NEWS - Leid ohne Ende
NEWS, 03.08.1995
Leid ohne Ende
OLIVIA PILHAR. Das Schicksal des krebskranken Mädchens erschüttert Österreich. Während die Ärzte um ihr Leben ringen, wird „Wunderheiler“ Hamer von Interpol gejagt.
DIE WUT DES VATERS: „Jetzt stirbt mein Kind.“
Der hagere, unrasierte Mann, der seit Wochen keine Nacht mehr durchgeschlafen hat, vergräbt sein Gesicht in den Händen und weint. Es ist Sonntag, knapp vor 23 Uhr, und gerade hat Helmut Pilhar die Nachricht erhalten, daß sich der Zustand seiner Olivia akut verschlechtert hat. Eine Lungenentzündung ist hinzugekommen. Der Tumor vergrößert den Bauchumfang täglich um einen Zentimeter. Hans Zimper, der Überbringer der Botschaft, Olivias gesetzlich bestimmter Vormund von der Bezirkshauptmannschaft Wr. Neustadt, bekommt die Wut des in die Ecke getriebenen Vaters zu spüren. „Herr Zimper, Sie wissen es genau. Jetzt stirbt mein Kind. Sie wissen es ganz genau. Ich will mein Kind sehen, bevor es tot ist“, brüllt er in sein Telefon und legt auf, ehe ihn Zimper beschwichtigen kann.
Helmut Pilhar ist verzweifelt. Er ist im Hungerstreik, nimmt nur Kaffee zu sich - den aber in rauhen Mengen. Raucht eine Zigarette nach der anderen. In der Öffentlichkeit als Zombie im Banne des „Wunderheilers“ Geerd Ryke Hamer, als verbohrter ldiot hingestellt, der das Leben seines Kindes auf sein Gewissen lädt, versucht mühsam zu erklären, warum er so gehandelt hat, warum er bis zuletzt gegen die Überweisung seines krebskranken Kindes ins Wiener AKH war (siehe NEWS-Gespräch auf der nächsten Seite).
Von Hamer-Jüngern belagert. Man hat es ihm nicht leicht gemacht, die richtige Entscheidung zu treffen. Zum einen belagert bereits die Hamer-Sekte das Haus der Pilhars im niederösterreichischen Maiersdorf. Die gläubigen Jünger des Entdeckers der „Neuen Medizin“ - der Olivia einer schulmedizinischen Behandlung entzogen, die Familie durch halb Europa gehetzt hat und deshalb jetzt per internationalem Haftbefehl gejagt wird (siehe Seite 34) - versuchen den verunsicherten Vater auf Linie zu halten. Der Meister selbst hat sich - wohl aus Angst vor der Polizei - schon seit Tagen nicht mehr bei Olivias Vater gemeldet, doch sein Gefolge ist auf Trab. Gerade als NEWS bei Pilhar zu Gast ist, verabschiedet sich eine Delegation von Hamerianern mit Schulterklopfen und beschwörenden Durchhalteparolen: „Wir sind unheimlich stolz auf euch. Ihr seid wirklich toll. Auch wenn wir die kleine Olivia nicht kennen, schöne Grüße.“ Viele Anrufe und Briefe habe er bekommen, die ihn bestärken, sagt er.
Da sind aber auch die anderen. Letzte Nacht mußte die Gendarmerie anrücken, weil sich die Pilhars nicht mehr zu helfen wußten. Alle paar Minuten hatte ein Mann angerufen und immer wieder dasselbe ins Telefon gerufen: „Mörder! Mörder!“ Leicht möglich, daß das jemand aus der Ortschaft war. Seit Dutzende Journalisten und Kamerateams aus dem In- und Ausland das Dorf belagern, hat die Solidarität mit den Pilhars ein Ende. Nur die engsten Freunde schauen vorbei. Die anderen schauen weg.
Fax und Handy im Dauereinsatz. Helmut Pilhar hat sich abgeschottet im Zweifamilienhaus seiner Schwiegereltern in Maierdorf 221. Er sieht nicht mehr fern, liest längst keine Zeitung mehr. Dennoch hat er das Haus medial „aufgerüstet“. Ein neues Fax ist installiert, das Handy ist im Dauereinsatz. Bei Interviews sitzt nun „ein guter Freund“ dabei, jedes Gespräch wird auf Tonband mitgeschnitten.
Seit fast drei Monaten führen die Eltern des schwerkranken Mädchens nun ihren für viele irrationalen - Kampf. Zwei Monate waren sie auf der Flucht vor den österreichischen Ärzten und Behörden. Die ganze Existenz ist aufs Spiel gesetzt - Helmut Pilhar, ein EDV-Spezialist, hat seinen Job verloren, seine Frau Erika, Lehrerin, wird den ihren im Herbst nicht mehr wieder antreten.
