WIENER ZEITUNG - "Gemeingefährliche Scharlatane"
WIENER ZEITUNG, 19.08.1995
Ärztekammer geht gegen „Neue Medizin“-Vertreter vor
„Gemeingefährliche Scharlatane“
Der Präsident der Ärztekammer für Wien, Primarius Dr. Michael Neumann, hat Freitag rechtliche Schritte gegen die Verfasser eines seit kurzem in Wien kursierenden Flugblatts über die sogenannte „Neue Medizin“ angekündigt. In diesem Flugblatt, das wiederholt von Anhängern des „Psychoheilers“ Ryke Geerd Hamer verteilt worden war, werden Patienten unter anderem zu einem Boykott der Schulmedizin aufgefordert.
Neumann: „Sollten Patienten diesen Aufruf ernstnehmen, so bedeutet dies, daß sie bei Erkrankungen jeglicher Art nicht mehr die medizinische Hilfe derjenigen Ärztinnen und Ärzte in Anspruch nehmen, die in Einrichtungen wie Ordinationen und Krankenhäusern arbeiten, sondern, daß sie sich lediglich von selbsternannten Heilem behandeln lassen.“ Dies käme einer massiven Gefährdung der Gesundheit der Österreicher gleich.
„Zu behaupten, daß bösartige Hirntumore nicht existierten und Metastasen immer vermeidbar seien, ist leider medizinischer Wahnsinn“, so Neumann weiter. Notwendig sei hier eine klare Abgrenzung von qualitätsgesicherten sinnvollen Methoden in der Medizin, worunter selbstverständlich auch Bereiche wie z. B. die Homöopathie und die Akupunktur fallen, zu gemeingefährlichen Praktiken von Scharlatanen. Letzteres treffe jedenfalls auf die „Neue Medizin“ zu.
Neumann: „Rechtliche Schritte hat die Ärztekammer bereits gegen die im Flugblatt ebenfalls angekündigte Gründung einer ‚Patientenkammer’ eingeleitet. Patient-Sein ist kein Beruf. Daher ist die Verwendung des Begriffs ‚Kammer’ sinnlos. Es gibt in Österreich auch keine einzige Institution, die sich als Kammer bezeichnen darf, aber auf Vereinsbasis organisiert ist.“ Auch sehe er, Neumann, überhaupt keinen Bedarf für eine solche Organisation, da Patienten bereits derzeit in Form von Patientenanwälten, Schiedsstellen, etc. in ihren Rechten vertreten werden. Neumann: „Wir“ haben die zuständige Bezirkshauptmannschaft schriftlich dringend ersucht, die Vereinsgründung einer ‚Patientenkammer’ zu untersagen.“
„Gemeingefährliche Scharlatane“
Der Präsident der Ärztekammer für Wien, Primarius Dr. Michael Neumann, hat Freitag rechtliche Schritte gegen die Verfasser eines seit kurzem in Wien kursierenden Flugblatts über die sogenannte „Neue Medizin“ angekündigt. In diesem Flugblatt, das wiederholt von Anhängern des „Psychoheilers“ Ryke Geerd Hamer verteilt worden war, werden Patienten unter anderem zu einem Boykott der Schulmedizin aufgefordert.
Neumann: „Sollten Patienten diesen Aufruf ernstnehmen, so bedeutet dies, daß sie bei Erkrankungen jeglicher Art nicht mehr die medizinische Hilfe derjenigen Ärztinnen und Ärzte in Anspruch nehmen, die in Einrichtungen wie Ordinationen und Krankenhäusern arbeiten, sondern, daß sie sich lediglich von selbsternannten Heilem behandeln lassen.“ Dies käme einer massiven Gefährdung der Gesundheit der Österreicher gleich.
„Zu behaupten, daß bösartige Hirntumore nicht existierten und Metastasen immer vermeidbar seien, ist leider medizinischer Wahnsinn“, so Neumann weiter. Notwendig sei hier eine klare Abgrenzung von qualitätsgesicherten sinnvollen Methoden in der Medizin, worunter selbstverständlich auch Bereiche wie z. B. die Homöopathie und die Akupunktur fallen, zu gemeingefährlichen Praktiken von Scharlatanen. Letzteres treffe jedenfalls auf die „Neue Medizin“ zu.
Neumann: „Rechtliche Schritte hat die Ärztekammer bereits gegen die im Flugblatt ebenfalls angekündigte Gründung einer ‚Patientenkammer’ eingeleitet. Patient-Sein ist kein Beruf. Daher ist die Verwendung des Begriffs ‚Kammer’ sinnlos. Es gibt in Österreich auch keine einzige Institution, die sich als Kammer bezeichnen darf, aber auf Vereinsbasis organisiert ist.“ Auch sehe er, Neumann, überhaupt keinen Bedarf für eine solche Organisation, da Patienten bereits derzeit in Form von Patientenanwälten, Schiedsstellen, etc. in ihren Rechten vertreten werden. Neumann: „Wir“ haben die zuständige Bezirkshauptmannschaft schriftlich dringend ersucht, die Vereinsgründung einer ‚Patientenkammer’ zu untersagen.“
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