Kapitel 4

Olivia: Eingesperrt hinter Betonmauern

Sonntag, 30.7.1995:

Man versperrte mir den Zutritt zu meiner Tochter. Das AKH glich einer Festung. Überall war Polizei. Anscheinend rechnete man mit einer Großdemonstration direkt vor der Klinik. Auch waren wieder jede Menge Journalisten und Kamerateams anwesend.

Ich war über das Verbot, meine Tochter sehen zu dürfen, aufgebracht, viel mehr Sorgen bereitete mir aber ihre derzeitige Intensivbehandlung und die angeblich bevorstehende erste Chemotherapie.

Foto des Wiener AKH
AKH, Wien: Medizinfestung mit „Hochsicherheitstrakt“

„orf”-Hörfunksendung Ö2, es sprach Frau Dr. Gudrun Gröbelbauer:

Gedanken zur Zeit:

Ganz Österreich steht im Banne des krebskranken Mädchens Olivia. Die Ingredienzen für ein medienwirksames, gleichermaßen das Sommerloch wie die Kassen füllendes Spektakel, sind vorhanden:
Ein todkrankes Kind, Eltern, die der Schulmedizin nicht vertrauen, ein Heiler, der nach Prinzipien arbeitet, die von der etablierten Wissenschaft abgelehnt werden.
Wir wohnen derzeit einem atavistischen, schaurigen Drama mit Symbolcharakter bei: Die Gesellschaft, die ein Reglement aufstellt, wonach Heilung sich zu vollziehen hat, attackiert diejenigen, die dieses Reglement in Frage stellen.
In diesem Drama kommt es unter anderem zu einer Interessengemeinschaft zwischen zwei fundamentalen Machtträgern unserer Gesellschaft: Der etablierten Wissenschaft einerseits und den Medien andererseits. Diese Interessengemeinschaft verbindet sich zu einer menschenverachtenden Hatz auf die Familie des kranken Mädchens und Geerd Hamer.
Die Schulmedizin rechnet bei der Krankheit des Mädchens mit großen Heilungschancen, vorausgesetzt, ihre Methoden werden angewendet. Allerdings kann sie ein Misslingen auch nicht ausschließen. Die Eltern des Kindes vertrauen auf eine andere Behandlungsmethode. Sie hätten keinen Anlass gehabt ins Ausland zu fliehen, wenn ihnen nicht mit der Entziehung des Sorgerechtes gedroht worden wäre. Dies deshalb, weil seitens der Schulmedizin auf eine Behandlung nach ihrer Methode bestanden wurde.
Umstände wie die Flucht ins Ausland, die Verfolgung durch Journalisten, Eltern, die unter größtem Druck stehen, sind für ein schwerstkrankes Kind höchst gefährdende Faktoren. Angesichts dieser Faktoren ist die Beurteilung der Wirksamkeit jeder Behandlungsmethode mithin auch der von Geerd Hamer - eigentlich nicht mehr möglich.
Die etablierte Schulmedizin verbucht für sich Heilerfolge. Wie wir wissen, hat sie auch Misserfolge. Bei den Misserfolgen einer korrekt angewendeten schulmedizinischen Methode gibt es Sprachregelungen wie: „Es handelt sich um ein schicksalhaftes Geschehen für den Patienten“. Sein Tod fällt sozusagen unter „das statistische Restrisiko“ der Methode. Keinesfalls wird das schulmedizinische Misslingen als das Ergebnis einer verantwortungslosen Scharlatanerie bezeichnet, weil sich ja der schulmedizinische Misserfolg im Rahmen des vorhin erwähnten gesellschaftlichen Reglements vollzieht.
Es gibt bei uns Menschen, die persönliche Erfahrung mit der Methode Geerd Hamers haben. Im Umgang mit ihren Aussagen gibt es offenkundig zweierlei Maß: Aussagen von Menschen, deren persönliche Erfahrung negativ war, werden in den Medien ohne abwertende Beurteilung dargestellt. Wie geht es Menschen, die positive Erfahrung mit Hamers Methode haben? Diese Menschen werden in das Eck der pathologischen Fangemeinde und des Sektierertums gestellt.
Ihre Aussagen werden nicht ernst genommen und vielfach abgewertet. Genesungen werden bestritten, und sei es mit der Methode, dass die persönliche Erfahrung einer Heilung mit der Feststellung quittiert wird, dass in diesem Fall wahrscheinlich ohnedies nie eine Krankheit vorhanden gewesen wäre. So ganz nach dem Motto: „Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.“
In der öffentlichen Diskussion tritt an die Stelle der um Sachlichkeit, Objektivität, Fairness und Wahrheitsfindung bemühten Auseinandersetzung das Aufpeitschen von Emotionen. Beliebte Hilfsmittel sind: Etikettierung und Vorverurteilung, deren Tendenz eindeutig ist. Vom grausamen Heiler ist da die Rede. Vom Scharlatan. Von Euthanasie. Diese Terminologie ist entlarvend. Sie entlarvt diejenigen, die sie verwenden, zur Wahrheitsfindung trägt sie nicht bei. Typisch ist auch folgende Vorgangsweise: In verschiedenen Medien wurde auf die Hodenkrebsoperation Hamers hingewiesen. Dabei wurde der Eindruck vermittelt, als nähme er selbst zu Methoden Zuflucht, die er anderen Menschen verwehrt. Kein Wort davon, ob er nicht vielleicht erst durch seine persönliche Erfahrung dazu gekommen ist, nach einer neuen Methode zur Heilung von Krebs zu suchen. Was in der Tat der Fall war. Bleiben wir bei dem Thema „Behandlungsmethoden":
Vorausgesetzt, dass die jeweilige Behandlungsmethode ihren Prinzipien gemäß korrekt angewendet wurde, gibt es bei Misserfolg dennoch unterschiedliche Konsequenzen. Stirbt ein Patient im Rahmen der schulmedizinischen Behandlung, wird sein Tod nicht geahndet. Stirbt ein Patient innerhalb eines Behandlungsrahmens, der der Schulmedizin nicht entspricht, kann das Konsequenzen haben. Zum Beispiel die strafrechtliche Verfolgung.
Keine Gesellschaft kann ohne Ordnungsprinzipien funktionieren. Unser derzeitiges medizinisches Ordnungssystem stellt einen Alleinanspruch bei der Beurteilung von zulässigen Behandlungsmethoden dar.
Ist es nicht hoch an der Zeit, das gegenwärtige Reglement dieses medizinischen Systems mit all seinen gesellschaftlichen Vernetzungen neu zu überdenken und neu zu gestalten? Eine Neugestaltung, die von einem respektvollen, ernsthaften Dialog der Vertreter verschiedener Methoden getragen sein müsste und sich auf den Patienten und nicht auf die Machterhaltung konzentriert?
Sowohl die Vertreter der Schulmedizin als auch die Vertreter nicht etablierter Methoden haben Heilerfolge zu vermelden. Nichtsdestotrotz gibt es immer wieder Menschen, bei denen keine Therapie hilft. Menschen, die uns darauf hinweisen, dass Heilung sehr wahrscheinlich mit einer Dimension zu tun hat, die sich der Messbarkeit, Kontrollierbarkeit und der statistischen Beweisführung entzieht.

Wie heißt es in Shakespeares Hamlet: „Es gibt mehr Dinge im Himmel und auf Erden, Horatio, als eure Schulweisheit sich träumen lässt." Ach ja, der Dänenprinz, der dies wusste, nahm ein gar unrühmliches Ende.

Ich muss Frau Dr. Gudrun Gröbelbauer meine uneingeschränkte Hochachtung aussprechen, derart präzise und mutig ihre Meinung kundzutun, noch dazu via Radio des österreichischen Monopolfunks. Ich kann nur hoffen, dass sie für diesen Beitrag keine „persönlichen Konsequenzen“ ziehen musste!

Medien

kirchenzeitung der erzdiözese salzburg - DER FALL OLIVIA
kronen zeitung - CHEMOTHERAPIE FÜR OLIVIA IM WIENER AKH
kurier - TODESENGEL
täglich alles - OLIVIAS VATER DROHT HAFTBEFEHL, SCHWEIZER VEREIN WILL UNSEREN BUNDESPRÄSIDENTEN ANZEIGEN!