Der Kampf ist immer aussichtsloser geworden. Während das Ehepaar Pilhar noch am Dienstag in der Präsidentschaftskanzlei um Intervention auf höchster Ebene bat (Erika Pilhar: „Man hat uns versprochen, wir könnten über die Behandlungsform entscheiden - Österreich hat sein Wort gebrochen“), kämpfen die Ärzte um das Leben des Mädchens. In der Kinder-Intensivstation des Wiener AKH, auf der Ebene 10, herrscht Hochbetrieb. Die Polizei hält unliebsame Gäste fern. Olivia liegt im Tiefschlaf, angeschlossen an eine Beatmungsmaschine. Gefüttert nur noch durch den Schlauch. Und doch, so die behandelnden Ärzte, „die letzte Chance für das Mädchen“.
Die „Schuldfrage“. In einer Sachverhaltsdarstellung des Gesundheitsstadtrates an die Wiener Staatsanwaltschaft heißt es: „Die Gesundheitsschädigung von Olivia Pilhar ist im ursächlichen Zusammenhang mit dem Einfluß von Herrn Hamer auf die Eltern von Olivia zu sehen.“ In der Stellungnahme wird auch aus dem NEWS-Artikel der vergangenen Woche zitiert: „Geerd Ryke Hamer verspricht: ,Olivia wird bald wieder gesund. Der Tumor ist was Gutes.’“
„Heilungschance total versandelt.“ Der „gute Tumor“ (Hamer) hat indessen ein Gewicht von mehr als fünf Kilogramm und macht damit beinahe ein Drittel von Olivias Gewicht aus. Das Mädchen ist auf siebzehn Kilogramm abgemagert. Dr. Hannes Vanura, Kinderarzt in Tulln und erster behandelnder Arzt Olivias nach ihrer Rückkehr aus Spanien, hat ihre Befunde genau studiert: "Wenn man weiß, daß Olivias Tumor pro Woche um 15 bis 20 Prozent wächst, dann kann man sich ausrechnen, wie schnell das geht. Es ist so unendlich deprimierend, daß die vermutlich 95prozentige Heilungschance total versandelt wurde.“ Und auf die NEWS-Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Zwangstherapie: „Wenn wir das Mädchen heimgeschickt hätten, wäre das wie Sterbehilfe gewesen. Ich habe unzählige Gespräche mit der Familie geführt. Zeitweise hatte ich das Gefühl, daß die Pilhars nicht mehr zurechnungsfähig sind.“
Das vorläufige für den Vater geltende Besuchsverbot wurde Montag nachmittag aufgehoben. Auf dem Weg zu seiner Tochter hat er allerdings dann vor der Türe kehrtgemacht, weil er „es einfach nicht mehr packt“.
Pilhar fühlt sich in seinen Verschwörungstheorien bestätigt: „Da wird ein Exempel statuiert. Das Kind ist ihnen sicher nicht egal, weil es ist doch ein populäres Kind. Jetzt geht es ihnen darum, zu beweisen, daß Geerd Ryke Hamer unrecht hatte. Und deshalb werden sie alles dafür tun, daß das Kind vor Einsetzen der Chemo-Wirkung stirbt. Nur dann können sie sagen, er hätte sie auf dem Gewissen. Wenn die Chemo erst einmal gegriffen hat und sie stirbt, dann sieht die Sache für die Ärzte im Falle ihres Todes nicht mehr ganz so gut aus.“
Mittlerweile stehen die Behörden bereits vor dem nächsten Problem. Streng rechtlich gesehen müßte das Jugendamt - sollte es zu einer Anzeige wegen Vernachlässigung der Obsorgepflicht im Fall ihrer erstgeborenen Tochter kommen - auch die Situation der beiden anderen Kinder, Alexander, 7, und Elisabeth, 4, überprüfen. Einen Schritt, den man sich ersparen will. „Die Eltern haben derzeit so viele Sorgen. Wir werden die Situation nicht auch noch verschlimmern“, ist aus dem Jugendamt zu erfahren. Und der zuständige Richter Rudolf Masicek vom Landesgericht Wiener Neustadt: „Solange die Kinder ordnungsgemäß versorgt werden, wird nichts unternommen.“ Und abschließend: „An diesem entsetzlichen Familiendrama sind nicht Olivias Eltern schuld. Schuldig ist einzig und allein jener Mann, der diese Menschen derartig irregeführt hat.“
Montag abend saß Erika Pilhar lange am Bett ihrer beiden anderen Kinder. Sie las ihnen ein Märchen vor, betete und flüsterte ganz leise: „Wenn es so sein soll und Olivias Seele gehen will, dann muß man sie in Frieden gehen lassen.“

„Sie können ihre Mutter abholen. Sie stirbt.“
HAMERS OPFER. Während jetzt bereit international nach Olivias „Wunderheiler“ gefahndet wird, melden sich immer mehr Opfer. Nun auch ein ehemaliger deutscher Ministerpräsident.
