KURIER - Hamer: Köln prüft zehn Todesfälle aus Österreich
KURIER, 10.08.1995
Hamer: Köln prüft zehn Todesfälle aus Österreich
Olivia hält durch / Staatsanwaltschaft rechnet mit Anzeigen gegen „Heiler“ auch in Deutschland
„Olivias Zustand ist unverändert, es gibt keine besonderen Komplikationen!“ Ungeachtet jüngst verkündeter finsterer Todesprognosen des nach wie vor ungehindert in Deutschland agierenden „Krebshellers“ Geerd Harner war der Zustand der kleinen Patientin der Intensivstation der Kinderklinik im Wiener AKH auch am Mittwoch stabil. Sie steht nun bereits in der dritten Phase der Chemotherapie. Der Erfolg soll am Freitag mittels Computertomographie überprüft werden.
Auch Hofrat Herbert Marady von der BH Wiener Neustadt, der amtliche „Vater“ Olivias, zeigte am Mittwoch wieder vorsichtigen Optimismus: „Wenn nur die Atmung kräftiger wird, sie die Maschine nicht mehr braucht und aus der Intensivstation herauskommt, ist schon viel erreicht!“ Tatsächlich stellt die durch die notwendigen Infusionen noch verstärkte Infektionsgefahr das größte akute Risiko dar. Die Zytostatika schwächt die Immunabwehr des Körpers entscheidend. Jeder Keim an den Schläuchen ist gefährlich.
Immerhin, Olivia lebt. Für andere Patienten des obskuren „Heilers“ gab es keine Rettungschance. Akten über zehn bedenkliche Todesfälle werden diese Woche von Wiener Neustadt an die Staatsanwaltschaft Köln übermittelt. Darunter befinden sich auch Befunde und Obduktionsberichte von drei ehemaligen Patienten des St.-Anna-Kinderspitals und einem kleinen Krebspatienten aus dem AKH. Bei allen hatte Hamers Heilmethode versagt.
Gleichzeitig dürften auch in Deutschland neue Anzeigen gegen den selbsternannten „Krebsheiler“ aufgetaucht sein. Oberstaatsanwalt Wolfgang Weber aus Köln wollte sich am Mittwoch nicht dazu äußern, rechnete jedoch mit weiterem Material.
Hamer dürfte sich derzeit in Hamburg aufhalten. Vor vielen Jahren hat er dort als Internist praktiziert, die Zulassung jedoch nach einem Prozeß unter Protest zurückgelegt. Das Gericht hatte ihm untersagt, den blumigen Doppelnamen „Hamer - von Fumetti“ zu führen.
Olivia hält durch / Staatsanwaltschaft rechnet mit Anzeigen gegen „Heiler“ auch in Deutschland
„Olivias Zustand ist unverändert, es gibt keine besonderen Komplikationen!“ Ungeachtet jüngst verkündeter finsterer Todesprognosen des nach wie vor ungehindert in Deutschland agierenden „Krebshellers“ Geerd Harner war der Zustand der kleinen Patientin der Intensivstation der Kinderklinik im Wiener AKH auch am Mittwoch stabil. Sie steht nun bereits in der dritten Phase der Chemotherapie. Der Erfolg soll am Freitag mittels Computertomographie überprüft werden.
Auch Hofrat Herbert Marady von der BH Wiener Neustadt, der amtliche „Vater“ Olivias, zeigte am Mittwoch wieder vorsichtigen Optimismus: „Wenn nur die Atmung kräftiger wird, sie die Maschine nicht mehr braucht und aus der Intensivstation herauskommt, ist schon viel erreicht!“ Tatsächlich stellt die durch die notwendigen Infusionen noch verstärkte Infektionsgefahr das größte akute Risiko dar. Die Zytostatika schwächt die Immunabwehr des Körpers entscheidend. Jeder Keim an den Schläuchen ist gefährlich.
Immerhin, Olivia lebt. Für andere Patienten des obskuren „Heilers“ gab es keine Rettungschance. Akten über zehn bedenkliche Todesfälle werden diese Woche von Wiener Neustadt an die Staatsanwaltschaft Köln übermittelt. Darunter befinden sich auch Befunde und Obduktionsberichte von drei ehemaligen Patienten des St.-Anna-Kinderspitals und einem kleinen Krebspatienten aus dem AKH. Bei allen hatte Hamers Heilmethode versagt.
Gleichzeitig dürften auch in Deutschland neue Anzeigen gegen den selbsternannten „Krebsheiler“ aufgetaucht sein. Oberstaatsanwalt Wolfgang Weber aus Köln wollte sich am Mittwoch nicht dazu äußern, rechnete jedoch mit weiterem Material.
Hamer dürfte sich derzeit in Hamburg aufhalten. Vor vielen Jahren hat er dort als Internist praktiziert, die Zulassung jedoch nach einem Prozeß unter Protest zurückgelegt. Das Gericht hatte ihm untersagt, den blumigen Doppelnamen „Hamer - von Fumetti“ zu führen.
I. S.
| < Zurück | Weiter > |
|---|