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Montag, 31.7.1995:

Gespräch im AKH:
Teilnehmer: Dr. Heinz Zimper, Dr. Fürst, Frau Dr. Fuiko, Erika und ich.
Doktor Fürst ist der Leiter der Kinderintensivstation, in der sich Olivia zur Zeit befindet. Frau Dr. Fuiko ist Kinderpsychologin.
Sie beschlossen, dass ich vorerst kein Besuchsrecht hätte. Später dürfe ich dann, mit vorhergehendem Arztgespräch, jeweils für 15 Minuten zu Olivia.

Olivia:
Sie hatte laut veröffentlichter Auskunft der Ärzte eine Lungenentzündung. Ihr Zustand sei mehr als kritisch.

Medien

bild - MUTTER DER KREBSKRANKEN OLIVIA: ‚DIE ÄRZTE TÖTEN MEIN KIND
kronen zeitung - „WUNDERHEILER“ NOCH IN FREIHEIT
news - SCHONFRIST FÜR DEN ‚HEILER‘
salzburger nachrichten - OLIVIA NUN IN BESTEN HÄNDEN, TUMOR WIEGT SCHON 4,2 KILO
täglich alles - MUTTER STEHT OLIVIA JETZT DOCH BEI

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Dienstag, 1.8.1995:

Gespräch im AKH-Cafe:
Teilnehmer: Herr Dr. Heinz Zimper, Herr Hofrat Marady, Dr. Langer, Erika und ich. Bekanntmachung mit Herrn Hofrat Marady. Doktor Heinz Zimper erklärte, dass ab nun Herr Hofrad Marady sich persönlich um die weitere Obsorge Olivias kümmern werde. Er selbst werde nun seinen Urlaub antreten. Wir stellten Dr. Langer als unseren Vertrauensarzt vor, was auch seitens des Herrn Hofrat Marady begrüßt wurde.

Nachmittags fand am Stefansplatz eine Schweigedemonstration „für freie Therapiewahl“ statt. Wir waren nicht anwesend.

Freunde rund um Kari Nowak, Gründer der „1. Österreichischen Gesundheitskasse“, „Bruder Baum“ und „Besser Leben“ beschlossen, das Flugblatt „Leben für Olivia“ zu verteilen und die „Patientenkammer“ ins Leben zu rufen.

Das AKH gab die erste Pressekonferenz betreffend Olivia.

Medien

bild - KREBSKRANKE OLIVIA: POLIZEI SCHÜTZT IHR BETT
geo - KREBS-REPORT. NEUE STRATEGIEN GEGEN DEN ALTEN FEIND

Das Bemerkenswerte an diesem Beitrag war, dass erstmals erwähnt wurde, nunmehr auch die sog. Spontanheilungen gewisser Patienten wissenschaftlich untersuchen zu wollen. Ich fand es mehr als nachlässig seitens der Schulmedizin, in ihrem Jahrzehnte währenden Kampf gegen den Krebs bisher noch nicht diese, auf natürlichem Wege geheilten Fälle näher untersucht zu haben.
Jedem Menschen würde einleuchten, dass Ärzte bei Auftreten einer Epidemie oder dergleichen, wogegen sie noch kein Antiserum besitzen, sich doch regelrecht auf gesund gewordene Patienten stürzen müssten, um doch endlich ein Gegenmittel isolieren zu können.
Aber aus persönlichen Gesprächen mit Krebspatienten, welche ihren Krebs mit Hilfe von Naturverfahren, der Neuen Medizin oder eben nur durch sich selbst besiegen konnten, wusste ich, dass die Schulmedizin an diesen absolut kein Interesse hatte und auch noch immer nicht hat. Zumindest war es in Österreich bisher so.

Geht man davon aus, dass der Patient mit seiner Krankheit im Vordergrund des ärztlichen Interesses steht, so kann man sich dieses Verhalten nicht erklären. Unterstellt man der schulmedizinischen Wissenschaft aber, dass sie primär an Geld und Macht Interesse hat und den Patienten irgendwo gegen den Schluss hin einreiht, so würde sich dieses Verhalten sehr wohl plausibel erklären lassen.

Weil wir schon wieder beim Thema sind:
Vor kurzem erfuhr ich von folgender schulmedizinischer Erkenntnis im Zusammenhang mit dem menschlichen Krebsgeschehen. Man konnte Botenstoffe, welche vom Gehirn ausgesandt wurden, isolieren. Diese Botenstoffe steuern unmittelbar die Zellvermehrung, also direkt das Krebswachstum, und man versprach sich, nun durch Nachbildung dieser Botenstoffe Einfluss auf unkontrollierte Zellvermehrung oder Zellschwund Einfluss nehmen zu können.
An diesem Punkt müssen wir kurz verweilen und überlegen. Kennen wir nicht bereits Zusammenhänge zwischen dem Gehirn und dem krebsbefallenen Organ? Natürlich! Doktor Hamer erklärte doch, dass die Psyche den Großcomputer Gehirn programmiert und das Gehirn wiederum das Organ bzw. die Zelle steuert. Im Klartext: Ein isolatives Schockerlebnis (die Psyche des Menschen erleidet dieses) tritt auf und innerhalb von Minuten kann man im Gehirn bei dem betreffenden Organrelais einen „Einschlag“ mittels CT nachweisen. Hierbei kann es sich bei weitem nicht mehr um einen Humbug handeln, da man diesen Vorgang wie gesagt „schwarz auf weiß“ belegen kann. Mit dem Gehirn ist etwas geschehen. Ab diesem Moment decken sich die Meinungen der Schulmedizin mit der Neuen Medizin insofern, als anerkannt wird, dass das Gehirn geänderte Botenstoffe aussendet, welche das betreffende Organ beeinflussen.
So weit, so gut. Jetzt aber kommt die schulmedizinische Wahnvorstellung, das menschliche Leben auf einen rein mechanisch-chemischen Vorgang reduzieren zu können. Die Schulmedizin kümmert sich keinen Deut um das Gehirn, sie ändert mit Hilfe von Infusionen einfach die Menge an vorhandenen Botenstoffen! Der Mensch muss also wieder an eine Maschine angeschlossen werden. Nicht so bei Dr. Hamers Neuer Medizin. Sie versucht, die Ursache zu beheben, also setzt sie wieder bei dem Gehirnprogrammierer Psyche an. Über die Konfliktlösung, was ja nichts anderes bedeutet, als biologische Problemlösung, kann der Patient selbst nun sein Gehirn „umprogrammieren“. Es wird sofort wieder die korrekten Botenstoffe zum Organ senden und den „außer Rand und Band“ geratenen Zeilen Einhalt gebieten.
So einfach ist das, aber leider kann damit kein Pharmakonzern Geld verdienen und Horden von Pseudowissenschaftlern würden arbeitslos werden.

Wie gesagt, Dr. Hamers Krebstherapie kommt mit ca. 1 % der konventionellen schulmedizinischen Kosten in der Krebstherapie aus. Dass dies unmittelbar jeden auch nicht betroffenen Bürger finanziell entlasten könnte, liegt auf der Hand. Ist nicht gerade eben jetzt unser Gesundheitssystem unfinanzierbar geworden?

Wo sind die Politiker, die richtungweisend denken und handeln? Was machen sie als Politiker und Nichtmediziner? Sie behaupten, Dr. Hamer sei ein Sektenführer und Scharlatan. Ungeprüft wagen sie es zu behaupten! Als Politiker und Nichtmediziner muss ich doch, aufgrund meiner mir übertragenen Verantwortung zum Wohle der Bevölkerung, unabhängig und neutral diese, von Dr. Hamer aufgezeigte und bereits vielfach belegbare Therapiemöglichkeit, überprüfen lassen.
Bereits 1993 erklärte der Bundespräsident Dr. Thomas Klestil der Tageszeitung „täglich alles“ gegenüber, er werde die Neue Medizin des Dr. Hamer prüfen lassen.
Damals war die Geschichte rund um den Tullner Amtsarzt Dr. Bauml aktuell, der wegen einer Überprüfung der Neuen Medizin verfolgt wurde.