Am Montag dieser Woche kappte Geerd Ryke Hamer die Leitungen. Das knappe telefonische Aviso des sonst alles andere als öffentlichkeitsscheuen „Krebs-Wunderheilers“ an seine Sekretärin im Kölner Büro: „lch bin für keinen Journalisten zu erreichen.“
Kein Wunder, denn mittlerweile interessieren sich nicht mehr nur die Medien für den 60jährigen Ostfriesen. Was NEWS bereits vergangene Woche angekündigt hatte, war letztendlich Freitag mittag eingetreten: Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt erließ einen internationalen Haftbefehl gegen Hamer. Die juristische Begründung: Quälen eines Unmündigen und fahrlässige Tötung. lnsgesamt 40 Fälle von ehemaligen Hamer-Patienten, die nach der Behandlung verstorben waren, wurden bis Anfang der Woche von der steirischen Ärztekammer zur Anzeige gebracht. Angezeigter Tatbestand: fahrlässige Tötung, Körperverletzung und Gemeingefährdung.
Ministerpräsident als Ankläger. NEWS recherchierte in Stuttgart den Fall der 47jährigen Annelie K., der Hamer nun auch in Deutschland in ärgste Bedrängnis bringen wird. Lothar Späth, ehemaliger Ministerpräsident von Baden-Württemberg, meldete sich Montag abend in der NEWS-Redaktion: „Die beste Freundin meiner Frau starb nach der Behandlung durch Hamer. Diesem Mann gehört das Handwerk gelegt.“
Fall Annelie K., 47: Die Frau eines Großindustriellen in Stuttgart nahm Anfang Februar 1995 Kontakt zu Hamer auf. Sie war zu diesem Zeitpunkt bereits von der Schulmedizin als hoffnungsloser Fall aufgegeben worden. Die ärztliche Diagnose: „Brustkrebs im Endstadium - Sie haben nur noch wenige Wochen zu leben.“ Hamer, Gründer der „Neuen Medizin“, macht der Frau dennoch Hoffnungen: „Sie werden überleben. Lösen Sie Ihre Konflikte, und der Krebs verschwindet.“ Er rät der Frau zu einer Behandlung in Malaga: „Ich habe dort eine Klinik, in der Sie von hervorragenden Ärzten rund um die Uhr behandelt werden.“
Hamers - vorerst - einzige Bedingung: „Sie müssen allein kommen.“
Am 17. März fliegt Annelie K. in Begleitung ihrer Freundin Ursula Späth, der Frau des Ministerpräsidenten, nach Malaga.
Ursula Späth: „Es gab keine Klinik, sondern Annelie mußte sich im Hotel Las Vegas einquartieren. Das war die nächste Bedingung Hamers, denn sonst, sagte Hamer, könne meine Freundin nicht behandelt werden.“ Kostenpunkt für das Zimmer im Drei-Sterne-Hotel, in dem auch Olivia Pilhar und ihre Eltern residierten: 2.500 Mark (!) für drei Tage.
Ursula Späth: „Es gab keinen Zimmerservice, keine Küche - nichts. Wir waren auf uns allein gestellt. Auch Arzt ließ sich keiner sehen.“ Annelie K. konnte sich zu diesem Zeitpunkt kaum mehr auf den Beinen halten. Einziger Kontakt zu Hamer: Seine persönliche Sekretärin vor Ort verweist die Schwerkranke an einen Arzt auf Mallorca.
Nina K., Annelies Tochter: „Meine Mutter hatte fürchterliche Schmerzen, dennoch flog sie nach Mallorca.“ Inzwischen hat der Krebs auch die Leber befallen. Der Bauch ist auf Fußballgröße angeschwollen. Der Arzt auf Mallorca verbietet der Frau die Einnahme jeglicher Schmerzmittel und unterbindet den Kontakt zu ihrer Familie nach Deutschland.
