahme Olivias von ihrer Mutter nicht zuließe. Dies wäre die Meinung von Frau Dr. Marcovich, Dr. Witt (der mit dem roten Kopf), und dies käme auch im psychologischen Gutachten des Dr. Neumeier zum Ausdruck.
In einem Gespräch im St. Anna-Kinderspital hatten Frau Dr. Rostovsky und Dr. Bauml einhellig zu verstehen gegeben, dass die Vorgehensweise im Sinne des Dr. Hamer unterbrochen werden und mit einer Chemotherapie begonnen werden müsse. Betreffend der beabsichtigten Bluttransfusionen in Tulln zitierte mich Dr. Heinz Zimper mit: „Ich werde das herausreißen“ Weiters vermutete er, dass ich mit der Glaubensgemeinschaft Fiat-Lux noch immer in Verbindung stünde.
Die Empfehlung zur Zwangstherapie war vom Pflegschaftsgericht (Richter Masizek) gekommen und dafür wurde das AKH ausgewählt.
Dr. Zimper behauptete weiters, Erika hätte Olivia in Tulln verlassen und wäre nicht mit nach Wien gefahren.

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Samstag, 26.8.1995:

Erikas Tagebuchnotizen:
Meine Eltern und mein Bruder mit seiner Familie waren zu Besuch, mussten allerdings draußen auf dem Gang bleiben.
Olivia hat immer wieder hohes Fieber, auch während der Nacht.

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Sonntag, 27.8.1995:

Erikas Tagebuchnotizen:
Zwischen 13:00 und 17:30 Uhr war Olivia von den Infusionen abgehängt worden und es war ihr recht gut gegangen Nach dem erneuten Anhängen bekam sie 40,0° Fieber, Erbrechen, Durchfall und Bauchweh.

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Montag, 28.8.1995:

Wegen des bevorstehenden Halskathederwechsels wurde Erika eine Einverständniserklärung zur Unterzeichnung vorgelegt. Sie hätte sich schriftlich mit dem bevorstehenden chirurgischen Eingriff einverstanden erklären sollen! Das war ein starkes Stück! Uns hatte man das Sorgerecht genommen. Für eine Übernahme der Verantwortung bei einem derartig gefährlichen Eingriff waren wir aber noch allemal berechtigt genug?
Vor ein paar Tagen wurde bei einem ähnlichen Eingriff an einem Kind die Lunge angestochen. Jetzt lag das Kind auf der Intensivstation.
Natürlich hatte dies Erika nicht unterschrieben. Sollten sie doch zu Herrn Hofrat Marady gehen!

Erikas Tagebuchnotizen:
Am Morgen bekommt Olivia den Halskatheder heraus. Das Fieber war auf 37,0° gesunken Es geht ihr wieder besser.
Gegen 14:00 Uhr wurde sie in den OP gebracht und ein neuer Katheder wurde ihr gesetzt. Gegen 15:00 Uhr wachte sie wieder auf, fühlte sich aber gut.
Nachdem sie an die Infusionen angeschlossen wurde, erbrach sie und hatte Durchfall. Nach der Verabreichung der Medikamente erbrach sie erneut.

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Dienstag, 29.8.1995:

Erikas Tagebuchnotizen:
Am Morgen war Olivia noch recht müde Sie war schlecht gelaunt, und nichts vermochte sie aufzuheitern Am Nachmittag kam Veronika, und ich konnte ein paar Erledigungen betreffend meiner Schule in Mödling machen.

Medien

news - SCHONFRIST FÜR DEN ‚HEILER‘
presse - OLIVIA WIRD BALD OPERIERT

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Mittwoch, 30.8.1995:

Erikas Tagebuchnotizen:
Olivia ging es besser. Lungenröntgen und Ultraschall. Der Tumor soll angeblich wieder kleiner geworden sein. Für eine Stunde darf Olivia auf dem Gang sitzen. Mittags konnten wir einen kleinen Spaziergang auf der Station unternehmen.
Sie bekam eine Chemo (Onkovin) und begann zu fiebern und zu erbrechen.

Medien

nön - HAMER-FAN AUS MÖDLING MACHT MOBIL: ‚ORF‘-KLAGE!

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Donnerstag, 31.8.1995:

Erikas Tagebuchnotizen:
Olivia wollte am liebsten nach Hause. Sie klagt über Langeweile und wirkt erschöpft. Während der Nacht hatte sie starken Durchfall Die nächste Chemo wurde ihr gegeben.
Nachmittags hatte sie hohes Fieber und Schüttelfrost, wahrscheinlich wegen des Chemomittels Actinomycin-D. Ihre Entzündungswerte lagen bei 2,9.

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Freitag, 1.9.1995:

Erikas Tagebuchnotizen:
Olivia ging es wieder ganz gut. Ihr Fieber war gesunken. Chemorunde Nummer 3. Lungenröntgen und Herzultraschall Entzündungswerte lagen bei 2,1.

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Samstag, 2.9.1995:

Erikas Tagebuchnotizen:
Entzündungswerte waren weiter auf 1,7 gefallen Auch hatte sie wieder Appetit.

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Sonntag, 3.9.1995:

Erikas Tagebuchnotizen:
Veronika löste mich ab, und ich konnte mit Helmut nach Hause fahren.