Hätte der Bundespräsident sein Wort gehalten, hätte es niemals einen „Fall Olivia“ gegeben!
Seit 15 langen Jahren steht die offizielle Überprüfung der Neuen Medizin aus.
Seit 15 langen Jahren weigert man sich von „hoher“ Stelle, diese zu überprüfen.
Seit 15 langen Jahren, wird den Patienten eine humanere und weit erfolgreichere Krebstherapie vorenthalten.
Seit 15 langen Jahren leiden und sterben unnötig hunderttausende von Krebspatienten.
Während 15 langer Jahren ist die Schuld der Verantwortlichen ins Unermessliche gewachsen.
Wehe ihnen, wenn der gequälte Patient aufwacht!

Medien

salzburger volkszeitung - OLIVIAS ZUSTAND IST SEHR KRITISCH
täglich alles - OLIVIAS ZUSTAND HAT SICH VERSCHLECHTERT

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Mittwoch, 2.8.1995:

Gespräch im Cafe bei BH-Wr. Neustadt:
Teilnehmer: Dr. Heinz Zimper, Frau Fugger, Herr u. Frau Apfler, Erika und ich.
Ich vereinbarte das Treffen, sagte aber Dr. Heinz Zimper nichts von dem Ehepaar Apfler, allerdings kündigte er auch nicht Frau Fugger, seine Sekretärin, an.
Frau Apfler litt vor Jahren an mehreren verschiedenen Krebsen, unter anderem an einer 5kg schweren Eierstockzyste und einer Nierenzyste, gleichzeitig. Nach der schulmedizinischen Diagnose und deren Horrorprognosen verweigerte sie jede schulmedizinische Krebstherapie und wurde durch die Neue Medizin vollkommen gesund. Ihre Krankengeschichte ist ausführlich in der „Celler-Dokumentation“ der Neuen Medizin beschrieben.
In einer Sendung des „orf“–„Seniorenclub“ durfte sie zu ihrer nichtschulmedizinischen Heilung Stellung nehmen. Da es ihr vom „orf“ verboten worden war, den Namen „Neue Medizin“ und „Dr. Hamer“ zu nennen, sie irrtümlich diese aber verwendete, musste diese Aufzeichnung dreimal gemacht werden. Der Bevölkerung mussten diese Namen verschwiegen werden. Eine schauderhafte Vorgehensweise! Nach meinem Wissen befanden sich die „Celler-Dokumentation“ sowie die Kurzfassung der Habilitationsschrift des Herrn Dr. Hamer im Besitz der BH – Wr. Neustadt sowie des Bezirksgerichtes.
Es kam zu einem ausführlichen Gespräch. Herrn Dr. Heinz Zimper wurde zuletzt das Buch „Krebs ist heilbar“ von Prof. Beck sowie der Artikel aus der Tageszeitung „täglich alles“ von 1993 betreffend der damaligen Verfolgung des Herrn Dr. Bauml und der Zusage des Bundespräsidenten Dr. Thomas Klestil, die Neue Medizin prüfen zu lassen, überreicht.
Wir versuchten alles, um Dr. Heinz Zimper von der Richtigkeit der Neuen Medizin zu überzeugen, hatten aber auch den Eindruck, dass er sehr wohl bereits vieles verstanden hatte. Gefruchtet hatte aber unsere Anstrengung vorerst wenig bis gar nichts.

„EIN MENSCH, DER FREIHEIT AUFGIBT,
UM SICHERHEIT ZU GEWINNEN,
WIRD BEIDES VERLIEREN“

Benjamin Franklin

AKH:
Der Nachmittag war schön und warm. Vor dem Cafe waren alle Plätze mit Gästen besetzt. Einem Buchautor namens Herr Martin und Autor des Buches „Bittere Pillen“ gab ich ein ausführliches Interview. Erst später wurde mir erzählt, dass dieser Herr für die Zeitschrift „spiegel“ schreibt und tatsächlich erschien darin dieses Interview von ihm. Erwähnt wurde dies von Herrn Martin vorher mit keiner Silbe!
Die Vorgehensweise dieser Zeitung durften wir wirklich bis zur Erschöpfung auskosten!

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ganze woche - WER HEILT, HAT RECHT
nön - FALL OLIVIA: ‚AUCH ÄRZTE SIND SCHULD‘
salzburger nachrichten - ÄRZTE: CHANCEN FÜR KREBSKRANKE OLIVIA STEHEN SCHLECHT
täglich alles - OLIVIAS CHANCEN LIEGEN UNTER ZEHN PROZENT

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Donnerstag, 3.8.1995:

Ich durfte das erste Mal Olivia besuchen. Sie wurde künstlich im Tiefschlaf gehalten. Der Anblick war schrecklich. Überall an ihr waren Schläuche und Kabel zu sehen. Eine Beatmungsmaschine hob ihren Brustkorb. Wir fürchteten, sie könnte bereits tot sein und verlangten vom diensthabenden Arzt, einen Pupillentest mit der Taschenlampe durchzuführen. Gott sei Dank, ihre Pupillen verengten sich. Nach 10 Minuten ging ich aus freien Stücken, da ich ihren Anblick nicht ertragen konnte.

Bezirkshauptmannschaft:
Sie übermittelte dem Bezirksgericht das Schreiben des Psychiaters Prof. Friedrich:

Sehr geehrter Herr Bezirkshauptmann!

Als Vorstand der Univ. Klinik für Neuropsychiatrie des Kindes- und Jugendalters in Wien wurde ich von der AKH Direktion in das Team der behandelnden Ärzte um die Patientin Olivia Pilhar beigezogen. Um den von mir erwarteten familienpsychotherapeutischen Erfolg zu erzielen, wäre es günstig, einen Auftrag zur Erstellung eines Pflegschaftsgutachtens zu erhalten, der die Frage des Kindeswohles ganzheitlich umfasst. Ein solches Gutachten beinhaltet die Kriterien des körperlichen, intellektuellen, emotionalen und sozialen Kindeswohles in aktiver und passiver Sicht. Ebenso werden das kindliche Optimum unter den Kriterien der Erziehungsfähigkeit (momentan, früher und auch pro ad futuro) der Eltern, aber auch die aktuellen Befindlichkeitskriterien der Eltern, mitberücksichtigt. Ziel soll es sein, auch die Eltern psychodynamisch zu erfassen und für spätere Entscheidungen eine Basisbefundung des allfälligen, Ausnahmezustandes der Elternteile, wie auch die gesunden Anteile zu dokumentieren. Bleiben die Gespräche auf der derzeitigen Befundbasis und nicht in Gutachtensrang, kann und wird sich der Vater dem Oktroi, mit einem Psychiater sprechen zu müssen, höchstwahrscheinlich entziehen. Es sitzt schließlich auf der anderen Seite der „Guru“ und warnt aus seinem eigenen Selbstschutz.
Mit der Bitte um Unterstützung meines Auftrages verbleibe ich bis morgen

Univ.-Prof. M. H. Friedrich

Dieses Schreiben muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Hier lädt sich der Psychiater selbst zur Erstellung eines Gutachtens ein und lässt auch noch der Behörde wohlwollend Zeit bis morgen, seinem Wunsche nachzukommen.
Professor Friedrich hatte es fast korrekt vorausgesagt, dass Dr. Hamer mich diesbezüglich warnen werde. In Wirklichkeit hatte mich Dr. Hamer schon lange vor Psychiatern gewarnt. Er selbst war drei Jahre in einer leitenden Funktion einer psychiatrischen Abteilung tätig gewesen und wusste daher bestens über mögliche Vorgehensweisen Bescheid. Außerdem hatte man ihn selbst bereits mehr als 50 mal (!) zu psychiatrisieren versucht. Man versuchte dies mit Vorladungen, bei denen er nicht erschien, man versuchte dies vor dem Richter, wo er sämtliche Aussagen verweigerte, und man versuchte es mit List und Tücke, in Form von belanglos getarnten Gesprächen. Schließlich ließ sich Dr. Hamer ein Privatgutachten erstellen, welches auch positiv ausfiel. Nur geriet dieser psychiatrische Gutachter ein halbes Jahr später unter Druck seiner Ärztekollegen und des Gerichtes und erstellte, ohne nochmals Dr. Hamer zu sehen, ein zweites, diesmal negatives Gutachten. Obwohl dies an und für sich gegen die Standesregeln der Psychiatrie verstößt, beruft man sich von offizieller Stelle bis zum heutigen Tag auf dieses negative Gutachten. An welcher Stelle kann sich Dr. Hamer über die inkorrekte Gutachtenerstellung beschweren? Bei der schulmedizinischen Ärztekammer? Ähnliches sollte auch uns noch treffen. Auch über uns sollte noch ein psychiatrisches Gutachten, ohne unser persönliches Erscheinen vor dem Psychiater, erstellt werden.