Am 11. April meldet sich Hamer bei Nina K.: „Sie können Ihre Mutter jetzt holen und sich von ihr verabschieden. Sie stirbt.“ Per Flugambulanz wird Annelie K. nach München geflogen. In der dortigen Uni-Klinik verstirbt sie drei Tage später. Der Befund des Arztes dürfte bald Teil der Anklage gegen Hamer sein: „Die Frau starb nicht am Krebs, sondern an einem Totalversagen des Kreislaufes und einem Zusammenbruch des Stoffwechsels. Wäre sie in Mallorca ärztlich versorgt worden, hätte sie noch Wochen zu leben gehabt. Der menschenunwürdige Tod wäre ihr erspart geblieben.“
2,5 Millionen für Hamer. Doch nicht nur die kurpfuscherischen Methoden des Geerd Ryke Hamer, auch die Finanzgebarung des „einzigen auf der Welt, der den Krebs durchschaut hat“ (Hamer über Hamer) sind kriminalistische Untersuchungen wert. Denn Hamer, der mit mindestens 2,5 Millionen Mark bei deutschen Banken in der Kreide steht und von sich behauptet, für seine „Dienste“ kein Honorar zu verlangen, finanzierte seinen hohen Lebensstandard offensichtlich durch Zuwendungen von Krebspatienten in Millionenhöhe. Das zeigt der Fall eines weiteren Hamer-Opfers, der Wienerin Hildegard M. Auch sie hatte Krebs im Endstadium, als sie und ihr Mann sich an den „Wunderheiler“ wandten. Ihr Mann, Ferdinand M., heute zu NEWS: „Ich legte Hamer nur eine Computertomographie des Kopfes vor. Ohne daß er einen Befund gesehen hatte, sagte er sofort, wo der Krebsbefall bei meiner Frau aufgetreten ist. Das war schon beeindruckend.“
Hamer gibt der Frau wieder Hoffnung. Die Folge: Ferdinand M. gibt Hamer ein Darlehen von 2,5 Millionen Schilling: „Ich wollte ihn uns verpflichten. Doch Hamer versäumte Termine, hielt seine Versprechen nicht.“ Das Verbot Hamers, nicht mehr mit der Schulmedizin zusammenzuarbeiten, umgeht der Unternehmer. Ferdinand M.: „Hamer gibt den Patienten die Hoffnung, die ihnen die Schulmedizin nicht geben kann. Aber seine Heilmethoden sind absurd.“ Nach dem Tod seiner Frau verlangt der Wiener von Hamer sein Geld zurück, doch in seiner Antwort (siehe Faksimile) enttarnt sich Menschenfreund Hamer. Zitat: „ ... Ihre Gattin würde sich vor Scham im Grabe umdrehen.“
OLIVIA PILHAR. Das Schicksal des krebskranken Mädchens erschüttert Österreich. Während die Ärzte um ihr Leben ringen, wird „Wunderheiler“ Hamer von Interpol gejagt.
DIE WUT DES VATERS: „Jetzt stirbt mein Kind.“
Der hagere, unrasierte Mann, der seit Wochen keine Nacht mehr durchgeschlafen hat, vergräbt sein Gesicht in den Händen und weint. Es ist Sonntag, knapp vor 23 Uhr, und gerade hat Helmut Pilhar die Nachricht erhalten, daß sich der Zustand seiner Olivia akut verschlechtert hat. Eine Lungenentzündung ist hinzugekommen. Der Tumor vergrößert den Bauchumfang täglich um einen Zentimeter. Hans Zimper, der Überbringer der Botschaft, Olivias gesetzlich bestimmter Vormund von der Bezirkshauptmannschaft Wr. Neustadt, bekommt die Wut des in die Ecke getriebenen Vaters zu spüren. „Herr Zimper, Sie wissen es genau. Jetzt stirbt mein Kind. Sie wissen es ganz genau. Ich will mein Kind sehen, bevor es tot ist“, brüllt er in sein Telefon und legt auf, ehe ihn Zimper beschwichtigen kann.
Helmut Pilhar ist verzweifelt. Er ist im Hungerstreik, nimmt nur Kaffee zu sich - den aber in rauhen Mengen. Raucht eine Zigarette nach der anderen. In der Öffentlichkeit als Zombie im Banne des „Wunderheilers“ Geerd Ryke Hamer, als verbohrter ldiot hingestellt, der das Leben seines Kindes auf sein Gewissen lädt, versucht mühsam zu erklären, warum er so gehandelt hat, warum er bis zuletzt gegen die Überweisung seines krebskranken Kindes ins Wiener AKH war (siehe NEWS-Gespräch auf der nächsten Seite).
Von Hamer-Jüngern belagert. Man hat es ihm nicht leicht gemacht, die richtige Entscheidung zu treffen. Zum einen belagert bereits die Hamer-Sekte das Haus der Pilhars im niederösterreichischen Maiersdorf. Die gläubigen Jünger des Entdeckers der „Neuen Medizin“ - der Olivia einer schulmedizinischen Behandlung entzogen, die Familie durch halb Europa gehetzt hat und deshalb jetzt per internationalem Haftbefehl gejagt wird (siehe Seite 34) - versuchen den verunsicherten Vater auf Linie zu halten. Der Meister selbst hat sich - wohl aus Angst vor der Polizei - schon seit Tagen nicht mehr bei Olivias Vater gemeldet, doch sein Gefolge ist auf Trab. Gerade als NEWS bei Pilhar zu Gast ist, verabschiedet sich eine Delegation von Hamerianern mit Schulterklopfen und beschwörenden Durchhalteparolen: „Wir sind unheimlich stolz auf euch. Ihr seid wirklich toll. Auch wenn wir die kleine Olivia nicht kennen, schöne Grüße.“ Viele Anrufe und Briefe habe er bekommen, die ihn bestärken, sagt er.