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Montag, 4.9.1995:

Erikas Tagebuchnotizen:
Erster Schultag für Alexander in der zweiten Klasse. Mit der Lehrerschaft besprach ich das weitere Vorgehen in Bezug auf Olivias Unterricht.
Die heutige Ultraschalluntersuchung ergab, dass der Tumor nur mehr einen halben Liter Volumen ausmaß.

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Dienstag, 5.9.1995:

Erikas Tagebuchnotizen:
Olivia geht es sehr gut, und wir scherzen und lachen viel. Auch beginnt sie wieder ein bisschen zu malen.

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Mittwoch. 6.9.1995:

Erikas Tagebuchnotizen:
Olivia ging es nach wie vor sehr gut. Vormittags kam für eine halbe Stunde eine Lehrerin der Station. Chemo (Onkovin und Actinomycin-D). Während der Nacht musste sie erbrechen.

Medien

ganze woche - OLIVIA UND DIE FOLGEN

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Donnerstag, 7.9.1995:

Erikas Tagebuchnotizen:
Helmut flog heute nach Köln. Olivia klagt über starke Bauchschmerzen und möchte unbedingt nach Hause. Sie ist sehr traurig. Kurz konnte sie die Schule besuchen. Während der Nacht musste sie oft erbrechen.

Köln:
Im WDR-Gebäude wurde Dr. Hamer und mir ein Studio vorbereitet, und wir wurden in einer belgischen Sendung live dazugeschaltet.

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Freitag, 8.9.1995:

Erikas Tagebuchnotizen:
Es ging ihr wieder besser und sie wollte zur Schule gehen. Lungenröntgen.

Medien

kurier - OLIVIA: TUMOR STARK GESCHRUMPFT
salzburger volkszeitung - OLIVIAS GESCHWULST IST AUF EIN SECHSTEL GESCHRUMPFT
täglich alles - KLEINE OLIVIA SOLL NOCH IM SEPTEMBER OPERIERT WERDEN

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Samstag, 9.9.1995:

Medien

kronen zeitung - KREBSKRANKE OLIVIA WIRD BALD OPERIERT

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Montag, 11.9.1995:

Schreiben von Dr. Leibold an das AKH:
Unser zweiter Vertrauensarzt, Herr Dr. Leibold, teilt dem verantwortlichen Arzt im AKH, Herrn Prof. Dr. Urbanek mit, dass es unser Wunsch sei, Olivia begleitend zur Chemotherapie auch homöopathisch behandeln zu lassen. Diesbezüglich bat er um einen Termin.

Strafverfahren:
Wir bringen eine Stellungnahme zum Verlauf der Geschichte an das Gericht ein.

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Dienstag, 12.9.1995:

Medien

kurier - ALLE WOLLTEN OLIVIAS HEIMFLUG. RECHNUNG BLEIBT UNBEGLICHEN

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Mittwoch, 13.9.1995:

Meine Schwägerin Veronika berichtete von einem sehr eigenartigen Vorfall im AKH mit Primar Dr. Vanura, der vorgab, Olivia besuchen kommen zu wollen. Veronika vermerkte dazu folgendes:

Besuch des Herrn Primar Dr. Vanura im AKH bei OLIVIA am Mi. 13.9.95, Protokoll von Veronika Schilcher (Tante von OLIVIA):

