FREIZEIT REVUE - Olivia kommt nach Hause, aber wir leben weiter mit der Angst
FREIZEIT REVUE, 27.03.1996
Olivia kommt nach Hause, aber wir leben weiter mit der Angst
Das Schicksal des krebskranken Mädchens Olivia Pilhar (7) bewegt seit Monaten die Öffentlichkeit. Im Mai waren die Eltern mit der Schwerkranken und Wunderheiler Ryke Geerd Hamer nach Spanien geflohen, weil sie Olivia nicht den Schulmedizinern anvertrauen wollten. Nach Ende einer 72tägigen dramatischen Flucht wurde Olivia im Juli ins Wiener Allgemeine Krankenhaus gebracht, wo ihr ein fußballgroßer Tumor entfernt wurde. Gegen den Willen der Eltern, denen das Sorgerecht aberkannt worden war, wurde Olivia mit Chemotherapie behandelt.
Doch sind die Vorbehalte von Erika und Helmut Pilhar gegen diese aggressive Behandlungsmethode wirklich grundlos? Eine Passage in nebenstehendem Interview zeigt, daß den Erfolgsmeldungen der Schulmediziner mit Skepsis zu begegnen ist.
Deshalb leben die Eltern weiterhin in Angst: Hat Olivia das Schlimmste wirklich überstanden? Auf jeden Fall freut sich die Siebenjährige schon auf ein besonderes Ereignis: Sie bekommt im Juni ein Brüderchen.
• Wissen Sie schon genau, wann Olivia nach Hause kommt?
Helmut Pilhar: Am 18. 3. 96 begann der (hoffentlich für immer) letzte Chemoblock und endete mit 25. 3. 96. Es ist laut den Ärzten zu erwarten, daß mit dem darauf folgenden Wochenende Olivias Blutbild schlechter werden wird, so daß Olivia bis Anfang April unter ärztlicher Kontrolle bleiben muß (Infektionsgefahr). Nach den Mitteilungen der Ärzte dürfte Olivia aber bereits nach den Osterferien die Schule bei uns am Land besuchen können.
• Was sagt sie selbst über ihre Krankheit? Hat sie noch große Schmerzen?
Selbstverständlich weiß Olivia, daß sie an Krebs leidet. Was sie nicht weiß, ist der Zwiespalt, in dem wir Eltern uns befinden: Wir trachteten, Olivia so weit wie möglich aus unserem Streit mit der dogmatischen Schulmedizin rauszuhalten.
Seit etwas mehr als einem Monate haben bei Olivia die Schmerzen im Unterleib sowie die chemobedingte Übelkeit nachgelassen. Seit Mitte September erhielt sie nur 2/3 der Chemodosen, und das letzte hochgiftige Chemomittel wurde vollständig gestrichen. Ihre Haare beginnen bereits kräftig zu wachsen. Allerdings muß sie nach wie vor Beinschienen tragen, damit ihre tauben Füße sie beim Gehen nicht behindern. Dies sind Folgeerscheinungen der Chemotherapie.
Auch verträgt sie kein Autofahren, da ihr sonst sehr leicht übel wird. Beim Stufensteigen kommt sie schnell außer Atem. Ihr Gewicht pendelt seit der Operation Mitte September um die 21,5 kg bei einem lebensbedrohenden Minimalgewicht von 20 kg.
• Bekam sie im Krankenhaus Unterricht? Wird sie zu Hause zur Schule gehen?
Bereits zwei Wochen nach der Operation konnte sie die Schule an der Station besuchen (1. Klasse Volksschule). Im allgemeinen tut sie sich leicht und begreift sehr rasch. Bereits im Kindergarten konnte sie vereinzelt Wörter entziffern. Wie gesagt, wird sie nach Ostern aller Voraussicht nach bei uns zu Hause zur Schule gehen.
• Muß sie weiterbehandelt werden, oder ist das jetzt ein für allemal vorbei?