Da sind aber auch die anderen. Letzte Nacht mußte die Gendarmerie anrücken, weil sich die Pilhars nicht mehr zu helfen wußten. Alle paar Minuten hatte ein Mann angerufen und immer wieder dasselbe ins Telefon gerufen: „Mörder! Mörder!“ Leicht möglich, daß das jemand aus der Ortschaft war. Seit Dutzende Journalisten und Kamerateams aus dem In- und Ausland das Dorf belagern, hat die Solidarität mit den Pilhars ein Ende. Nur die engsten Freunde schauen vorbei. Die anderen schauen weg.
Fax und Handy im Dauereinsatz. Helmut Pilhar hat sich abgeschottet im Zweifamilienhaus seiner Schwiegereltern in Maierdorf 221. Er sieht nicht mehr fern, liest längst keine Zeitung mehr. Dennoch hat er das Haus medial „aufgerüstet“. Ein neues Fax ist installiert, das Handy ist im Dauereinsatz. Bei Interviews sitzt nun „ein guter Freund“ dabei, jedes Gespräch wird auf Tonband mitgeschnitten.
Seit fast drei Monaten führen die Eltern des schwerkranken Mädchens nun ihren für viele irrationalen - Kampf. Zwei Monate waren sie auf der Flucht vor den österreichischen Ärzten und Behörden. Die ganze Existenz ist aufs Spiel gesetzt - Helmut Pilhar, ein EDV-Spezialist, hat seinen Job verloren, seine Frau Erika, Lehrerin, wird den ihren im Herbst nicht mehr wieder antreten.
Der Kampf ist immer aussichtsloser geworden. Während das Ehepaar Pilhar noch am Dienstag in der Präsidentschaftskanzlei um Intervention auf höchster Ebene bat (Erika Pilhar: „Man hat uns versprochen, wir könnten über die Behandlungsform entscheiden - Österreich hat sein Wort gebrochen“), kämpfen die Ärzte um das Leben des Mädchens. In der Kinder-Intensivstation des Wiener AKH, auf der Ebene 10, herrscht Hochbetrieb. Die Polizei hält unliebsame Gäste fern. Olivia liegt im Tiefschlaf, angeschlossen an eine Beatmungsmaschine. Gefüttert nur noch durch den Schlauch. Und doch, so die behandelnden Ärzte, „die letzte Chance für das Mädchen“.
Die „Schuldfrage“. In einer Sachverhaltsdarstellung des Gesundheitsstadtrates an die Wiener Staatsanwaltschaft heißt es: „Die Gesundheitsschädigung von Olivia Pilhar ist im ursächlichen Zusammenhang mit dem Einfluß von Herrn Hamer auf die Eltern von Olivia zu sehen.“ In der Stellungnahme wird auch aus dem NEWS-Artikel der vergangenen Woche zitiert: „Geerd Ryke Hamer verspricht: ,Olivia wird bald wieder gesund. Der Tumor ist was Gutes.’“
„Heilungschance total versandelt.“ Der „gute Tumor“ (Hamer) hat indessen ein Gewicht von mehr als fünf Kilogramm und macht damit beinahe ein Drittel von Olivias Gewicht aus. Das Mädchen ist auf siebzehn Kilogramm abgemagert. Dr. Hannes Vanura, Kinderarzt in Tulln und erster behandelnder Arzt Olivias nach ihrer Rückkehr aus Spanien, hat ihre Befunde genau studiert: "Wenn man weiß, daß Olivias Tumor pro Woche um 15 bis 20 Prozent wächst, dann kann man sich ausrechnen, wie schnell das geht. Es ist so unendlich deprimierend, daß die vermutlich 95prozentige Heilungschance total versandelt wurde.“ Und auf die NEWS-Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Zwangstherapie: „Wenn wir das Mädchen heimgeschickt hätten, wäre das wie Sterbehilfe gewesen. Ich habe unzählige Gespräche mit der Familie geführt. Zeitweise hatte ich das Gefühl, daß die Pilhars nicht mehr zurechnungsfähig sind.“
Das vorläufige für den Vater geltende Besuchsverbot wurde Montag nachmittag aufgehoben. Auf dem Weg zu seiner Tochter hat er allerdings dann vor der Türe kehrtgemacht, weil er „es einfach nicht mehr packt“.