Gegen 13.10 Uhr betrat Primar Dr. Vanura, Vorstand des Krankenhauses Tulln, die Kinderstation auf Ebene 9. Primar Dr. Vanura traf auf Schwester Zadrovics Sabine, mit der Bitte, Olivia einen Kurzbesuch abstatten zu wollen. Schwester Sabine konnte die Entscheidung nicht alleine treffen (aus Sicherheitsgründen, da sie Primar Dr. Vanura vorher nie gesehen hatte, wie sie später bemerkte). Aus diesem Grund wandte sie sich an Dr. Seidl um eine Besuchserlaubnis, die Dr. Seidl auch gab. Sodann betrat, voran Schwester Sabine, dahinter Primar Dr. Vanura, das Zimmer Nr. 1 von Olivia. Ich, Veronika Schilcher, die Tante von Olivia, stand gerade mit einer Tasse Gemüsesuppe in der Hand neben Olivias Bett und startete gerade wieder einen Versuch Olivia zu überreden, dass sie ein bisschen was essen solle.
Primar Vanura murmelte seinen Namen in den Raum und würdigte mich eines kurzen Blickes. Danach widmete er sich Olivia und fragte sie nach ihrem Befinden. In der Zwischenzeit fragte ich Schwester Sabine über den genauen Namen des Medikamentes in pulverisierter Form, das die Schwester einige Stunden vorher mit 100ml Apfelsaft verabreichte, für unsere private tägliche Statistik über Nahrungs- und Getränkeaufnahme von Olivia und schrieb den Namen auf. Danach widmete ich mich Primar Dr. Vanura, indem ich mich namentlich vorstellte und seinen Namen nochmals wiederholte um sicherzugehen, dass ich richtig verstand. Ich streckte ihm meine Hand höflich entgegen, die er vorerst nicht entgegennehmen wollte, während ich aber immer noch mit ausgestreckter Hand dastand. Danach ergriff er doch unwillig meine Hand, schaute jedoch mit einem eher wütenden Gesichtsausdruck an mir vorbei. Danach erklärte er, er sei ins AKH gekommen, um Olivia zu besuchen (er hätte wenigstens ein kleines Geschenk für Olivia mitbringen können und ein paar liebe Genesungswünsche, wenn er schon extra Olivia besuche, wie er sagte).
Ich fragte Olivia vor Primar Dr. Vanura, ob sie sich noch an ihn in Tulln erinnern könne. Sie verneinte nur kopfschüttelnd und schaute ihn sehr skeptisch an.
Er sagte darauf, wie denn auch, sie könne sich ja auch gar nicht mehr daran erinnern können, sie wäre ja auch in Tulln „die ganze Zeit belämmert“ gewesen, und es ginge ihr ja sehr, sehr schlecht, wie er noch dazu bemerkte.
Danach meinte er „Na ja, wenn sie bereits aufstehen kann und herumgehen und auch schon essen kann, dann wird sie ja eine Chance haben“ und wandte sich von Olivias Bett ab. Daraufhin sagte ich „Sie schafft es so und so.“ Das war Primar Dr. Vanura offensichtlich zu euphorisch. Ich sah gerade noch wie er sagte: „Na ja“. Er zog seine Mundwinkel nach unten mit einem merkwürdigen Gesichtsausdruck, drehte sich um und ging, für mein Gefühl verärgert, ohne sich zu verabschieden und grußlos durch die weit offene Tür.
Ich stand im Zimmer und war völlig konsterniert über das, was mir und Olivia da gerade noch gegenüberstand. Zum Glück gab es für diesen Zwischenfall einen Zeugen, nämlich Schwester Sabine. Ich ging nochmals zur Zimmertür hinaus, um zu sehen, ob Primar Dr. Vanura auch wirklich die Station verlassen hatte, sonst hätte ich ihn auf sein ungewöhnliches Verhalten und Benehmen hin angesprochen.
Primar Vanura hatte kein einziges liebes Wort zu Olivia gesagt. Ich bin fassungslos und das von einem Vorstand der Kinderklinik Tulln. Da soll mir einer noch sagen, dass man durch „sowas“ nicht das Vertrauen zur Schulmedizin komplett verliert.

Prof. Urbanek, Vorstand der Kinderabteilung AKH, erklärte später in unserem Beisein einer Schwester gegenüber, dass sich in Zukunft Herr Primar Dr. Vanura anmelden und ein diensthabender Arzt ihn unbedingt zu Olivia begleiten müsse.

Der Primar eines Krankenhauses durfte nur gegen Voranmeldung und in weiterer ärztlicher Begleitung, Olivia besuchen kommen! Das war doch eine Parodie, welche grotesker nicht mehr möglich war. Ich bildete mir auf das Verhalten des Primars meinen eigenen Reim. Nicht nur er, sondern auch die anderen Ärzte des AKH waren über den spontanen und überaus raschen Rückgang von Olivias Bauch regelrecht fassungslos. Erika erzählte mir oftmals, dass die Ärzte bei der Visite kopfschüttelnd Olivias Bauch betrachteten. Er war wirklich bereits Anfang September völlig flach geworden. Wie konnte es das geben? Innerhalb von einem Monat verschwindet fast zur Gänze ein angeblicher 6 Liter Tumor!

Die Neue Medizin hatte dafür natürlich eine andere Erklärung. Nicht der Tumor war zurückgegangen, sondern die Leberschwellung ging durch Einsatz der Chemotherapie zurück. Olivias natürlicher Heilungsprozess des Leberkarzinoms war brutal mit der Chemo niedergeknüppelt worden. Es wurde quasi ein natürlicher Heilungsprozess per Gesetz verboten! Olivias Nierenzyste war niemals 6 Liter im Volumen!
Zur Erinnerung: Prof. Horcher hatte vor Jahren mit Dr. Langer, der ihm assistierte, an einem noch nicht ganz vierjährigem Kind einen wirklich 6 kg schweren Nierentumor entfernt. Auch hier liegen Widersprüche vor.

Wieso wurde das viel jüngere und somit auch zartere Kind nicht vom Tumor erdrückt?
Wieso gelang es damals nicht, mit Chemo den Tumor zu verkleinern?
Wieso war Olivia mit ihren 4,6 Liter Tumor zur Zeit von Tulln inoperabel?
Wieso ließ man jetzt Dr. Langer als unseren Vertrauensarzt nicht zu?

