die ganze Woche - Olivia: "Ich wär schon gern daheim!"
Die ganze Woche, 04.10.1995
Olivia: „Ich wär schon gern daheim!“
Olivias Mutter: „Laßt uns heimgehen, wir fliehen nicht mehr!“
Seit dem erfolgreichen Eingriff am 18. September ist Olivia richtig aufgeblüht. Nun freut sie sich schon auf zu Hause. Auf ihre Geschwister, die Großeltern und die Schule. Jedes „normale Krebskind“ könnte auch heimgehen. Bei Olivia verweigern die Behörden aus Angst vor einer neuerlichen Flucht aber die Zustimmung. Im WOCHE-Gespräch schwören die Eltern: „Glaubt uns, wir fliehen nicht mehr. Wir bringen Olivia zu allen Chemo-Terminen ins AKH.“
Mit den gesundheitlichen Fortschritten, die Olivia Pilhar derzeit macht, kehrte auch ins Gesicht ihrer Mutter Erika die Fröhlichkeit zurück. „Jetzt sehe ich, daß ich wieder was machen kann. Wir singen und lachen zusammen. Wir spielen Karten oder zeichnen.“ Sogar wenn sich Olivia kämmt und immer mehr Haare auf der Bürste bleiben, ist das jetzt kein Grund mehr für Tränen. „Hui“, sagt Olivia dann, „schau dir an, wie mir die Haare ausgehen. Jetzt machst du mir bitte schnell noch Zöpfe, bevor sie alle fort sind.“
Gottlob vorbei sind die Zeiten, als Olivia in der Intensivstation an den Schläuchen hing, sich kaum bewegen konnte und vor Schmerzen stöhnte: „Mama, ich kann nicht mehr“. Zuletzt kam es vor der Operation zu einer erschütternden Szene. „Ich sagte es Olivia erst eine Viertelstunde vorher, als wir schon unterwegs zum Aufzug in den OP waren. Sie hat so geweint, daß ich mich auch nicht mehr halten konnte.“
Nun ist die Verzweiflung der Hoffnung gewichen. Daß wieder alles gut wird, so wie früher. Olivia ißt ihr Lieblingsessen, geriebene Karotten mit Äpfeln. Sie empfängt ihre Besuche wie eine Königin. Und sie stellt häufig eine Frage, die ihre Eltern nicht beantworten können: „Wann darf ich endlich heim?“
Denn das obliegt dem gesetzlichen Vormund des Kindes, dem Wiener Neustädter Bezirkshauptmann Herbert Marady. Nach Auskunft der Ärzte kann ein Kind vier Wochen nach der Operation heimgehen. „Bei Olivia kann von Heimgehen nicht die Rede sein“, sagt Hofrat Marady, „denn sonst wäre die Nachbehandlung des Tumors nicht sichergestellt.“
Erika Pilhar schwört im WOCHE-Gespräch, daß sie mit Olivia zu allen Chemotherapie-Terminen (etwa einmal pro Woche auf die Dauer eines halben Jahres) ins AKH kommt. „Wir würden es nie riskieren, die Chemotherapie jetzt abzubrechen. Denn wenn dann etwas passiert, wären wir für den Tod unseres Kindes verantwortlich. Wir fliehen nicht.“ Helmut Pilhar setzt noch hinzu: „Wir hoffen zutiefst, daß Olivia gesund wird. Für eine reine Alternativ-Behandlung ist es jetzt auch schon viel zu spät.“
Die Behörden haben aber nicht genug Vertrauen. Auch die zwei Strafverfahren gegen die Eltern Olivias laufen noch. „Wegen Entführung einer Minderjährigen und Körperverletzung droht ihnen nach wie vor eine Strafe von bis zu zehn Jahren Haft“, sagt der leitende Staatsanwalt von Wiener Neustadt, Dr. Erwin Breitenlacher.
Olivias Mutter: „Laßt uns heimgehen, wir fliehen nicht mehr!“
Seit dem erfolgreichen Eingriff am 18. September ist Olivia richtig aufgeblüht. Nun freut sie sich schon auf zu Hause. Auf ihre Geschwister, die Großeltern und die Schule. Jedes „normale Krebskind“ könnte auch heimgehen. Bei Olivia verweigern die Behörden aus Angst vor einer neuerlichen Flucht aber die Zustimmung. Im WOCHE-Gespräch schwören die Eltern: „Glaubt uns, wir fliehen nicht mehr. Wir bringen Olivia zu allen Chemo-Terminen ins AKH.“
Mit den gesundheitlichen Fortschritten, die Olivia Pilhar derzeit macht, kehrte auch ins Gesicht ihrer Mutter Erika die Fröhlichkeit zurück. „Jetzt sehe ich, daß ich wieder was machen kann. Wir singen und lachen zusammen. Wir spielen Karten oder zeichnen.“ Sogar wenn sich Olivia kämmt und immer mehr Haare auf der Bürste bleiben, ist das jetzt kein Grund mehr für Tränen. „Hui“, sagt Olivia dann, „schau dir an, wie mir die Haare ausgehen. Jetzt machst du mir bitte schnell noch Zöpfe, bevor sie alle fort sind.“
Gottlob vorbei sind die Zeiten, als Olivia in der Intensivstation an den Schläuchen hing, sich kaum bewegen konnte und vor Schmerzen stöhnte: „Mama, ich kann nicht mehr“. Zuletzt kam es vor der Operation zu einer erschütternden Szene. „Ich sagte es Olivia erst eine Viertelstunde vorher, als wir schon unterwegs zum Aufzug in den OP waren. Sie hat so geweint, daß ich mich auch nicht mehr halten konnte.“
Nun ist die Verzweiflung der Hoffnung gewichen. Daß wieder alles gut wird, so wie früher. Olivia ißt ihr Lieblingsessen, geriebene Karotten mit Äpfeln. Sie empfängt ihre Besuche wie eine Königin. Und sie stellt häufig eine Frage, die ihre Eltern nicht beantworten können: „Wann darf ich endlich heim?“
Denn das obliegt dem gesetzlichen Vormund des Kindes, dem Wiener Neustädter Bezirkshauptmann Herbert Marady. Nach Auskunft der Ärzte kann ein Kind vier Wochen nach der Operation heimgehen. „Bei Olivia kann von Heimgehen nicht die Rede sein“, sagt Hofrat Marady, „denn sonst wäre die Nachbehandlung des Tumors nicht sichergestellt.“
Erika Pilhar schwört im WOCHE-Gespräch, daß sie mit Olivia zu allen Chemotherapie-Terminen (etwa einmal pro Woche auf die Dauer eines halben Jahres) ins AKH kommt. „Wir würden es nie riskieren, die Chemotherapie jetzt abzubrechen. Denn wenn dann etwas passiert, wären wir für den Tod unseres Kindes verantwortlich. Wir fliehen nicht.“ Helmut Pilhar setzt noch hinzu: „Wir hoffen zutiefst, daß Olivia gesund wird. Für eine reine Alternativ-Behandlung ist es jetzt auch schon viel zu spät.“
Die Behörden haben aber nicht genug Vertrauen. Auch die zwei Strafverfahren gegen die Eltern Olivias laufen noch. „Wegen Entführung einer Minderjährigen und Körperverletzung droht ihnen nach wie vor eine Strafe von bis zu zehn Jahren Haft“, sagt der leitende Staatsanwalt von Wiener Neustadt, Dr. Erwin Breitenlacher.
Bert Ehgartner
| < Zurück | Weiter > |
|---|