Pilhar fühlt sich in seinen Verschwörungstheorien bestätigt: „Da wird ein Exempel statuiert. Das Kind ist ihnen sicher nicht egal, weil es ist doch ein populäres Kind. Jetzt geht es ihnen darum, zu beweisen, daß Geerd Ryke Hamer unrecht hatte. Und deshalb werden sie alles dafür tun, daß das Kind vor Einsetzen der Chemo-Wirkung stirbt. Nur dann können sie sagen, er hätte sie auf dem Gewissen. Wenn die Chemo erst einmal gegriffen hat und sie stirbt, dann sieht die Sache für die Ärzte im Falle ihres Todes nicht mehr ganz so gut aus.“
Mittlerweile stehen die Behörden bereits vor dem nächsten Problem. Streng rechtlich gesehen müßte das Jugendamt - sollte es zu einer Anzeige wegen Vernachlässigung der Obsorgepflicht im Fall ihrer erstgeborenen Tochter kommen - auch die Situation der beiden anderen Kinder, Alexander, 7, und Elisabeth, 4, überprüfen. Einen Schritt, den man sich ersparen will. „Die Eltern haben derzeit so viele Sorgen. Wir werden die Situation nicht auch noch verschlimmern“, ist aus dem Jugendamt zu erfahren. Und der zuständige Richter Rudolf Masicek vom Landesgericht Wiener Neustadt: „Solange die Kinder ordnungsgemäß versorgt werden, wird nichts unternommen.“ Und abschließend: „An diesem entsetzlichen Familiendrama sind nicht Olivias Eltern schuld. Schuldig ist einzig und allein jener Mann, der diese Menschen derartig irregeführt hat.“
Montag abend saß Erika Pilhar lange am Bett ihrer beiden anderen Kinder. Sie las ihnen ein Märchen vor, betete und flüsterte ganz leise: „Wenn es so sein soll und Olivias Seele gehen will, dann muß man sie in Frieden gehen lassen.“
EUKE FRANK,
MITARBEIT: BENGT PFLUGHAUPT
MITARBEIT: BENGT PFLUGHAUPT

| Interview Olivias Vater: „Sie töten unser Kind“ Helmut Pilhar hält weiter an „Wunderheiler“ Hamer fest NEWS: Herr Pilhar, Ihre Tochter braucht Sie. Warum geben Sie Ihren Widerstand nicht auf? Pilhar: Ich werde diesen Staat klagen. Er hat uns unsere Tochter genommen. Er hat uns belogen und betrogen. Und jetzt werden die Ärzte unser Kind töten. NEWS: Haben Sie in den letzten Tagen überlegt, von Österreich wegzugehen? Pilhar: Ja, irgendwann habe ich mir gedacht, es wäre besser gewesen, ich hätte meine Familie vor drei Monaten geschnappt und wäre auf Nimmerwiedersehen und ohne Medienrummel im Ausland untergetaucht. NEWS: Sie hatten Ende der letzten Woche nach einem Verhandlungsmarathon endlich der Chemotherapie zugestimmt ... Pilhar: Diese Entscheidung war schrecklich und ist unter enormem Druck gefallen. Ich dachte, es ist sowieso schon alles aus. Wir wußten, es ist eine falsche Entscheidung, das Kind wird durch die Chemo sterben. Aber ich hatte das erste Mal das Gefühl, dieser wahnsinnige Horrortrip hat endlich ein Ende. Tags darauf sind wir dann zur Besinnung gekommen und haben unsere Zustimmung zurückgezogen. NEWS: Sie haben von Anfang intensiv mit den Medien zusammengearbeitet ... Pilhar: Die Medien waren unsere einzige Chance, Olivia aus den Fängen der Schulmedizin zu befreien. Ich lese schon lange keine Zeitungen mehr. Ich erfahre genau, was die Menschen denken, wir bekommen sehr viel Post, sehr viele Anrufe. Bis auf einen verrückten Anrufer gab es nur positive Reaktionen. Menschen, die uns unterstützen und bekräftigen. Und bei unserer spontanen Demonstration am Wiener Stephansplatz ist ein Mann herumgelaufen, der Partezettel von der Olivia verteilt hat. Ich habe ihn gefragt, von wem er bezahlt wird. Daraufhin hat er mir ein Packerl Hundert-Schilling-Scheine unter die Nase gehalten und mich gefragt, ob ich etwas davon will. NEWS: Wer macht so etwas? Pilhar: Die Pharma-Lobby, die Banken-Lobby. Die ganz normale, kleine Familie Pilhar hat sich - ohne es zu ahnen - mit den tatsächlich Mächtigen dieser Welt angelegt. Dieser Rummel kommt nicht von ungefähr. Ein Kind? Einmal Chemotherapie ablehnen? Nein! An uns wird ein Exempel statuiert. Es soll klipp und klar festgelegt werden: Wenn das Kind Krebs hat, haben die Eltern keine Rechte mehr. NEWS: Wann sollte sich der Staat Ihrer Meinung nach in die Obsorge der Eltern einmischen? Pilhar: Wenn Kinder mißhandelt werden