Sie, verehrte Leser, werden nun berechtigt meinen, dass dies doch schier unmöglich ist, eine Leberschwellung mit einem Nierentumor zu verwechseln. Sie gehen, berechtigterweise oder auch nicht, davon aus, dass die Ärzte nach bestem Wissen und Gewissen oder auch nicht, Olivia der tatsächlich einzigmöglichen Behandlung oder auch nicht, zugeführt haben.
Gut, gehen wir davon aus, die Ärzte hätten trotz vielfacher Hinweise auf Olivias Leberkarzinom anderer Ärzte (Dr. Hamer, Prof. Rius, Dr. Baumi, Dr. Rostovsky), dies beim bestem Willen nicht erkennen können, so muss ich doch auf folgende Tatsachen hinweisen:
Die Schulmedizin hat lediglich die Organ-CTs zur Diagnose zur Verfügung, dagegen ist das System der Neuen Medizin überdeterminiert. Ein Universitätsprofessor, Krebsspezialist, Biochemiker („standard“) und Mitunterzeichner des medizinisches Zertifikates, welches die Reproduzierbarkeit der Thesen von Dr. Hamer am 9.12.88 bestätigte, nämlich der Wiener Prof. Birkmayer, vertrat nochmals in der Tageszeitung „standard“ vom 22.8.95 die Ansicht, es gäbe die „Hamerschen Herde“, bestritt aber nun im Gegensatz zum 9.12.88 die Reproduzierbarkeit der Behandlungsmethoden nach Dr. Hamer.
Lange Rede, kurzer Sinn: Dr. Hamers Diagnostik ist überdeterminiert. Ist man sich also am Organ nicht einig, so nimmt man das Gehirn-CT zur Hilfe, oder umgekehrt Die Frage also, ob die Möglichkeit gegeben war, dass sich die Schulmediziner einfach nur geirrt hatten, dass sie beim besten Willen den Leberkrebs nicht erkennen konnten, gilt es nun zu klären. Ich behaupte, ja!
Die Möglichkeit eines Irrtums liegt sogar auf der Hand, ich meine schriftlich, in Form eines Gerichtsaktes vor. Laut Dr. Hamer war es vor ein paar Jahren zwischen ihm und einem Primarius der Klinik aus Klosterneuburg zu einem Streit gekommen. Diesen Fall erwähnte ich bereits weiter oben. Der Primar glaubte, anhand der CTs eines Mannes einen vom Tumor zerfressenen Bauch erkennen zu können, wogegen Dr. Hamer das Vorhandensein einer riesigen, abgekapselten Nierenzyste vertrat. Doktor Hamer behielt, wie gesagt, in diesem Punkt Recht. Aktenkundig wurde die Angelegenheit wegen angeblicher Beleidigung der Schulmedizin, aber das ist eine andere Geschichte.

Der wesentliche Punkt ist, dass eine derartige Verkennung mit dem vorhandenen, beschränkten Wissen der Schulmedizin sehr wohl möglich ist.

Man braucht den Schulmedizinern gar nicht zu unterstellen, im Fall meiner Tochter Olivia das Leberkarzinom unterschlagen zu wollen. Es reicht das Wissen über deren beschränkte Diagnosemöglichkeit und mangelnde Treffsicherheit, um vor ihnen Reißaus nehmen zu müssen.

Meiner Meinung nach hatten die Ärzte erkannt, dass Dr. Hamer wieder Recht behalten hatte. Nur so lässt sich ihr Verhalten erklären, vor allem auch ihr Verbot, von Olivia in dieser Zeit Fotos zu machen. Sie wollten kein Beweismaterial in unsere Hände legen.

Strafverfahren:
Erika und ich wurden im Rahmen der Voruntersuchung als Beschuldigte vernommen.

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Donnerstag, 14.9.1995:

Telefonat mit Frau Kustermann:
Vor ein paar Tagen stellte sich mir diese Frau als Vertraute der Familie Scharpf aus Deutschland vor. Sie ist die Vorsitzende der „Bürgervereinigung Obersdorf“ und tritt für die Wahrung der Elternrechte mit Elan und Ausdauer ein. Die Geschichte der kleinen Katharina Scharpf verlief anfangs ähnlich der unseren. Auch dieses Kind versuchten die Eltern durch Flucht vor der schulmedizinischen Zwangschemotherapie zu retten, leider zu spät. Das Schicksal der Familie Scharpf ist traurig und nicht minder skandalös als das unsrige.
Diese Frau Kustermann sandte mir nun aber ein Tagebuch einer Mutter, deren Tochter im Dezember 1992 ein Nierentumor diagnostiziert worden war. Auch diesem sechsjährigen Kind prophezeiten die Schulmediziner 90%-ige Heilungschance Nach einem knappen, qualvollen Jahr verstarb dieses Kind an den Folgen der „Therapie“. Ein Arzt erklärte später dieser Mutter (Originaltext): „ ... Es gibt kein Chemomittel für diese Zellform. Bestrahlungen sind sogar gefährlich.“ Die Mutter schließt ihr Tagebuch mit: „Das war MORD auf RATEN!“
Nach den Beobachtungen dieser leidgeprüften Frau, lebten im Juni 1995 von den 1992 und 1993 eingelieferten Kindern noch ca. 30%.
Die absolut unnötige Therapie ihrer Tochter über 11 Monate hinweg verursachte nach ihren Recherchen Kosten von DM 500.000 !
Dies ist eine Notiz für alle, die sich über die Unfinanzierbarkeit des Gesundheitswesens beklagen!

Ich musste dieses Tagebuch lesen, obwohl es mir fast das Herz zerriss. Ich brauchte Argumente vor dem Gericht, und mit der ausdrücklichen Erlaubnis von Frau Kustermann überreichte ich dieses Tagebuch Richter Zak. Meiner Frau erzählte ich zwar von diesem Skript, doch lesen wollte sie es nicht. Wozu auch?