Die Erstellung eines negativen psychiatrischen Gutachtens gehört zur bewährten Vorgehensweise gegenüber unliebsamen Zeitgenossen, um diese vor aller Öffentlichkeit bloßzustellen und dem Gericht eine Handhabe zu liefern, diese „kleinzukriegen“.

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news - FAHNDUNG: INTERPOL JAGT DEN ‚WUNDERHEILER
salzburger nachrichten - HELMUT PILHAR: ABERGLAUBE, LIEBE, HOFFNUNG
täglich alles - OLIVIA: JETZT SCHÖPFEN IHRE ÄRZTE WIEDER HOFFNUNG

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Freitag, 4.8.1995:

Erika erklärte, dass wir heute zum Psychologen Prof. Friedrich müssten. Sicherheitshalber überredete ich Dr. Langer, bei diesem Treffen dabei zu sein.

Gespräch, anwesend: Prof. Friedrich, Frau Dr. Fuiko, Dr. Langer, Erika und ich:
Prof. Friedrich klärte uns auf, welche möglichen Vorwürfe gegen uns erhoben werden könnten: Vernachlässigung, Quälen von Unmündigen.
Daher: Sachverständigengutachten über Kindeswohl aus körperlicher, intellektueller, emotionaler und sozialer Sicht.
Frage: Sind Eltern gesund, irregeleitet, zurechnungsfähig? Liegt akute Selbstgefährdung oder Fremdgefährdung vor?
Es war nur ein informatives Gespräch. Doktor Langer vertrat die Ansicht, dass uns Prof. Friedrich nur helfen, auf keinen Fall aber schaden möchte.

Olivia:
Ich durfte wieder zu ihr. Erika erzählte mir, dass Olivia bereits wacher sei als am Vortag und bereits versuchte, ihre Augen zu öffnen. Am Monitor konnte man anhand des Herzschlages erkennen, dass Olivia trotz ihres künstlichen Schlafes unsere Anwesenheit mitbekam. Ich war außer mir vor Freude und streichelte sie sanft. Plötzlich ereigneten sich mehrere Begebenheiten auf einmal. Olivia reagierte plötzlich mit Händen und Füßen und versuchte, auch ihre Augen aufzubekommen. Der Leiter der Station bekam das mit und drängte sich zwischen mich und Olivias Bett und redete auf mich ein, sie nicht zu sehr aufzuregen. Ein Summen im Kopf stellte sich bei mir ein, meine visuelle Wahrnehmung wurde dunkler und dunkler. Es wurde mir schlecht, und ich wandte mich vom Krankenbett ab. Ich rang mit meinem Bewusstsein, es nicht zu verlieren und erreichte noch mit knapper Not einen Betonpfeiler, an dem ich mich festhalten konnte. Ich hielt die Augen geschlossen und bemerkte, wie meine Knie zu zittern begannen. Ich drohte umzufallen. Viele Stimmen um mich herum hielten mich von der Ohnmacht zurück. Endlich drückte mich jemand auf einen Sessel und von vorne wurde auf mich eingeredet. Ich vermutete zuerst, dies sei eine Schwester, bis ich Erika erkennen konnte. Ich hatte einen Kreislaufzusammenbruch. Ich war ohnmächtig geworden.
Ohnmacht, - ohne Macht, Olivia helfen zu können.

Man führte mich in ein Zimmer, und ich konnte mich niederlegen. Langsam trafen mehrere Ärzte ein.

Ärztegespräch mit Dr. Fürst, Frau Dr. Slavc, Prof. Pötter, Frau Dr. Fuiko, Erika und mir:
Prof. Pötter, Chef der Strahlentherapie, erklärte, dass durch intensive Bestrahlung Olivias Tumor nun auf die gleiche Größe wie vom Mittwoch, 26.Juli (Tulln) reduziert werden konnte. In ein paar Tagen könnte man dann diese Therapie absetzen, da erwartet werde, dass die eingeleitete Chemotherapie dann ihre Wirkung entfaltet haben würde. Bestrahlt wurde derart, dass Olivias Eierstöcke und die linke Niere angeblich nicht belastet wurden. In ca. 4-8 Wochen könnte Olivia operiert werden. Auf den jetzigen CTs wurden auf der Leber kleinere Löcher und auf der Lunge 2-3 größere Flecken festgestellt. Olivia hatte Metastasen. Prof. Pötter meinte auch, dass bereits auf den CTs von Tulln vom 26.7. an der Leber Metastasen erkennbar waren. Die Chemotherapie werde nach der Operation auf alle Fälle fortgesetzt.
Mein Kopf war noch benommen, aber ich erkannte sofort ungeheuerliche Widersprüche. Wortlos konzentrierte ich mich auf die gesprochenen Sätze.

Als ich bei Olivias Zimmer vorüberging, sah ich sie völlig ruhig daliegen. Man hatte die Dosis des Schlafmittels erhöht. Doktor Fürst erklärte, dass mit diesem Mittel das Bewusstsein wie über einen Lautstärkeregler gesteuert werden könne. Olivia erhielt Bluttransfusionen.

Mitteilung der Bezirkshauptmannschaft:
Am 27.7.95 hätte ich der Chemotherapie zugestimmt, meine Zustimmung jedoch bereits am Nachmittag widerrufen.
Daraufhin hatte die BH neuerlich das Pflegschaftsgericht eingeschaltet. Am 28.7.95 rief daraufhin Richter Masizek in Tulln vier namhafte medizinische Sachverständige zu Rate, und es wurde die Beibehaltung des ursprünglichen Beschlusses, Olivia in das AKH zur Therapie zu verlegen, vorgeschlagen. Diesem Vorschlag kam die BH unmittelbar auch nach. Am Samstag, den 29.7.95 um 8:30 Uhr sollte die Überstellung erfolgen, die Mutter weigerte sich aber mitzukommen, besucht ihre Tochter nun aber seit Samstag Nachmittag regelmäßig und wird über sämtliche Details informiert.
Mir wurde bereits Freitag 28.7.95 gegen 24:00 Uhr Besuchsverbot erteilt, da ich mit Aktionen gedroht hätte. Am 3.8.95 hatte ich aber erstmals meine Tochter besuchen dürfen. Der Besuch war ruhig verlaufen, laut BH.

Medien

bunte - ALLE SPIELEN LIEBER GOTT
kurier - OLIVIA: LEICHTE BESSERUNG BEI LUNGENENTZÜNDUNG
täglich alles - ARZT ENTSCHEIDET, OB VATER ZU OLIVIA DARF

 

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Samstag, 5.8.1995:

Erikas Tagebuchnotizen:
Olivias Herzfrequenz lag bei 149-155, ihre Körpertemperatur maß 39,5°. Sie war ansprechbar, konnte aber die Augen noch nicht öffnen. Auf meine Fragen nickte sie. Ihren Hunger zeigte sie mir, indem sie die Hand zum Mund führte. Oft hielt sie sich an mir fest und versuchte aufzustehen. Auch bewegte sie die Lippen, um mir etwas zu sagen, brachte aber durch den Intubator und ihre Benommenheit kein Wort hervor.
Laut Auskunft der Ärzte war Olivia stabil, und Ziel sollte sein, sie von der Beatmungsmaschine loszubekommen. Die Lungenentzündung sollte zurückgegangen sein.

