Kinderbegleitung - OLIVIA - Der Film

Kinderbegleitung (Familienselbsthilfeverein), Ausgabe 4/95 Dezember 1995

zeitungsartikel


Olivia Pilhar - Von der Krankheit gezeichnet, von den Medien verschlungen. Aber jetzt:

OLIVIA - Der Film

Ein Interview mit Drehbuchautor Dr. Martin Zimper

 

KiB Wie kommt man eigentlich auf die Idee, gerade den „Fall“ Olivia zu verfilmen? Schließlich ist sie ein Mädchen wie jedes andere auch, nur eben mit einer Krankheit behaftet, die andererseits viele andere Kinder genauso haben.
Z Der Grund ist ganz einfach der: Der „Fall“ Olivia hatte und hat bis heute noch eine riesige öffentliche Wirkung. Vor allem im bundesdeutschen Raum, wo die Geschichte ihren Anfang genommen hat, haben deutsche Sender und die Printmedien den Fall aufgegriffen und populär gemacht. Daher auch heute das große Interesse an der Geschichte der Olivia.
KiB Unter welchen Aspekten gehen Sie an die Arbeit zu diesem Film heran?
Z Es gibt ein allgemeines großes Interesse - vor allem - wie gesagt - im bundesdeutschen Raum - das Schicksal der kleinen Olivia als Film zu sehen. Man kann sagen: Der Markt verlangt danach, und somit ist ein Aspekt geklärt, nämlich der kommerzielle. Ein weiterer Aspekt ist der, daß die Einnahmen aus den Rechten für die Produktion alleine Olivia und ihrer Familie zugute kommen.
KiB Welche Art von Film soll es werden?
Z Es werden zwei Filme gedreht. Erstens: Ein TV-Movie mit ca. 90 Minuten Länge, besetzt mit professionellen Schauspielern, ohne Phantasieszenen oder ähnlichem. Natürlich muß man davon ausgehen, daß vieles, was passiert ist, nicht im Film verwendet werden kann, es würde ganz einfach den Rahmen von 90 Minuten sprengen, und zweitens: Es wird zusätzlich eine Dokumentation geben.
KiB Wer wird als Produzent fungieren?
Z Das ist bis dato noch nicht ganz heraußen. Wir sind derzeit mit zwei deutschen Sendern in Verhandlung, und es wird sich - ohne konkret Namen nennen zu wollen - in den nächsten zwei Wochen herausstellen, wer die Produktion übernimmt, und dieser Sender wird aller Voraussicht nach den 0RF zur Co-Produktion einladen.
KiB Also eine fast rein bundesdeutsche Sache?
Z Ja. Aber wir rechnen damit, daß der ORF die Produktion kaufen wird, da ja auch hierzulande ein nicht geringes Interesse am Schicksal der Olivia besteht.
KiB Soll der Film elternpädagogische Aspekte beinhalten, d.h.: Wird es ein Film werden, der aufzeigt, wie man's macht und wie man unrichtige Situationen vermeiden kann?
Z Im Prinzip ist der Film so konzipiert, daß er die Wahrheit berichtet. Wir haben keinerlei pädagogischen Auftrag, um unsere Zuseher in der Form des erhobener Zeigefingers belehren zu wollen. Allerdings hat jeder Zuschauer die Möglichkeit, sich aus dem Film das herauszunehmen, was für ihn persönlich wertvoll erscheint. Es gibt auch keine Nur-Sympathien für die Pharmaindustrie und genausowenig oder –viel für die pure Homöopathie. Im Film soll der reine Standpunkt der Vernunft und der Objektivität - soweit das überhaupt möglich ist - zum Tragen kommen, und hoffentlich wird er auch in diesem Sinne verstanden.
KiB Eine direkte Frage: Vieviel kostet dieses TV-Movie?
Z Eine direkte Antwort: ca. 14 Millionen Schilling.
KiB ... und wird finanziert von ...
Z ... dem produzierenden Sender, der den Film quasi kauft, um ihn ausstrahlen zu dürfen.
KiB Wann und - vor allem - wo wird gedreht?
Z Wir hoffen, im März mit den Dreharbeiten beginnen zu können. Die Fertigstellung erwarten wir für ca. sechs Monate danach. Gedreht wird nahezu ausschließlich an Originalschauplätzen. Alleine die Szenen im Krankenhaus werden in einem Münchener Studio nachgestellt, da wir den Tagesablauf im Wiener AKH unter keinen Umständen stören wollen.
KiB Wir danken für das Gespräch.