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Freitag, 15.9.1995:

AKH:
Olivia wurde auf die Chirurgie verlegt. Bis dato hatte Erika unterschiedliche Operationstermine genannt bekommen. Der eine Arzt äußerte, dass der kommende Montag ideal wäre, andere Ärzte bezeichneten diesen Termin als zu verfrüht und räumten noch 14 Tage bis zum Operationstermin ein.

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Sonntag, 17.9.1995:

Treffen mit Herrn Mag. Rebasso:
Die Verlegung von Olivia auf die Chirurgie hatte mich unruhig werden lassen, und ich wollte mich mit unserem Anwalt beraten, wie wir uns nun weiter verhalten sollten Vor allem aber fürchtete ich, dass später vom AKH behauptet werden könnte, wir Eltern hätten uns nunmehr mit dem ärztlichen Vorgehen einverstanden erklärt.
Wir verfassten ein Schreiben und beim vorletzten Absatz läutete das Telefon.

Es war 21:30 Uhr, als mich Erika anrief und mir mitteilte, dass Olivia morgen gegen 6:00 Uhr früh für die Operation vorbereitet werden solle.
Das muss man sich einmal vorstellen! Neun Stunden vorher teilt man den Eltern den Operationstermin ihres Kindes mit!
Momentan sah ich die verantwortlichen Ärzte nur mehr als Verbrecher. Sie nahmen überhaupt keine Rücksicht auf Olivia und auf uns. Am Vormittag hatte mir Erika mitgeteilt, dass Olivia, laut den Ärzten, an einer Verkühlung litt, und jetzt sollte sie operiert werden!

Telefonat mit Dr. Pomberger:
Es war der diensthabende Arzt auf der Chirurgie. Sofort hatte ich ihn angerufen. Er erklärte, der genaue Operationszeitpunkt stünde noch nicht fest. Olivias Gesundheitszustand wäre aber trotz der Verkühlung ein guter. Wie die Operation vor sich gehe, ob die rechte Niere mit entfernt werde oder nicht, könne und wolle er mir nicht sagen. Auch konnte er mir nicht zusagen, ob er in einer Stunde für mich auf der Station zu sprechen wäre. Auf alle Fälle wolle er mir nicht mehr mitteilen, als er Erika bereits mitgeteilt hatte.

Telefonat mit Prof. Horcher:
Er war der leitende Chirurg. Seine Telefonnummer suchte mir Bruno, ein guter Bekannter, aus dem Telefonbuch. Als ich Prof. Horcher die Frage stellte, ob er wirklich trotz Verkühlung Olivia am kommenden Morgen operieren wolle, fuhr er mich äußerst unhöflich an. Wie ich mir erlauben könne, ihn vor so einem schwierigen Tag zu so später Stunde zu stören. Wie gesagt, es war so ca. 22:00 Uhr, und deshalb ließ ich mich nicht gleich einschüchtern. Außerdem wiederholte ich im Groben seine Worte, damit auch die anderen Anwesenden den Verlauf des Gespräches mitbekamen.
Prof. Horcher behauptete, Erika hätte sich mit der Operation einverstanden erklärt, was ich natürlich sofort dementierte. Erika hatte des Öfteren erwähnt, dass bei einer unumgänglichen Operation zumindest getrachtet werden solle, die Niere zu retten. Dies dürfe ihr jetzt nicht als Einverständnis zur Operation ausgelegt werden.
Olivias Tumor an der Niere war ja nach Aussagen der Ärzte auf weniger als ein Zehntel der Ausgangsgröße zurückgegangen und bei der jetzigen Größe werde so ein Tumor in bestimmten Kliniken in Deutschland, z.B. bei Prof. Klippel aus C, gar nicht mehr operiert. Er erwiderte, er würde sehr wohl darauf achten, ob die Niere zu retten sei, glaube dies jedoch nicht.
Meinem Handy ging die Batterie aus und ich teilte dies dem Arzt mit, was Prof. Horcher auch freudig begrüßte, denn dann müsste er nicht mehr mit mir weitersprechen.

Die Familie Benedetto und auch Bruno waren bei den Telefonaten zugegen und sie waren genauso erschüttert wie ich.
Wir setzten über diese beiden Telefonate Gesprächsprotokolle auf und fügten diesen das nunmehr abgeänderte Schreiben bei. Dieses Schreiben beinhaltete nochmals unsere strikte Ablehnung dieser Zwangstherapie und Zwangsoperation.

Unser Schreiben:

Sehr geehrte Krankenhausdirektion!
Sehr geehrte Ärzteschaft!
Aus mündlichen Andeutungen ist zu vermuten, dass Sie morgen, Montag den 18. d.M. (Uhrzeit unbekannt), unser Kind einer Operation unterziehen wollen, deren medizinische Begründung uns Eltern bislang nicht offengelegt wurde. Die Vermutung wird dadurch bestärkt, weil Sie Olivia bereits in die chirurgische Abteilung Ihres Hauses Überstellt haben.

Wir legen Wert darauf, dass vor der entscheidenden Operation Klarheit in einigen wichtigen Fragen, die wir nachfolgend darzustellen versuchen, geschaffen wird. Wir sind (durchaus in Übereinstimmung mit anderen Ärzten) nicht davon Überzeugt, dass der Zeitpunkt richtig gewählt wurde, können dies begründen und empfinden Ihr Vorgehen daher als Übereilt und für uns jedenfalls nicht nachvollziehbar. Ohne dadurch natürlich in die Kompetenz des Amtsvormundes eingreifen zu können und zu wollen, sprechen wir uns daher zum gegebenen Zeitpunkt gegen einen chirurgischen Eingriff aus und ersuchen davon Abstand zu nehmen, bis wir als Eltern alle notwendigen Informationen erhalten haben, um eine Beratung durch unsere Vertrauensärzte vornehmen zu können.