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täglich alles - DAS ERSTE MAL: VATER DURFTE OLIVIA BESUCHEN

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Sonntag, 6.8.1995:

Wir beschlossen, ein Foto von Olivia zu veröffentlichen. Der ganzen Bevölkerung werden immer nur lachende „Chemokinder“ präsentiert. Jetzt wollten wir zeigen, wie es um Olivia wirklich stand.

Olivia lag noch immer bewusstlos im Krankenbett. Aus „Sicherheitsgründen“ war ständig ein Pfleger um uns. Als er uns einmal den Rücken zuwandte, griff ich in Erikas Tasche nach dem Fotoapparat und knipste ein Bild. Uns wurde zuvor nicht das Fotografieren unseres Kindes untersagt, das konnte man nämlich auch von Rechts wegen nicht, und extra um Erlaubnis nachfragen wollte ich auch nicht. Man hätte es mir einfach verboten. Mit Schwierigkeiten rechnete ich also, und sie traten auch prompt ein. Der Pfleger registrierte natürlich den Blitz und erklärte sofort, dass das Fotografieren verboten sei, denn es bestünde die Gefahr einer Veröffentlichung. Mit der Entgegnung, lediglich von meinem eigenen Kind ein Erinnerungsfoto gemacht zu haben, steckte ich die Kamera wieder in Erikas Tasche und wandte mich einer Ärztin zu, mit der Bitte, mir einige Fragen zu beantworten.

Gespräch von Frau Dr. Frenzel mit Erika und mir:
Frau Dr. Frenzel bezeichnet die Heilungschancen von Olivia als maximal schlecht. Auf die Frage, wann diese Therapie abgebrochen wird, meint sie, Olivia werde so lange therapiert, bis kein Funken an Hoffnung mehr vorhanden sei, denn dazu wären sie als Ärzte verpflichtet. Wann das sei, wollte ich wissen. Bis alle Organe ihre Funktion verloren hätten, entgegnete sie lapidar. Warum Dr. Langer Olivia bisher nicht besuchen durfte, wusste sie nicht zu beantworten und meinte, sie sei überhaupt die falsche Ansprechperson für mich. Sie war wirklich extrem verunsichert und versuchte, sich geradezu aus meinem Fragenbombardement herauszuwinden. Es tat mir irgendwie leid, sie so in die Enge getrieben zu haben, und ich wollte ihr Gelegenheit geben, sich selbst zu artikulieren. Sie aber wollte lediglich meinen Fotoapparat beschlagnahmen.
Ich wusste, dass in Erikas Tasche unser Zweitapparat war und deshalb gab ich sofort klein bei. Diesen zweiten Fotoapparat übergab ich gegen eine Bestätigung über die Beschlagnahme.
Während die Bestätigung ausgestellt wurde, betraten drei Sicherheitsbeamte die Intensivabteilung und kamen auf mich zu. Der Pfleger hatte sie verständigt. Der Dickste unter ihnen schien deren Anführer zu sein, jedenfalls war er der Unhöflichste und Arroganteste. Da mir solche Menschen, die sich den ganzen Tag hinter Uniformen verstecken müssen, fürchterlich auf die Nerven gehen, unterbrach ich ihn in seinem Redeschwall und notierte mir seinen Namen. Zumindest danach zeigte er ein wenig Respekt. Er behauptete wirklich, er hätte mir vor Tagen bereits erklärt, nicht fotografieren zu dürfen. Das war eine glatte Lüge. Weiters behauptete er, Fotografieren sei überhaupt verboten. Ich sah mich im Gang um und machte ihn darauf aufmerksam, dass nirgends ein Verbotsschild aushing. Dies stünde in der Hausordnung, gab er zu verstehen. Nun, die Hausordnung kannte ich nicht. Aber er anscheinend auch nicht, denn den Paragraphen der Hausordnung konnte er nicht nennen.
Als ich die Bestätigung über die Beschlagnahme entgegengenommen hatte, wollte ich wieder zu Olivia gehen, wurde aber durch diesen Korpulenten daran gehindert und kurzerhand aus der Station gewiesen. Außerhalb, im Vorraum, befand sich ein Kriminalbeamter in Zivil, und der Sicherheitsbeamte äußerte die Absicht mich durchsuchen zu wollen. Es reichte mir, und ich rief über das Handy meinen Rechtsanwalt an und klärte ihn kurz über den Zwischenfall und die beabsichtigte Leibesvisite auf. Sein Rat war, mich ruhig zu verhalten und alles über mich ergehen zu lassen.
Wahrscheinlich wegen des geführten Telefonats ließen die Beamten es dann aber doch sein. Hinter einer Tür fand ich plötzlich die ausgehängte Hausordnung und las sie durch. Es stand keine Silbe von einem Fotografierverbot darin. Sofort verlangte ich eine Kopie dieser Hausordnung, die mir natürlich nicht gegeben wurde. Die Krönung allerdings war die Aussprechung eines unbefristeten Besuchsverbots mir gegenüber!
Außerhalb der Klinik gab ich den Film an einen Reporter weiter.

Wegen dieses Vorfalls wurde von Prof. Dr. Waldhauser (Stellvertretender Leiter der Kinderklinik) auch unserem Vertrauensarzt Dr. Langer vorerst Besuchsverbot ausgesprochen. Bisher hatte Dr. Langer Olivia einmal, und das aus reinem Zufall, zu sehen bekommen. Untersuchen hatte er sie damals aber nicht dürfen. Frau Dr. Frenzel erklärte Prof. Waldhauser als überfordert. Das hatte ich selbst auch mitbekommen. Nachdenklich wurde ich aber, als ich Prof. Waldhauser das Buch „Der mißbrauchte Patient“ von Dipl. Ing. Fröhlich vorlegte und dieser Arzt meinte, er fürchte, ich laufe in ein „offenes Messer“.
Wessen Hand hält dieses Messer?

Abends gingen Erika und ich gemeinsam zum Essen.

Anruf von Frau Dr. Marcovich:
Sie regte sich fürchterlich über diese Vorgehensweise auf und erklärte einen entsprechenden Brief zu veröffentlichen.

Anruf „News“ Euke Frank:
Ich erzählte ihr von der Fotostory, und sie bot mir sofort an die 25.000 Schilling für dieses Bild. Ich lehnte dankend ab, da ich es ja bereits kostenlos einem freien Fotografen übergeben hatte.

Foto von Olivia im Krankenbett der Intensivstation
6.8.1995. Das Foto von Olivia auf der Intensivstation, das in der „ganzen woche“ auf dem Titelblatt veröffentlicht wurde

Um den ständigen Falschmeldungen verschiedener Beteiligter zuvorzukommen, verfasste ich eine Presseerklärung, die ich auch an die Behörden und an das AKH weiterreichte.

