KURIER - Olivias Tumor ist bereits um 25 Prozent geschrumpft

KURIER, 12.08.1995

zeitungsartikel


Olivias Tumor ist bereits um 25 Prozent geschrumpft

Metastasen fast nicht mehr sichtbar / Jeder zweite ist „Wunderheilern“ gegenüber aufgeschlossen


Olivia spricht auf die Chemotherapie an! Eine am Freitag durchgeführte Computertomographie brachte eindeutig dieses Ergebnis.

Der Wilms-Tumor an der Niere ist um rund 25 Prozent geschrumpft. Er hatte vor der Behandlung im AKH das Ausmaß von 5200 Milliliter. Am Freitag schätzten die Mediziner die Größe des Tumors auf etwa 4000 Milliliter.

„Die Metastasen, in Lunge und Leber sind fast nicht mehr zu sehen“, verrät ein Arzt dem KURIER. Die Hoffnung, daß die Sechsjährige ihre schwere Krankheit wird besiegen können, ist wieder gestiegen.


Überlebenschance steigt

Am Beginn der Behandlung mit den „krebszerstörenden Infusionen“ stand keinesfalls fest, ob sie den erwünschten Erfolg bringen werde. „Nicht jeder Patient spricht auf die Chemotherapie an“, so ein Arzt. „Und natürlich bestand die Gefahr, daß Olivia zu diesen gehört.“

Der Zustand der Kleinen ist aber trotzdem sehr kritisch. Die rechte Lunge ist noch immer entzunden, das Mädchen muß weiterhin künstlich beatmet und im Dämmerschlaf gehalten werden. Auch die negativen Wirkungen der Chemotherapie stellen sich allmählich ein. Das Blutbild hat sich verschlechtert, das Immunsystem ist dadurch noch mehr angegriffen und die Gefahr von Infektionen größer geworden.

Geerd Hamer, der zum Großteil Schuld trägt, daß Olivias schwere Krankheit so lange unbehandelt blieb, ist trotz internationalen Haftbefehls auf freiem Fuß. Er kann also noch immer Patienten „therapieren“. Deren Zahl sicherlich nicht gering ist.


Meinungsumfrage

Denn eine Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts hat ergeben, daß 13Prozent der Österreicher schon einmal einen Wunderheiler konsultiert haben. 33 Prozent bezeichnen sich diesen gegenüber als „eher aufgeschlossen“. Jeder zweite scheint damit für „Hamer & Co.“ anfällig.

Martina Prewein