Zur Frage unseres Informationsdefizits:
Bekanntlich wurde mir, Helmut Pilhar, das Gespräch mit den behandelnden Ärzten dadurch unmöglich gemacht, dass die Behauptung aufgestellt wurde, ich sei „gefährlich“ und würde die Behandlung gewaltsam zu behindern trachten. Diese unwahre Behauptung wurde von Verantwortlichen des Krankenhauses in einer Weise kolportiert, dass sie sogar im Pflegschaftsakt bei Gericht aktenkundig wurde.

(Damals glaubte ich noch, dass der Sicherheitsbeamte, der mich wegen des Fotografierens rausschmiss, dieses Lügenmärchen in die Welt gesetzt hätte. Erst später stellte sich heraus, dass die Zeugenaussage des ehemaligen Vormundes und Bezirkshauptmannstellvertreters, Herrn Dr. Heinz Zimper, mir dies alles eingetragen hatte.)

Meine Gesprächsversuche mit den Ärzten wurden von diesen größtenteils missbilligt und negativ kommentiert. „Der Vater wolle nur debattieren!“ Auch diese unfaire Auslegung meiner Bemühung um Verständnis der ärztlichen Vorhaben wurde umfassend gegen mich eingesetzt, um mir dadurch über Wochen den Zugang zu meinem Kind, zum Teil fast gänzlich, zu unterbinden.
Mittlerweile ist mir zwar der Zugang zu meinem Kind tagsüber erlaubt worden, eine ordentliche ärztliche Auskunft an mich ist aber nach wie vor nicht erfolgt. Auch der bislang tätig gewordene Vertrauensarzt der Eltern, Dr. Adolf Langer, hat keineswegs jene Auskünfte erhalten, die es ihm ermöglicht hätten, die Eltern umfassend ärztlich zu informieren. Unter den gegebenen Umständen konnten wir als Eltern bisher es nicht riskieren, die Krankengeschichte vom Krankenhaus zu fordern, weil wir nach unseren Erfahrungen damit rechnen mussten, dass dieses Begehren wiederum mit Repressalien (z. B. Besuchseinschränkungen) beantwortet worden wäre.
Wir als Eltern hatten daher bis jetzt keine Möglichkeit, uns ein klares und vollständiges Bild darüber zu verschaffen, wie die Diagnose wirklich lautet und wie die nun seit Wochen laufende Therapie tatsächlich angelegt ist. Wir wissen nicht, was die dramatische Verschlechterung nach der Einlieferung ins AKH auslöste. Wir haben keinen vollständigen Überblick über die Medikation und die sonstigen Behandlungen. Nicht einmal im Pflegschaftsakt oder beim Herrn Amtsvormund dürfte sich die Krankengeschichte befinden.