Klarstellung der Eltern von Olivia:

Trotz öffentlich bekundeter Zustimmung seitens des Jugendamtes, Dr. Heinz Zimpers und der verantwortlichen Ärzte vom AKH, Herrn Dr. Langer als Vertrauensarzt der Familie Pilhar in die Krankengeschichte von Olivia mit einzubeziehen, durfte dieser bisher lediglich am Montag, 2.8.95 Olivia besuchen. Zur Zeit hat Dr. Langer Besuchsverbot.
Am 6.8.95 machte ich ein Foto von Olivia und ihrer Mutter. Mir wurde der Fotoapparat sofort beschlagnahmt und ich wurde für kurze Zeit von Sicherheitsbeamten des AKH festgehalten. Ein Besuchsverbot wurde ebenfalls gegen mich ausgesprochen. Wir besitzen also nicht einmal mehr das Recht, von unserer eigenen, schwerkranken Tochter ein Erinnerungsfoto zu machen. Herr Dr. Pötter gestand uns im Gespräch vom 3.6.95, dass auf den CTs von Stockerau vom 26.7.95 bereits „Metastasen“ an der Leber erkennbar seien. Diese wurden von dem Ärztekonsortium in Tulln am Fr 28. 7.95 entweder übersehen oder mit Absicht nicht beachtet, damit die Heilungschance mit 20- 40% beziffert werden konnte.
Zu diesem Zeitpunkt (28.7.95) war Herr Richter Masizek durch das an ihn gesandte Video vom Interview Prof. Rius (Universitätsklinik Barcelona) mit Dr. Hamer und Herr Dr. Heinz Zimper durch die Diagnose anhand der ersten CTs von Dr. Bauml und Frau Dr. Rostovsky (Zeuge: Helmut Pilhar, Herr Gerald Kobierski) vom 24.7.95 in Kenntnis des Leberkarzinoms.
Das heißt, sowohl Herr Masizek, als auch Herr Heinz Zimper wussten, dass andere Ärzte übereinstimmend ein Leberkarzinom festgestellt hatten. Am Freitag, 28.7.95 wurde dieses Leberkarzinom geleugnet und die Zwangstherapie durchgesetzt.
Herr Dr. Pötter lässt diesen Schwindel auffliegen.
Herr Dr. Hamer sah bereits am 25.5.95 dieses Leberkarzinom, Dr. Rius bestätigte dieses am 10.7. 95.

Zu klären gilt noch der Unterschied zwischen Metastasen (Absiedlungen des, von der Niere ausgehenden, Tumors) und einem Karzinom (von der Leber ausgehender, lebereigene Tumor). Genau an diesem Punkt treffen wir auf die verschiedenen Meinungen der Schulmedizin und der Neuen Medizin.
Nach Dr. Hamer gibt es keinen Unterschied, da die Leber nur einen Gewebetyp besitzt. Der Schulmediziner Dr. Pötter bezeichnet die sog. „Metastasenbildung“ als typisch im fortgeschrittenen Tumorstadium.

Ich bin nun wirklich kein Mediziner, vermute aber, dass es seitens der Schulmedizin mittels Jonglieren und Verschieben von Fakten und Ereignissen, ein Gedanken- und Glaubensgebilde zu wahren gilt. Und das alles auf dem Rücken meiner Tochter Olivia.
Die Leber wurde nicht erst jetzt von sog. „Metastasen“ befallen, sondern hatte nachweisbar und belegt, bereits von Anfang an dieses Karzinom.

Weiters, trotz Einsatz der Chemotherapie konnte eine Metastasierung der Lunge nicht verhindert werden. Warum nicht? Hat Dr. Hamer hierbei mit seinem „Todesangstkonflikt“ vielleicht wieder recht? Wozu eine Chemo, wenn innerhalb von Tagen an Leber und Lunge Metastasen auftreten?
Weiters Strahlentherapie. In den ersten Tagen wurde verkündet, die Bestrahlung greift, der Bauchumfang hätte um 1 cm abgenommen. Heute erklärte Frau Dr. Frenzel, es sei keine rückläufige Tendenz bei der Tumorgröße feststellbar, es werde aber die Bestrahlung und nunmehr mit einer „harten“ (!) Chemo fortgesetzt.
1cm Bauchumfang! Nach Tagen der künstlichen Ernährung! Wurde hier vielleicht das Leerwerden des Darms festgestellt? Es kann keine fertig indurierte Zyste mittels Chemo oder Strahlen verkleinert werden! Olivia hat bis zu 40°C Fieber, trotz Chemo! Sehen die Ärzte nicht, dass sie mein Kind umbringen?
Frau Dr. Frenzel meinte, die Ärzte seien verpflichtet, solange mit der sog. „Therapie“ fortzufahren, so lange noch ein Fünkchen Hoffnung bestehe. Erst wenn alle Organe ihre Funktion aufgegeben hätten, würden sie stoppen.
Meine Meinung:
Wäre Olivia nicht Olivia, würden die Ärzte das Kind den Eltern überlassen, um einem eventuellen Wunder eine Chance zu geben. Olivia aber darf nun nicht einmal durch ein Wunder gesund werden.
Am Montag, 31.7.95 verkündeten die Ärzte 10% Heilungschance. Am Donnerstag 3.8.95 stellten sie Metastasen in Leber und Lunge fest. Liegen wir nun bei 1 % oder 2%? Olivia darf nicht raus. Das letzte Fünkchen Hoffnung muss erlöschen.

Arme Olivia. Man hat Dir verboten, nach Dr. Hamer zu gesunden. Man hat Dich verfolgt, gelockt und betrogen. Man hat Dich eingesperrt, um Dich zu Tode zu therapieren.
Gebt uns unsere Tochter wieder!

Unterschrift...

AKH: Schreiben von Prof. Pötter an „täglich alles“:
Auf den erschienenen Artikel „Hat Krebsarzt Hamer doch recht?“ wurde umgehend reagiert.

Sehr geehrte Damen und Herren!

In Ihrem Bericht zitieren Sie mich in einer Aussage vom Freitag Nachmittag (3.8., 17:00) entsprechend einer Mitteilung des Vaters von Olivia, Herrn Helmut Pilhar.
Ich möchte hierzu kurz in Übereinstimmung mit der Aussendung vom 5.8. von Herrn Prof. Waldhauser zur Analyse der Computertomographie vom 3.8. Stellung nehmen: Die auf dieser Untersuchung abgrenzbaren Rundherde in Lunge und Leber sind wahrscheinlich Metastasen, d.h. Absiedlungen des von der Niere ausgehenden Tumors. Derartige Absiedlungen in diesen Organen finden sich typischerweise in fortgeschrittenen Tumorstadien bei von der Niere ausgehenden Tumoren im Kindesalter. Es findet sich bei der CT-Untersuchung von Olivia keinerlei Hinweis auf einen von der Leber ausgehenden lebereigenen Tumor („Leberkarzinom“). An der Diagnose Nierentumor (wahrscheinlich „Wilmstumor“) besteht somit weiterhin keinerlei Zweifel. Leider ist aufgrund der langen Therapieverzögerung neben dem massiven lokalen Tumorwachstum anscheinend auch eine Absiedlung von Zellen des Nierentumors in anderen Organen, wie Lunge und Leber, eingetreten.
Die Gesamtprognose von Olivia wird durch diesen Befund mit hoher Wahrscheinlichkeit trotzdem nicht wesentlich beeinflusst.
Ich möchte Sie im Sinne einer der medizinischen Situation adäquaten Berichterstattung ersuchen, diese Stellungnahme bei weiteren Mitteilungen entsprechend zu berücksichtigen.

Unterschrift...

Man beachte die immer wieder auftauchenden, vagen Formulierungen.
Abgesehen davon, dass es einer Wortklauberei gleichkommt, wuchernde Zellen als Karzinom oder als Metastase zu bezeichnen, besitze ich ein, von Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. P. Pfitzer, Professor für Pathologie und Zyto-Pathologie, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Düsseldorf, unterfertigtes Interview, in welchem er bestätigt, dass im Prinzip in allen Organen immer nur die gleiche histologische Art von Gewebe gefunden werden kann.

Mit anderen Worten bedeutet dies, dass an einer Leber keine wild gewordenen Nierenzellen weiterwachsen und ein, von der Leber verschiedenartiges Gewebe hervorbringen können.

Soweit zu den kläglichen Versuchen der Schulmedizin, ihre Hypothese der Metastasenbildung aufrecht zu erhalten. Mir persönlich ging es aber nicht um diese Haarspalterei. Wesentlich war die Aussage des Prof. Pötters, dass bereits auf den CTs in Tulln Metastasen oder Karzinome, wie immer man diese bezeichnen möge, an der Leber vorhanden waren.
Nichts anderes hatten die Ärzte der Neuen Medizin von vornherein gesagt! In Tulln aber wurde dies auf das Heftigste bestritten.