oder verwahrlost sind. Aber wir wollen, daß unser Kind lebt, daß es gesund wird. Niemand kann uns vorwerfen, daß wir uns nicht um Olivia gekümmert hätten. NEWS: Hatten Sie niemals das Gefühl, daß auch Ihr Vertrauensarzt Geerd Hamer Druck auf Sie ausübt? Vielleicht sogar Olivia benützt, um ein Exempel zu statuieren? Pilhar: Hamer ist unser Felsen in der Brandung. Natürlich zweifelt man an jedem einmal. Aber seine Lehre ist faszinierend, die Gesetzmäßigkeiten, die da ablaufen. Ich bin mir hundert Prozent sicher, daß mein Kind nach Dr. Hamer den Krebs ausheilen hätte können. Ohne Chemo, ohne Morphium. NEWS: Wie haben Sie eigentlich Ihrer Tochter Olivia die Ereignisse der letzten Wochen erklärt? Pilhar: Olivia ist ein ruhiges Mädchen. Sie fragt nicht sehr viel. Sie weiß, sie hat Krebs. Einmal hat sie gesagt, sie möchte so gerne zu ihrer Oma fahren, um sie zu trösten, weil die sich solche Sorgen um sie macht. Einmal hat sie uns gefragt, warum so viele Kameras dasind, und so viele Leute. Da habe ich ihr gesagt, daß die Leute glauben, sie würde eine ganz berühmte Schauspielerin werden. |
„Sie können ihre Mutter abholen. Sie stirbt.“
HAMERS OPFER. Während jetzt bereit international nach Olivias „Wunderheiler“ gefahndet wird, melden sich immer mehr Opfer. Nun auch ein ehemaliger deutscher Ministerpräsident.
Am Montag dieser Woche kappte Geerd Ryke Hamer die Leitungen. Das knappe telefonische Aviso des sonst alles andere als öffentlichkeitsscheuen „Krebs-Wunderheilers“ an seine Sekretärin im Kölner Büro: „lch bin für keinen Journalisten zu erreichen.“
Kein Wunder, denn mittlerweile interessieren sich nicht mehr nur die Medien für den 60jährigen Ostfriesen. Was NEWS bereits vergangene Woche angekündigt hatte, war letztendlich Freitag mittag eingetreten: Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt erließ einen internationalen Haftbefehl gegen Hamer. Die juristische Begründung: Quälen eines Unmündigen und fahrlässige Tötung. lnsgesamt 40 Fälle von ehemaligen Hamer-Patienten, die nach der Behandlung verstorben waren, wurden bis Anfang der Woche von der steirischen Ärztekammer zur Anzeige gebracht. Angezeigter Tatbestand: fahrlässige Tötung, Körperverletzung und Gemeingefährdung.
Ministerpräsident als Ankläger. NEWS recherchierte in Stuttgart den Fall der 47jährigen Annelie K., der Hamer nun auch in Deutschland in ärgste Bedrängnis bringen wird. Lothar Späth, ehemaliger Ministerpräsident von Baden-Württemberg, meldete sich Montag abend in der NEWS-Redaktion: „Die beste Freundin meiner Frau starb nach der Behandlung durch Hamer. Diesem Mann gehört das Handwerk gelegt.“
Fall Annelie K., 47: Die Frau eines Großindustriellen in Stuttgart nahm Anfang Februar 1995 Kontakt zu Hamer auf. Sie war zu diesem Zeitpunkt bereits von der Schulmedizin als hoffnungsloser Fall aufgegeben worden. Die ärztliche Diagnose: „Brustkrebs im Endstadium - Sie haben nur noch wenige Wochen zu leben.“ Hamer, Gründer der „Neuen Medizin“, macht der Frau dennoch Hoffnungen: „Sie werden überleben. Lösen Sie Ihre Konflikte, und der Krebs verschwindet.“ Er rät der Frau zu einer Behandlung in Malaga: „Ich habe dort eine Klinik, in der Sie von hervorragenden Ärzten rund um die Uhr behandelt werden.“
Hamers - vorerst - einzige Bedingung: „Sie müssen allein kommen.“
Am 17. März fliegt Annelie K. in Begleitung ihrer Freundin Ursula Späth, der Frau des Ministerpräsidenten, nach Malaga.
Ursula Späth: „Es gab keine Klinik, sondern Annelie mußte sich im Hotel Las Vegas einquartieren. Das war die nächste Bedingung Hamers, denn sonst, sagte Hamer, könne meine Freundin nicht behandelt werden.“ Kostenpunkt für das Zimmer im Drei-Sterne-Hotel, in dem auch Olivia Pilhar und ihre Eltern residierten: 2.500 Mark (!) für drei Tage.
Ursula Späth: „Es gab keinen Zimmerservice, keine Küche - nichts. Wir waren auf uns allein gestellt. Auch Arzt ließ sich keiner sehen.“ Annelie K. konnte sich zu diesem Zeitpunkt kaum mehr auf den Beinen halten. Einziger Kontakt zu Hamer: Seine persönliche Sekretärin vor Ort verweist die Schwerkranke an einen Arzt auf Mallorca.