Widersprüchlichkeiten in ärztlichen Aussagen und Auskünften, die auch eine Vertrauensbildung unmöglich machen:
Am zweiten Tag des Aufenthaltes von Olivia im St. Anna-Kinderspital informierte uns eine Ärztin des Hauses, dass „auf der Leber ein Schatten“ zu sehen wäre.
Die praktische Ärztin Dr. Rostovsky hat uns am 22.5.95 informiert, dass bei Olivia u.a. „ein Geschehen“ an der Leber bestehe. Kurz danach hat Dr. Hamer nach einem Gehirn-CT ein Leberkarzinom diagnostiziert. Am 5.7.95 vertrat Dr. Hamer in einer Fernsehsendung neuerlich seine Diagnose (Leberkarzinom), die vom „Anzeiger“ unseres Falles. Dr. Jürgenssen, entschieden bestritten wurde.
Danach in Spanien hat Prof. Rius diese Diagnose nach dem CT bestätigt. Anlässlich der Rückkehr aus Spanien am 24.7.95 befasste sich Frau Dr. Rostovsky und Herr Amtsarzt Dr. Bauml neuerlich mit dem vorhandenen Bildmaterial und kamen übereinstimmend zu der Diagnose, dass ein Leberkarzinom vorliege.
Am Mittwoch nach der Einlieferung ins AKH hat uns der Chef der Strahlentherapie Prof. Pötter erklärt, er könne Metastasen an Lunge und Leber erkennen, wobei der Schaden an der Leber bereits aus den Bildern des Krankenhauses Tulln (Stockerau) erkennbar wäre. Am 7.8.95 dementierte Prof. Waldhauser und meinte, nicht an der Leber, sondern „nur“ an der Lunge seien Metastasen (auf den CTs aus Stockerau) erkennbar.
Bemerkenswert sind die ärztlichen Aussagen gegenüber dem Amtsvormund laut Protokoll des Pflegschaftsaktes vom 27.7.95, in welchem ausdrücklich behauptet wird, dass die Lunge metastasenfrei sei. Das CT aus Stockerau datiert vom 26.7.95. Zwischenweilig - so Prof. Waldhauser damals - seien auch im AKH Metastasen an Leber und Lunge erkannt worden Über die Presse gelangten wir zu einigen Presseaussendungen der AKH-Ärzte. Am 8.8.95 wird darin von „winzigen, auf Metastasen verdächtigen Rundherden“, am 10.8.95 von „auf Metastasen verdächtigen Rundherden im Bereich der Lunge und Leber“ und am 11.8.95 bereits von „einer deutlichen Verringerung der Leber- und Lungenmetastasen - Tochterstellen der Nierengeschwulst“ gesprochen.
Seit geraumer Zeit können wir nichts mehr über den Zustand der Lunge und Leber erfahren, nach ärztlichen Andeutungen seien diese Geschehen durch die Chemotherapie bewältigt.
Der auch für Laien auf den Bildern sichtbare, faustgroße dunkle Fleck auf der Leber sei laut ärztlicher Auskunft der Nierentumor, der die Leber durchdringe und zum Teil auf eine restliche Stärke auf 5mm komprimiere. Doktor Hamer blieb weiterhin bei seiner Diagnose „Leberkarzinom“ (neben anderen Geschehen), welches in der Heilungsphase mit einer Leberschwellung einhergehen kann. Der Rückgang des Bauchumfanges wäre in erster Linie auf den Rückgang der Leberschwellung zurückzuführen.
Ebenso widersprüchlich waren die Überlebensprognosen, vor allem auch der behandelnden Ärzte. Diese schwankten nicht nachvollziehbar zwischen 95% und unter 10% wie aus den Pressestellungsnahmen der Ärzte bekannt ist.
Prof. Jürgenssen prophezeite bereits Mitte Juli den Tod innerhalb von Tagen. Innerhalb der Ärzteschaft scheint dieser Fall zu erheblichen Spannungen zu führen. Während unserem Vertrauensarzt Dr. Langer umfassende Auskünfte von Arzt zu Arzt verweigert werden, er von Beratungen auch als Beobachter ausgeschlossen ist, erschien kürzlich Primarius Dr. Vanura aus Tulln um das Kind zu besuchen. Aus für den Beobachter nicht durchschaubaren Gründen zeigte sich der Arzt bei der Visite verärgert, die diensthabende Schwester erstattete Meldung, was dazu führte, dass der Abteilungsvorstand angeordnet hat, Dr. Vanura dürfe nur in Begleitung des jeweils diensthabenden Arztes Olivia besuchen.
Während einerseits der Umgang mit der ärztlichen Verschwiegenheitspflicht auch gegenüber der Presse in der Vergangenheit nachdenklich stimmt, wird andererseits den Eltern und Vertrauensärzten gegenüber Information zurückgehalten. Das Vertrauen musste dadurch naturgemäß wieder schwer beeinträchtigt werden.

Unsere Wünsche:

Aufgrund all dieser Umstände sprechen wir uns in diesem Stadium mit aller Entschiedenheit gegen die übereilte, im Detail nicht transparente Operation an Olivia aus und ersuchen höflichst, raschestmöglich die Vertrauensärzte Dr. Johann Leibold und Dr. Adolf Langer (ersterer hat sich bereits mit einem Schreiben vom 11. 9. 95 bei Ihnen gemeldet, letzterer hat sowieso schon mehrfach versucht, Auskünfte zu erhalten) über den Krankheitsverlauf, die Behandlung und die weiter geplante ärztliche Vorgangsweise vollständig zu unterrichten und die Krankengeschichte, sowie Kopien des gesamten (teils auch von uns zur Verfügung gestellten) Bildmaterials auszufolgen59 Sodann möge uns die entsprechende Zeit zur Entscheidungsfindung eingeräumt werden und wir werden dann unverzüglich und fristgerecht eine endgültige Stellungnahme zu der beabsichtigten Operation und überhaupt zur angeblich bereits festgelegten Vorgangsweise, abgeben.
Wann immer die Operation stattfindet, verlangen wir und bitten darum eindringlich, im Interesse aller an der Angelegenheit Beteiligten, zumindest einen Vertrauensarzt von uns als Beobachter teilnehmen zu lassen und das Operationsgeschehen filmisch zu dokumentieren, sowie alles vorzukehren, damit eine über jeden Zweifel erhabene Dokumentation erfolgt. Als Laien könnten wir uns vorstellen, dass auch die Konservierung aller entnommener Gewebeteile dieser wichtigen Beweissicherung dienlich sein wird. All das, was in der Vergangenheit von Betroffenen und Nichtbetroffenen, von offiziellen und weniger offiziellen Stellen, von Ärzten verschiedener fachlicher Auffassung geäußert und zum Teil angedroht wurde, lässt befürchten, dass der Fall unseres Kindes noch vielfach Gerichte und Behörden beanspruchen wird.
Es wird somit an Ihnen liegen, eine allfällige Operation umfassend zu dokumentieren und alle Beweise so zu sichern, dass später darüber kein Streit geführt werden muss. Durch Zulassung von Vertrauensärzten und durch Bewilligung der filmischen Aufzeichnung (es ist ja nichts Neues, dass Operationen gefilmt werden, auch wenn es um wesentlich geringfügigere Anlässe geht) würden die behandelnden Ärzte viel von dem in der Patientenschaft herrschenden Misstrauen abbauen können.
Eben wird uns mitgeteilt, dass Bundeskanzler Dr. Kreisky die Operation an seiner Niere nicht durch ein österreichisches Team vornehmen ließ, und wir müssen davon ausgehen, dass der Bundeskanzler eine bessere Möglichkeit hatte als wir, sich kompetent ärztlich versorgen zu lassen und ihm Auskünfte über seinen Gesundheitszustand und seine Krankengeschichte gewiss nicht vorenthalten wurden.
Bei uns häufen sich Hinweise über Missstände in Krankenhäusern der Stadt Wien, es ist uns derzeit noch nicht möglich, alles zu sichten. Auch ist uns das Buch von Herrn Dipl. Ing. Fröhlich „Der missbrauchte Patient“ vor kurzem geschenkt worden, und wir bitten Sie, es uns nicht zu verübeln, wenn unser Vertrauen wieder auf den Nullpunkt gesunken ist. Herr Dipl. Ing. Fröhlich hat uns wissen lassen, dass es der Stadt Wien nicht gelungen sei, seine Schriften gerichtlich verbieten oder beschlagnahmen zu lassen. Dies bedeutet, dass es der Stadt Wien nicht gelungen ist, die entscheidenden Vorwürfe (asbestverseuchte Infusionen seien verabreicht worden, Sterilisationsmängel etc) zu widerlegen.
In einer der ersten großen ärztlichen Pressekonferenzen wurde es als selbstverständlich hingestellt, dass die wesentlichen Behandlungsmaßnahmen nur nach Billigung des Pflegschaftsgerichtes stattfinden werden.
Wir haben nichts von einer Bewilligung der Operation durch das Pflegschaftsgericht gehört. Auch wir vertreten die Meinung, dass dieser außerordentliche Eingriff über den umfangreiche Meinungsverschiedenheiten herrschen, der gerichtlichen Bewilligung bedarf.

