KURIER - Olivia: Das Wachstum des Tumors ist endlich gestoppt!
KURIER, 03.08.1995
| Olivia: Tumor „schmilzt“ Trotzdem ist ihr Zustand weiterhin sehr kritisch Die neben der Chemotherapie eingesetzte Strahlenbehandlung hat Erfolg gebracht: Der mittlerweile 5000 Milliliter große Tumor hat in der Nacht auf Mittwoch endlich zu wachsen aufgehört, er ist sogar ein wenig kleiner geworden. Olivia kann nun auch wieder auf dem Rücken liegen. Auch auf die injizierten Antibiotika, hat sie gut angesprochen: Die Lungenentzündung hat sich nicht ausgeweitet; Trotzdem sehen die Ärzte noch keinen Grund zum Jubeln: „Der Zustand der Kleinen ist weiterhin sehr kritisch, die Gefahr von Infektionen besteht nach wie vor.“ Olivia ist im Dämmerschlaf und wird viel gestreichelt, weil sie die „Außenwelt“ erlebt. Seite 13 Olivia: Das Wachstum des Tumors ist endlich gestoppt! Neuer Hoffnungsschimmer, aber der Gesundheitszustand des Mädchens ist weiterhin sehr kritisch Martina Prewein Der Hoffnungsschimmer, Olivia könnte ihre schwere Krankheit doch besiegen, ist ein wenig gestiegen. Die akute Lebensgefahr, in dem sich das Mädchen noch am Dienstag befunden hatte, besteht im Moment nicht: Der 5000 Milliliter große Tumor hat endlich aufgehört zu wachsen und ist „ein bißchen geschmolzen“. Die Sechsjährige kann sogar wieder auf dem Rücken liegen. Wie berichtet, mußte sie in den vergangenen Tagen seitlich und mit angezogenen Beinen kauern, weil das Krebsgeschwür den Bauchraum fast völlig ausfüllte. Jederzeit können neue Komplikationen auftreten Trotzdem besteht, so die behandelnden Ärzte, „noch kein Grund zum Jubeln. Denn Olivias Zustand ist weiterhin kritisch. Das Krebsgeschwür scheint zwar unter Kontrolle gebracht zu sein, aber man weiß ja nicht, welche Komplikationen noch auftreten können. Die Gefahr von Infektionen ist groß.“ Bisher hat die Kleine auf die Strahlentherapie gut angesprochen. Gute Wirkung zeigen bei der Sechsjährigen auch die Antibiotika: „Die Lungenentzündung hat sich nicht ausgeweitet. Und das ist mehr, als wir aufgrund des mehr als angegriffenen Allgemeinzustands des Mädchens hoffen durften.“ Wie berichtet, hatten Olivias Ärzte - dreißig „hochkarätige Spezialisten“ aus den verschiedensten Bereichen der Medizin - am Montag beschlossen, neben der Chemotherapie mit einer Strahlenbehandlung zu beginnen. Der Wilms-Tumor war weitergewachsen. Man fürchtete, daß das Kind die Zeit bis zum Wochenende (erst dann kann das „krebszerstörende Medikament“ zu wirken beginnen) nicht überstehen würde. Das bösartige Geschwür hatte begonnen, alle lebensnotwendigen Organe und die Aorta „zu erdrücken“. „Wenn die Chemotherapie zu wirken beginnt, werden wir langsam die Radiobehandlung absetzen“, so ein Mediziner: „Denn wir wollen den ohnehin schon völlig kraftlosen Körper des Mädchens nicht unnötig belasten.“ Olivia befindet sich weiterhin in einem künstlichen Dämmerschlaf. Regelmäßige Besuche erhält es von seiner Mutter und der Großmutter. Die Frauen halten dann die Hände des Mädchens und streicheln seine Haut. Trotz Dämmerschlafs: Olivia erlebt Außenwelt „Das Gefühl, Zärtlichkeit zu bekommen, ist für die Kleine sehr wichtig. Denn obwohl sie nicht wirklich bei Bewußtsein ist, spürt sie doch, daß jemand da ist und sich um sie kümmert“, sagen die Ärzte. Auch eine Psychotherapeutin spricht regelmäßig mit dem Mädchen: „Patienten in diesem Zustand erleben mehr von der Außenwelt, als man glauben würde.“ Auch Erika und Helmut Pilhar wurde vom AKH eine psychotherapeutische Behandlung angeboten. Das Ehepaar, das noch immer den Methoden der Spitalsmediziner kritisch gegenübersteht und weiterhin Hamers „Heilungsphantasien“ verteidigt, hat den „Kurs der Einlenkung“ eingeschlagen. Olivias Vater droht nun nicht mehr mit Gewaltaktionen in der Kinderklinik. Es wird daher überlegt, das über ihn verhängte Besuchsverbot aufzuheben. |
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