Medien

kurier - KÖLN: MONTAG ENTSCHEIDUNG ÜBER HAFT FÜR „HEILER“ HAMER
täglich alles - OLIVIA HAT METASTASEN AN LEBER UND LUNGE



Montag, 7.8.1995:

Telefonat mit der Redaktion „spiegel-tv“:
Dr. Witt, der mit dem roten Kopf (Spanien), sollte mit einem weiteren Onkologen und mir in der Talkshow auftreten. Ich lehnte dankend ab.

Anwaltskanzlei Wegrostek:
Eigentlich hatte ich eine riesige Fragen- und Aufgabenliste mit dabei und war daher völlig über die Reaktion des Herrn Dr. Wegrostek überrascht. Er spielte den wilden, ungeduldigen Mann. Von Dr. Hamer (er sprach Dr. Harmer) sei er nicht überzeugt und werde ihn daher auf keinen Fall kontaktieren. Viel wichtiger sei es, dass ich ihm ÖS 50.000 auf sein Konto überweise, damit die „vorläufigen Spesen“ abgedeckt seien.
Vom Jugendamt hatte er ein Schreiben erhalten, in dem es hieß, ich hätte in der Klinik gedroht, alles klein zu schlagen und Olivia zu entführen. Die Rede war von der Fotostory. Alle meine anderen Wünsche bezeichnete er als Nebensächlichkeiten.

Nun, man kann sagen, dieses Gespräch hatte mich wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt. So lief die Geschichte also. Die falsche Aussprache des Namens Dr. Hamer als Dr. Harmer kannte ich doch, wer war dies nur? Ach ja, der Richter Masizek! Hatte er am letzten Tag in Tulln nicht angedeutet, dass er Dr. Wegrostek persönlich kenne? Da wird doch nicht etwas hinter den Kulissen, hinter meinem Rücken gespielt, oder? Und die ÖS 50.000! Wollte er mich abschrecken? Ich hatte bereits die Rechnung von Anwalt Dr. Antonescu erhalten und konnte somit vergleichen, nur dieser Betrag erschien mir als Begleichung für das bisher Erbrachte doch etwas zu hoch. So nicht! Es war zwar hart für mich, plötzlich wieder ohne Rechtsanwalt dazustehen, doch lieber ohne, als mit einer solchen Kategorie von Anwalt!

Wie vereinbart stellte ich mich dem Ärztegespräch, bevor ich zu Olivia gehen durfte. Wahrscheinlich wollten sich die Ärzte zuerst meine Gemütsverfassung anschauen, ob ich vielleicht wirklich zu randalieren beginnen könnte.

Arztgespräch Prof. Dr. Waldhauser, Erika und ich:
Er empfahl mir, mich für eine Woche ruhig zu verhalten. Der ganze Rummel müsse mich doch furchtbar belasten, und ich solle mich doch lieber ausschlafen. Natürlich meinte er meine Presseaktivitäten. Er erklärte, man könne mich nicht einschätzen, wie weit ich gehen würde. Da er für die Abteilung verantwortlich sei, würde er Schwierigkeiten bekommen, sollte ich Olivia etwas antun.
Der pure Schwachsinn! Man unterstellte mir, ich könnte meiner eigenen Tochter ein Leid zufügen. Ich versicherte ihm, Olivia nicht einmal ein Pflaster entfernen zu können, geschweige denn Schläuche. Ich sei mir dessen völlig im klaren, dass dies in der jetzigen Verfassung Olivias ihren sicheren Tod bedeuten würde.
Der beschlagnahmte Fotoapparat wurde der BH-Wr. Neustadt übergeben und selbst der Film wäre noch verfügbar, so dass ich auf alle Fälle in vielleicht 14 Tagen zu meinem Erinnerungsfoto käme. Innerlich musste ich lachen, denn dieses Foto sollte kommenden Donnerstag auf der Titelseite der Wochenzeitschrift „ganze woche“ erscheinen.
Wir erzählten ihm vom frechen Primar aus Tulln, der Erika um Erlaubnis ersucht hatte, von Olivia Fotos zu machen und diese dann vermutlich ebenfalls an die Presse weitergab. Das war nun Prof. Dr. Waldhauser sehr peinlich, ich muss aber gestehen, dass zwar Primar Dr. Vanura persönlich Fotos von Olivia gemacht hatte, ich aber keinerlei Anhaltspunkte über eine Weitergabe an die Presse habe. Prof. Dr. Waldhauser meinte, mir gegenüber sehr vorsichtig mit Formulierungen sein zu müssen, denn ich hätte die Informationen über Olivias Metastasen von Prof. Pötter sehr schnell und dazu noch falsch an die Presse weitergegeben. Bei der Leber und der Lunge handle es sich um Metastasen, berichtigte er mich und nicht wie fälschlich publiziert wurde, um Karzinome.
Wir waren also wieder bei dem leidigen Thema. Doktor Hamer erklärt, es gäbe keine Metastasen sondern nur weitere Karzinome, also organeigene Krebse, welche durch weitere isolative Konfliktschocks ausgelöst würden. Die Schulmedizin dagegen vertritt die Hypothese, von einem Primärtumor wandern wild gewordene Krebszellen durch das arterielle Blut und kleben dann zufällig irgendwo fest und vermehren sich dann dort.
Hierfür benötigt die Onkologie aber bereits zwei theoretische Annahmen, welche sie leider bisher noch nicht belegen konnte.
1. Es wurden bisher keine wandernden Krebszellen im arteriellen Blut nachgewiesen. Trotz technischer Einrichtungen wie Elektronenrastermikroskope, die sogar etwas größere Molekülketten sichtbar machen können, gelang es bisher nicht, ein im Verhältnis dazu „Riesengebilde“ von einer wandernden Krebszelle nachzuweisen. Übrigens konnte man auch bis heute noch kein HIV-Virus auf diese Weise belegen.
2. Laut Schulmedizin soll sich also von einem Primärtumor z.B. Darmkrebs eine Krebszelle ablösen, sich auf Wanderschaft begeben und sich eventuell am Knochen absetzen. Somit wäre dann am Knochen eine Metastase. Laut einem Interview vom 13.7.1989 zwischen Dr. Hamer und Dekan Prof. Dr. Dr. Pfitzer (Professor für Pathologie und Zyto-Pathologie, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Düsseldorf) stellt Prof. Pfitzer fest, dass in gleichen Organen immer nur die gleiche histologische Art von Gewebe gefunden werden kann. Das heißt also, die Darmkrebszelle müsste eine Metamorphose durchmachen und sich in eine Knochenkrebszelle verwandeln können. Ähnlich also, wie aus einer Raupe ein Schmetterling wird. Aber auch hierfür gelang der schulmedizinischen Krebsforschung noch kein Beweis.
Uns Patienten wurde immer die Metastasenstory als wahr verkauft, es wurde nie eingestanden, dass es sich lediglich um nicht beweisbare Hypothesen handelte, nur um ein organisches Phänomen erklären zu können. („onkologische Märchenerzählung“)