(Als wir diese Zeilen niederschrieben, überstürzten sich die Ereignisse)

Außerdem ist das Kind, wie auch wir wissen, erkältet und schon deshalb keinesfalls operationstauglich.
Nachdem das Kind heute Abend noch zu essen bekommen hat, gingen wir bis vor wenigen Minuten davon aus, dass morgen sowieso keine Operation stattfindet, schließlich ist die Operation definitiv bisher nicht bekanntgegeben worden.
Eben jetzt gegen 21:30 Uhr hat mir meine Frau mitgeteilt, der diensthabende Arzt habe erklärt, dass morgen in der Früh um 6:00 Uhr Vorbereitungen zu einer Operation beginnen werden. Näheres über Art, Methode und Umfang der Operation hat der Arzt nicht bekannt gegeben.
Wir sind entsetzt über dieses Vorgehen und sehen uns gezwungen die notwendigen rechtlichen Schritte zu ergreifen.
Wir bitten Sie, alle involvierten Stellen des AKH von unserem Anliegen und unseren Standpunkt unverzüglich zu informieren.

Hochachtungsvoll...

Mit Mag. Rebasso und Bruno machte ich mich gegen 23:30 Uhr auf den Weg ins AKH um die Schreiben zu deponieren. Als ich Dr. Langer von der ungeheuerlichen Vorgehensweise informierte, erklärte er sich spontan bereit, ebenfalls zu kommen und leistete sogar als unser Vertrauensarzt seine Unterschrift zu diesem Schreiben. Erika war zermürbt. Nichts schien ihr mehr Erfolg zu versprechen. Olivia und auch wir würden nur mehr regelrecht vergewaltigt werden. Noch bevor sie die Schreiben unterzeichnet hatte, wollte man uns bereits durch die Sicherheitsbeamten rausschmeißen. Ich blieb aber völlig ruhig und beschwichtigte auch Erika, den zappelnden Sicherheitsbeamten außer Acht zu lassen.
Als alle Durchschläge gegengezeichnet waren, verließen wir die Station Lediglich ein kleiner Zwischenfall passierte, als Bruno den erbosten diensthabenden Dr. Pomberger auf Tonband aufzeichnen wollte. Er hielt ihm das Diktiergerät direkt unter die Nase. Schließlich überzeugte Mag. Rebasso Bruno, das Tonband vor den Augen aller zu vernichten. Es war während der ganzen Szene zu keinem lauten oder auch bösen Wort gekommen, zumindest nicht von unserer Seite.
Schließlich fuhr ich noch gegen 2:00 Uhr morgens auf den Südbahnhof und gab Durchschläge des Schreibens, eingeschrieben und per Express auf. Von zu Hause faxte ich noch gegen 4:00 Uhr dieses Schreiben an alle verantwortlichen Ärzte des AKH sowie an die BH - Wr. Neustadt und an das Gericht. So hatte jeder Beteiligte dieses Schreiben noch vor Beginn der Operation auf dem Tisch.

Dass es unbeachtet bleiben würde, war mir klar. Es ging aber auch darum, dass später nicht behauptet werden könnte, wir hätten uns einverstanden erklärt. Wir wollten für diese Therapie keine Verantwortung übernehmen, in keiner Form. Diese müssen schon die verantwortlichen Zwangspseudotherapiebefürworter selbst tragen. Wir nicht!

59 ausfolgen, österreichisch = aushändigen

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