KURIER - Olivia: Leichte Besserung bei Lungenentzündung
KURIER, 04.08.1995
Olivia: Leichte Besserung bei Lungenentzündung
Aber über den Berg ist das Mädchen noch nicht / Vater soll Besuchsrecht bekommen
Olivias Gesundheitszustand hat sich nicht wesentlich verbessert - aber auch nicht verschlechtert.
Und das ist mehr, als die Ärzte vor wenigen Tagen, als sich die Sechsjährige in einer kritischen Phase befand, zu hoffen gewagt hatten. Wie berichtet, ist der Tumor durch die Strahlenbehandlung ein wenig kleiner geworden. Die Kleine kann wieder am Rücken liegen. Das Krebsgeschwür hatte aufgrund des Ausmaßes (5000 Milliliter) bereits begonnen, die Organe und die Aorta zu „erdrücken“.
Weiterhin gut spricht das Mädchen auch auf Antibiotika an. Die Lungenentzündung ist schwächer geworden. „Im Moment haben wir berechtigte Hoffnung, daß Olivia den Kampf gegen den Tod gewinnen kann“, so ein behandelnder Mediziner zum KURIER. „Aber wir wissen, daß die Kleine noch lange nicht über den Berg ist. Jederzeit können Komplikationen eintreten. Die Gefahr einer Keiminfektion besteht weiterhin. Abzuwarten ist auch, wie der Tumor auf die Chemotherapie und die Strahlenbehandlung weiter reagiert. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Krebsgeschwür eine operable Größe hat, muß Olivia noch viel Kraft haben.“
Viele Stunden am Tag wachen Mutter und Großmutter am Bett des kleinen Mädchens. Der mit seiner Vormundschaft gerichtlich Betraute - der Wiener Neustädter Bezirkshauptmann Hofrat Herbert Marady will eventuell das über Helmut Pilhar verhängte Besuchsverbot aufheben. Diese Maßnahme war gesetzt worden, weil der Computertechniker mit Gewaltakten in der Kinderklinik gedroht hatte.
„Natürlich wäre für die Kleine der Kontakt mit dem Vater gut. Denn auch wenn sie im künstlichen Tiefschlaf ist, spürt sie, wer für sie da ist“, so Marady zum KURIER. „Wir müssen aber noch prüfen, ob Herr Pilhar dazu bereit ist, sich bei einem Besuch in der Intensivstation ruhig zu verhalten. Wir können nicht riskieren, daß durch ihn seine Tochter und andere schwerkranke kleine Patienten Schaden erleiden. Eine Psychologin wird mit dem Mann ein eingehendes Gespräch führen und danach entscheiden.“
Mit Erika Pilhar hat Marady eine gute Gesprächsbasis gefunden: „Diese Frau liebt ihr Kind sehr und weiß, daß sie nichts anderes tun kann, als ihm beizustehen.“
Helmut Pilhar hingegen hat nicht aufgegeben, bei jeder Gelegenheit die (manchmal todbringenden) „Heilungsphantasien“ Hamers zu preisen.
Diskussionen im Cafe
Oft hält Pilhar sich im Kaffeehaus des AKH auf. Zahlreiche Mütter und Väter von krebskranken Kindern versuchen dort, mit ihm zu reden, ihm die eigenen Erfahrungen zu schildern und ihn zu überzeugen, daß Olivia in der Kinderklinik bestmöglich behandelt wird.
Doch auch der Kontakt mit teilweise schon geheilten Kindern kann Pilhars Meinung nicht ändern.
Aber über den Berg ist das Mädchen noch nicht / Vater soll Besuchsrecht bekommen
Olivias Gesundheitszustand hat sich nicht wesentlich verbessert - aber auch nicht verschlechtert.
Und das ist mehr, als die Ärzte vor wenigen Tagen, als sich die Sechsjährige in einer kritischen Phase befand, zu hoffen gewagt hatten. Wie berichtet, ist der Tumor durch die Strahlenbehandlung ein wenig kleiner geworden. Die Kleine kann wieder am Rücken liegen. Das Krebsgeschwür hatte aufgrund des Ausmaßes (5000 Milliliter) bereits begonnen, die Organe und die Aorta zu „erdrücken“.
Weiterhin gut spricht das Mädchen auch auf Antibiotika an. Die Lungenentzündung ist schwächer geworden. „Im Moment haben wir berechtigte Hoffnung, daß Olivia den Kampf gegen den Tod gewinnen kann“, so ein behandelnder Mediziner zum KURIER. „Aber wir wissen, daß die Kleine noch lange nicht über den Berg ist. Jederzeit können Komplikationen eintreten. Die Gefahr einer Keiminfektion besteht weiterhin. Abzuwarten ist auch, wie der Tumor auf die Chemotherapie und die Strahlenbehandlung weiter reagiert. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Krebsgeschwür eine operable Größe hat, muß Olivia noch viel Kraft haben.“
Viele Stunden am Tag wachen Mutter und Großmutter am Bett des kleinen Mädchens. Der mit seiner Vormundschaft gerichtlich Betraute - der Wiener Neustädter Bezirkshauptmann Hofrat Herbert Marady will eventuell das über Helmut Pilhar verhängte Besuchsverbot aufheben. Diese Maßnahme war gesetzt worden, weil der Computertechniker mit Gewaltakten in der Kinderklinik gedroht hatte.
„Natürlich wäre für die Kleine der Kontakt mit dem Vater gut. Denn auch wenn sie im künstlichen Tiefschlaf ist, spürt sie, wer für sie da ist“, so Marady zum KURIER. „Wir müssen aber noch prüfen, ob Herr Pilhar dazu bereit ist, sich bei einem Besuch in der Intensivstation ruhig zu verhalten. Wir können nicht riskieren, daß durch ihn seine Tochter und andere schwerkranke kleine Patienten Schaden erleiden. Eine Psychologin wird mit dem Mann ein eingehendes Gespräch führen und danach entscheiden.“
Mit Erika Pilhar hat Marady eine gute Gesprächsbasis gefunden: „Diese Frau liebt ihr Kind sehr und weiß, daß sie nichts anderes tun kann, als ihm beizustehen.“
Helmut Pilhar hingegen hat nicht aufgegeben, bei jeder Gelegenheit die (manchmal todbringenden) „Heilungsphantasien“ Hamers zu preisen.
Diskussionen im Cafe
Oft hält Pilhar sich im Kaffeehaus des AKH auf. Zahlreiche Mütter und Väter von krebskranken Kindern versuchen dort, mit ihm zu reden, ihm die eigenen Erfahrungen zu schildern und ihn zu überzeugen, daß Olivia in der Kinderklinik bestmöglich behandelt wird.
Doch auch der Kontakt mit teilweise schon geheilten Kindern kann Pilhars Meinung nicht ändern.
Martina Prewein
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