Professor Dr. Waldhauser erklärte mir nun die Metastasenentstehung bei Olivia folgendermaßen:
Vom Wilmstumor ausgehende entartete Krebszellen wandern über die Arterie zu den Organen, welche von diesen befallen werden. Die Histologie, welche aber natürlich noch nicht gemacht werden könne, zeige dann auf der Leber entartetes, wucherndes NierenzeIlengewebe. Hier widersprach er eindeutig Prof. Pfitzer.
Wieso, so stellte Prof. Waldhauser die Frage, sollte ein Karzinom gleich dreimal am Organ ausbrechen. Damit meinte er die drei Metastasen an der Lunge.
Die früheren Diagnosen über das Leberkarzinom bezweifelte er auf das Heftigste. Professor Rius sei ihm kein Begriff und wenn Dr. Bauml und Frau Dr. Rostovsky, auch hier tat er als hätte er ihre Namen das erste Mal gehört, vor ihm die Diagnose wiederholen würden, dann ... Er stockte und blickte mich scheinheilig an.
Gegenüber meinem Vorwurf, das AKH gäbe uns keinerlei Befunde, würde aber Olivias Krankengeschichte vor aller Öffentlichkeit entsprechend deren Ansicht erläutern, verteidigte er sich folgendermaßen:
Da es sich hierbei um einen Misstrauensantrag gegenüber der Schulmedizin handle, hätte die Öffentlichkeit ein Recht auf Aufklärung und auch die Ärzteschaft ein Recht auf Verteidigung.
Wenn der Befund allerdings einen Nicht-Wilmstumor bestätigen würde, wäre dies sicherlich die allerschlimmste Niederlage für ihn persönlich. Welche Tumorarten noch in Frage kämen, wollte er nicht beantworten. Es wären nur sehr seltene Tumore und diese zu erläutern, würde zu weit führen.
Olivia dürfe ich jeden Tag für vorerst eine Viertelstunde nach Absprache mit ihm sehen. Allerdings müssten wir uns hierfür jeden Tag auch einen Termin vereinbaren. Später, wenn er mich besser kennen würde, könnte diese Vorsichtsmaßnahme gelockert werden.
Wer vom Krankenhaus die Falschinformation über mein angebliches Randalieren an die BH-Wr. Neustadt weitergab, konnte er nicht sagen.
Im weiteren versuchte Prof. Waldhauser Herrn Dr. Hamer als Spinner darzustellen, der versuche, ein völlig neues Weltbild durchzusetzen, wo doch nun wirklich alle dagegen wären. Ob er denn nicht selbst aus der Geschichte wüsste, dass dies bereits oftmals der Fall war, wie z.B. bei Dr. Semmelweis, der schließlich auch im Irrenhaus eingesperrt wurde, war meine Entgegnung. Ich, als logisch denkender Mensch sei jedenfalls so lange von Dr. Hamers Thesen überzeugt, bis der Gegenbeweis erbracht werde.

Für 10 Minuten war ich daraufhin bei Olivia. Sie war halb bei Bewusstsein, reagierte aber sofort auf Fragen der Schwester mit Kopfnicken oder Kopfschütteln, hatte die Augen aber nicht offen. Oft verzog sie schmerzhaft ihr Gesicht. Waren dies bereits die Folgen der Chemo? Grauenhaft!
Als ich sie ansprach, reagierte sie wieder mit schmerzlichem Gesichtsausdruck und rutschte hin und her. Erika meinte, ich solle sie nicht aufregen. Ich hütete mich, sie aufzuregen, denn dann wäre die Dosis des Schlafmittels erhöht worden.
Es war eine furchtbare seelische Belastung. Man verlangte von uns, unserem Kind beizustehen, während man es quälte.
Gedanken schossen mir durch den Kopf. Warum spielen wir hier eigentlich mit? Regte sich Olivia durch unsere Anwesenheit auf, wurde sie niedergespritzt. Ihr Anblick war für mich fast unerträglich, und ich war wieder nahe daran, umzufallen. Das ewige Theater mit dem Besuchsrecht ging mir auf die Nerven. Es wurde als Druckmittel gegen mich verwendet. Das Abscheuliche war aber vor allem, dass mit mir auch Dr. Langer das Besuchsverbot ausgesprochen wurde.
Erika ertrug dies alles besser.
Für mich waren die wissenden Ärzte Mörder, die anderen dumm.

Als ich ging, verabschiedete ich mich freundlich. Verständlich, dass mich diese Ärzte nicht einschätzen konnten. Mit dem morgen erscheinenden Foto von Olivia auf der Titelseite der „Ganzen Woche“ wird wieder die Hölle losbrechen. Ich rechnete mit härteren Sanktionen als bisher.

Gespräch mit Dr. Langer:
Erika und ich waren über seine Loyalität und Menschlichkeit begeistert. Meine Warnungen, er könne in Schwierigkeiten geraten, schlug er in den Wind.

Bezirkshauptmannschaft:
In einem Schreiben an das Bezirksgericht wurde folgendes festgehalten:
Olivia befinde sich seit 29.7.95 auf der Intensivabteilung der AKH Kinderklinik. Die normale Besuchszeit sei 2 mal eine halbe Stunde pro Tag, sei aber für Erika auf 2 mal 3 Stunden täglich erweitert worden. Obwohl Erika in einer Pressesendung erklärt habe, nicht mit dem Kind mitzukommen, da dies einer Anerkennung der Behandlungsmethode gleichkomme, mache sie nun von ihrem Besuchsrecht regelmäßig Gebrauch.
Ich sei von dem Besuchsrecht ausgenommen worden, da ich angekündigt hätte „auf der Station alles kurz und klein zu schlagen“ und die Absicht geäußert hätte, Olivia unter Gewaltanwendung aus der Abteilung zu holen.
Aus diesem Grunde sei die Bundespolizeidirektion Wien ersucht worden, die Abteilung zu bewachen. Zunächst mit einem Kriminalbeamten in Zivil und zwei Uniformierten, nunmehr lediglich durch einen Kriminalbeamten.
Seit 3.8.95 sei ich aber auch zum Besuch zugelassen. Obwohl mir grundsätzlich ebenfalls 2 mal 3 Stunden gebilligt worden seien, würde ich nur ganz kurz meine Tochter besuchen. Außerdem würde ich medizinische Debatten bei den vorangehenden Arztgesprächen auslösen, am 6.8.95 hätte ich ein Foto auf der Abteilung gemacht und hätte den Fotoapparat abgeben müssen, und ich mache mir ständig Notizen und lehne nach wie vor die Therapie ab. Als mir erklärt worden sei, dass trotz der aufgetretenen Metastasen in Leber und Lunge noch gute reelle Chancen bestünden, hätte ich die Entlassung Olivias gefordert, da sie meiner Meinung nur mehr 5% Überlebenschancen hätte.
Es solle mit mir ein aufklärendes Gespräch mit Prof. Dr. Waldhauser in Beisein des Prof. Friedrich stattfinden.
Da das Kind in bestmöglicher Behandlung der führenden Ärzte Österreichs sei, und auf der Intensivabteilung keine medizinischen Debatten geführt werden könnten, sei die Beiziehung eines Vertrauensarztes nicht erforderlich.

Hier wurde infam gelogen, und es wurden mir Dinge unterstellt, die ich nie geäußert hatte. Auch war die Behauptung, ich würde meine Besuchszeit nicht ausschöpfen, derart gemein, dass mir die Worte fehlten!
Mir wurden damals lediglich einmal pro Tag 5-15 Minuten gewährt. Nach meinem Fotografieren wurde die Besuchszeit von 15 auf 5 Minuten herabgesetzt. Nach dem angeordneten Arztgespräch wurde ich von der Wache leibesvisitiert, erst dann durfte ich in deren Begleitung zu meiner Tochter.
Bei den Arztgesprächen stellte ich natürlich verschiedene Fragen, denn es gab seitens der Schulmedizin derart viele Annahmen und Hypothesen, die mir einfach zu fadenscheinig waren, als dass dies mir für die Behandlung meiner Tochter ausgereicht hätte.

Auch notierte ich mir die verschiedenen Stellungnahmen der Ärzte dazu und kam dahinter, dass sich die Schulmediziner selbst im eigenen Lügennetz verhaspelten.
Dies wurde mir natürlich verübelt. Von Dr. Hamer wusste ich, dass ein Kind mit Wilmstumor und Metastasen auf Lunge und Leber nicht mehr therapiert wird. In solchen Fällen gibt man den Eltern das Kind mit nach Hause und überreicht ihnen noch ein Fläschchen Morphium. Außerdem sagten die Ärzte selbst nach der Einlieferung in das AKH, dass Olivia lediglich noch 10% Chancen hätte. Nun waren noch Metastasen an zwei Organen aufgetreten. Welche Chance hatte Olivia nunmehr?
Man wollte uns absolut keinen Einblick in die Therapie gewähren, deshalb lehnte man hinterrücks unseren Vertrauensarzt ab, obwohl dieser auch von der Behörde akzeptiert worden war. Um den Schein zu wahren?

Medien

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spiegel - ÄRZTE GEGEN WUNDERHEILER, DER KAMPF UM OLIVIA P.
täglich alles - KREBSARZT HAMER: ‚LAßT OLIVIA NACH HAUSE!

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