Laut den Ärzten erhielt Olivia am Montag die letzte Fuhre Chemo. Es folgen mehrere Monate, in denen Olivia wöchentlich zur Blutbildkontrolle ins Spital muß. Auch muß die Physiotherapie wegen ihrer spastischen Lähmung an den Füßen weiter fortgesetzt werden. Nach ca. einem halben Jahr muß sie dann alle drei Monate zu weiteren CT-Aufnahmen. Nach zwei Jahren werden dann die Schulmediziner sagen können, ob sie den Kampf gegen den Krebs gewonnen haben oder nicht. Es ist allgemein bekannt, daß die Chemo selbst im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Innerhalb dieser ersten zwei Jahre ist laut schulmedizinischer Erfahrung die Ausfallsquote am höchsten.
• Wie verändert sich das Leben der Familie, wenn Olivia wieder zu Hause ist?
Es wird sich hoffentlich rasch normalisieren.
• So eine Behandlung ist sehr teuer. Zahlt alles die Krankenkasse? Oder hat Olivia einen Sponsor, der die Kosten übernimmt?
Einem uns vorliegenden Tagebuch einer Mutter, deren siebenjährige Tochter Herbst 1993 an einem Wilmstumor erkrankte und Herbst 1994 starb, ist zu entnehmen, daß diese Form der- Krebsbekämpfung um die 500 000 DM kostet. Eine Stange Geld, die zu bezahlen die Krankenkasse bereit ist.
Daß eine natürliche Heilung nur einen Bruchteil dieser Summe ausmachen würde, kann sich jedermann vorstellen.
Somit wäre dies auch für unsere beiden (das österreichische und das deutsche) bankrotten Gesundheitssysteme ein Grund mehr, sich endlich mit Alternativen zu dieser hochtoxischen Chemotherapie auseinanderzusetzten. Es würde auch die Brieftasche eines jeden Bürgers entlasten.
An dieser Stelle möchte ich auch einer seit kurzem in Österreich existierenden Organisation mit dem Namen „Kinderbegleitung“ danken, welche es ermöglichte, daß wir es uns leisten konnten, Olivia keinen Augenblick in diesem Krankenhaus alleine zu lassen. Diese Organisation übernahm fast zur Gänze die Kosten der Begleitperson. Einen Sponsor oder dergleichen haben wir nicht und wollen auch keinen haben.
• Wie stehen Sie heute zur Chemotherapie?
Im „Deutschen Ärzteblatt“ , Ausgabe C vom 8.1.96, liest man im Artikel „Qualitätssicherung in der Onkolgie“: Eine Umfrage von Professor Hermanek (Uni-Klinik Erlangen/Nürnberg) an „275 großen chirurgischen und gynäkologischen Kliniken“ zeigte, daß höchstens zehn Prozent aller Kliniken für alle Tumore eine Verlaufsdokumentation in der nötigen Vollständigkeit führen, um eine Interpretation der Daten zu erlauben. Hermanek: „Das ist natürlich ein schockierendes Ergebnis.“ Eine entsprechende Langzeitdokumentation erfolgt nach Hermaneks Erfahrungen bislang nur sehr unzureichend bei fünf oder zehn Prozent der Patienten.
Wie lange dürfen uns Ärzte noch mit Behauptungen von 90 bis 95% Erfolg in dieser Vergiftungstherapie belügen? Wie lange dürfen sie noch massenweise hilfesuchende Patienten vergiften? Beim ersten Einsatz der Chemopseudotherapie versterben 10 bis 15%. Nach Aussagen der Ärzte versterben allein in Spitälern 30% der Chemovergifteten. Der Rest bleibt bis zum bitteren Ende auf sich allein gestellt. In Wirklichkeit versterben durch dieses Gift 92 bis 95% aller Patienten.
Wie Tiere werden diese armen Patienten behandelt. Sie werden Interessen geopfert, die sich kaum von denen der Nazi-Zeit unterscheiden. Die Götter in Weiß ziehen einen dunklen Schatten hinter sich her!
• Wie sieht es jetzt mit dem Sorgerecht aus?
Abgesehen davon, daß der österreichische Konsul Walter Esten meiner Frau in Spanien das Sorgerecht rückerstattete, dies in Österreich ihr aber sofort vom Pflegschaftsgericht wieder abgesprochen wurde, dürften wir aller Voraussicht nach mit Ende der Therapie einen Teil des Sorgerechtes wieder zurückerhalten. Zumindest laut Auskunft des Pflegschaftsrichters.
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