Nina K., Annelies Tochter: „Meine Mutter hatte fürchterliche Schmerzen, dennoch flog sie nach Mallorca.“ Inzwischen hat der Krebs auch die Leber befallen. Der Bauch ist auf Fußballgröße angeschwollen. Der Arzt auf Mallorca verbietet der Frau die Einnahme jeglicher Schmerzmittel und unterbindet den Kontakt zu ihrer Familie nach Deutschland.
Am 11. April meldet sich Hamer bei Nina K.: „Sie können Ihre Mutter jetzt holen und sich von ihr verabschieden. Sie stirbt.“ Per Flugambulanz wird Annelie K. nach München geflogen. In der dortigen Uni-Klinik verstirbt sie drei Tage später. Der Befund des Arztes dürfte bald Teil der Anklage gegen Hamer sein: „Die Frau starb nicht am Krebs, sondern an einem Totalversagen des Kreislaufes und einem Zusammenbruch des Stoffwechsels. Wäre sie in Mallorca ärztlich versorgt worden, hätte sie noch Wochen zu leben gehabt. Der menschenunwürdige Tod wäre ihr erspart geblieben.“
2,5 Millionen für Hamer. Doch nicht nur die kurpfuscherischen Methoden des Geerd Ryke Hamer, auch die Finanzgebarung des „einzigen auf der Welt, der den Krebs durchschaut hat“ (Hamer über Hamer) sind kriminalistische Untersuchungen wert. Denn Hamer, der mit mindestens 2,5 Millionen Mark bei deutschen Banken in der Kreide steht und von sich behauptet, für seine „Dienste“ kein Honorar zu verlangen, finanzierte seinen hohen Lebensstandard offensichtlich durch Zuwendungen von Krebspatienten in Millionenhöhe. Das zeigt der Fall eines weiteren Hamer-Opfers, der Wienerin Hildegard M. Auch sie hatte Krebs im Endstadium, als sie und ihr Mann sich an den „Wunderheiler“ wandten. Ihr Mann, Ferdinand M., heute zu NEWS: „Ich legte Hamer nur eine Computertomographie des Kopfes vor. Ohne daß er einen Befund gesehen hatte, sagte er sofort, wo der Krebsbefall bei meiner Frau aufgetreten ist. Das war schon beeindruckend.“
Hamer gibt der Frau wieder Hoffnung. Die Folge: Ferdinand M. gibt Hamer ein Darlehen von 2,5 Millionen Schilling: „Ich wollte ihn uns verpflichten. Doch Hamer versäumte Termine, hielt seine Versprechen nicht.“ Das Verbot Hamers, nicht mehr mit der Schulmedizin zusammenzuarbeiten, umgeht der Unternehmer. Ferdinand M.: „Hamer gibt den Patienten die Hoffnung, die ihnen die Schulmedizin nicht geben kann. Aber seine Heilmethoden sind absurd.“ Nach dem Tod seiner Frau verlangt der Wiener von Hamer sein Geld zurück, doch in seiner Antwort (siehe Faksimile) enttarnt sich Menschenfreund Hamer. Zitat: „ ... Ihre Gattin würde sich vor Scham im Grabe umdrehen.“
ATHA ATHANASIADIS
| Die Kinderärztin übt harte Kritik an ihren Kollegen „Jetzt ist niemand mehr zuständig“ War Marina Marcovichs Rückholaktion vergeblich? Nur kurz war der Moment der Hoffnung im Fall Olivia, als Marina Marcovich das schwerkranke Mädchen am Montag vergangener Woche nach Österreich holte. Durch ihre und die Unterschrift des Konsuls Walter Esten in Malaga überließ Wunderheiler Hamer das Kind in ihre Obhut. Inhalt der Vereinbarung vom 24. 7. '95. 5 Uhr früh: Sämtliche therapeutischen Schritte werden nur im Einvernehmen mit den Eltern und nach deren Aufklärung durchgeführt. Marina Marcovich zu NEWS: „Ich bin nach wie vor der Überzeugung, daß Olivias Therapie nur dann Erfolg hat, wenn man die Eltern einbindet.“ Ab Freitag wurde die Kinderärztin plötzlich nicht mehr zu den Beratungen der Ärzte eingeladen. „Mittlerweile sind mehr als dreißig Ärzte um Olivia bemüht. Bloß: Die Öffentlichkeit weiß nicht mehr, wer wirklich die Verantwortung trägt. Die Klinik als Institution hat einen breiten Rücken. Keiner muß mehr mit seinem Namen geradestehen. Und diese Anonymität ist ein Grund, warum die Patienten vor der Schulmedizin flüchten.“ |
| < Zurück | Weiter > |
|---|











